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09.09.2013

17:12 Uhr

Machtoptionen nach der Wahl

Die unvermeidliche große Koalition

VonDietmar Neuerer

Peer Steinbrücks Umfragewerte bessern sich. Für die Kanzlerschaft wird es trotzdem nicht reichen, sind Experten überzeugt. Angela Merkel wird Regierungschefin bleiben. Allerdings wohl kaum in einem Bündnis mit der FDP.

SPD- und CDU-Parteifähnchen vor dem Reichstag in Berlin: Die Zeichen stehen auf Schwarz-Rot. dpa

SPD- und CDU-Parteifähnchen vor dem Reichstag in Berlin: Die Zeichen stehen auf Schwarz-Rot.

BerlinWas soll der Wähler davon halten? SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück freundet sich bereits mit dem Gedanken an, die Wahl am 22. September zu verlieren. Jedenfalls sinniert er im Interview mit der „Saarbrücker Zeitung“ über seine künftige Rolle als Wahlverlierer. „Richtig ist, dass ich mich einbringen und meine Rolle als Kanzlerkandidat auch nach der Wahl mit Blick auf die dann zu führenden Gespräche zur Geltung bringen werde“, sagt er. Natürlich spricht Steinbrück auch über die Möglichkeit einer Kanzlerschaft. Doch wer will ihm das noch ernsthaft abnehmen. Ein Wahlkämpfer, der nicht uneingeschränkt an seinen Sieg glaubt, hat im Grunde schon verloren.

Der SPD bleibt daher nur die Hoffnung, sich in eine große Koalition retten zu können. Tatsächlich eine nicht ganz unwahrscheinliche Variante. Jedenfalls für die Sozialdemokraten. Zwei Wochen vor der Wahl glauben offenbar selbst einige Spitzengenossen nicht mehr, die Kanzlerin verdrängen zu können. Es gehe nur noch darum, Schwarz-Gelb zu verhindern, da eine rot-grüne Mehrheit angesichts weiterhin bescheidener Umfragewerte unwahrscheinlich sei, schreibt die „Welt“ unter Berufung auf SPD-Kreise.

Demnach gehe es nur noch darum, die Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition zu verhindern und selbst ein „respektables Ergebnis“ zu erzielen. Vor einigen Monaten hatte die SPD noch „30 Prozent plus X“ als realistisches Wahlziel ausgegeben. Inzwischen wären die Genossen schon mit rund 27 Prozent zufrieden, schreibt die Zeitung.

Das Problem, mit dem sich Steinbrück, aber auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) konfrontiert sehen, lässt sich anhand von Umfragen einkreisen. Nach dem TV-Duell hat Schwarz-Gelb zwar weiterhin eine Mehrheit, sie ist aber knapp und wackelig. Die FDP kommt nicht vom Fleck. Sie kämpft mit der Fünf-Prozent-Hürde. Ob sie wieder im Bundestag vertreten sein wird, lässt sich daher nicht mit Gewissheit sagen.

Und selbst wenn sie es schafft, dann könnte Merkel nur mit einer stark geschrumpften Liberalen-Fraktion weiterregieren (von den 14 Prozent bei der letzten Wahl ist die FDP weit entfernt) – mit einer knappen Mehrheit und also auch mit dem Risiko, dass bei sensiblen Euro-Entscheidungen Abweichler den Regierungskurs torpedieren. Will Merkel dieses Risiko tatsächlich in Kauf nehmen? Oder wäre es nicht bequemer für die Kanzlerin, die SPD ins Regierungsboot zu holen. Mit ihr hat sie schon zur Hochzeit der Finanzkrise gute Erfahrungen gemacht. Die Genossen erwiesen sich jedenfalls als verlässlicher Koalitionspartner.

Und Steinbrück? Seine Partei und er befinden sich in Umfragen im Aufwind. Beim Emnid gewinnt die SPD zwei Punkte und erreicht 25 Prozent. Steinbrück selbst legt in der Kanzlerfrage sogar sieben Punkte zu und erreicht mit 35 Prozent seinen bislang besten Wert. Zum Vergleich: Merkel führt aber immer noch mit 50 Prozent (minus zwei). Die Union kommt auf 40 Prozent (plus eins), die FDP auf fünf Prozent (minus eins). Die Grünen verharren bei elf Prozent, die Linkspartei kommt auf neun Prozent (minus eins).

Kommentare (56)

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wirsinddasvolk

09.09.2013, 15:47 Uhr

Oh Gott! Also wenn es wieder nur für eine große Koalition reicht...dann bleibt es langweilig und peinlich, wie bisher! Keine Lösungen für Probleme in Sicht! Es wird wohl so sein, denn die FDP wird es schwer haben und damit könnte sich die Frage "Schwarz-Gelb" von alleine erledigen. Für "Rot-Grün" reicht es eh nicht, für "Rot-Rot-Grün" gibt es keinen Willen, vor allem nicht in der Breite der SPD-Abgeordeten...und dann war es das auch schon mit der "Wahl"...die wir ja hatten!Im Grunde ist Deutschland nicht wirklich willig, sich zu verändern! Dann haben wir auch wieder die Regierung, die wir verdienen! Und immer die Möglichkeit, mit unserem klein- und spießbürgerlichen Verständniss über "Die Regierung" zu zetern. Alle warten, schauen und hoffen auf "das" Non-Event des Jahres...

HofmannM

09.09.2013, 15:50 Uhr

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K.West

09.09.2013, 15:58 Uhr

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