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23.02.2013

13:16 Uhr

Managergehälter

CDU- und SPD-Politiker fordern Boni-Grenzen

Wenn sei auch sonst im Wahlkampf viele gegensätzliche Positionen vertreten – beim Aufreger-Thema Managergehälter sind sich viele plötzlich parteiübergreifend einig: Da müsse was getan werden.

Manager im Visier der Politiker: Sowohl aus SPD wie aus CDU werden Stimmen laut, die eine Begrenzung der Gehälter fordern. dpa

Manager im Visier der Politiker: Sowohl aus SPD wie aus CDU werden Stimmen laut, die eine Begrenzung der Gehälter fordern.

Berlin/DüsseldorfPolitiker aus Regierung und Opposition fordern vor der Bundestagswahl eine Begrenzung der Gehälter von Top-Managern. „Es kann nicht sein, dass Gehälter und Boni einiger Spitzenverdiener in keinem Verhältnis mehr zum Rest der Belegschaft stehen“, sagte Unionsfraktionsvize Michael Fuchs (CDU) der Wirtschaftswoche. „Man muss gegebenenfalls eine gesetzliche Regelung finden, die die Boni-Zahlungen unterhalb der Dividendenausschüttung beschränkt.“

Die Opposition verlangt neue Maßnahmen. „Die Toleranz gegenüber astronomischen Managergehältern ist extrem gesunken“, sagte SPD-Fraktionsvize Joachim Poß dem Magazin. „Wir brauchen eine gesetzliche Eindämmung für die gesamte Wirtschaft, nicht nur für die Finanzindustrie.“

Regierungskommission: Vorstandsgehälter werden begrenzt

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Aufsichtsräte sollen dafür sorgen, dass nicht unbegrenzt verdient werden kann.

Der Vorsitzende der Regierungskommission zur Unternehmensführung („Corporate Governance“), Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller, sieht in den derzeitigen Gehältern sogar Gefahren für die Unternehmen. „Wir müssen aufpassen, dass wir die Akzeptanz der Wirtschaft nicht weiter schwächen“, sagte Müller dem „Tagesspiegel“ (Samstag). Eine Deckelung sei geboten, gleichzeitig müsse es aber das Recht der Eigentümer eines Unternehmens und deren Vertreter bleiben, über die Vergütung des Vorstands zu bestimmen.

Volkswagen: Winterkorn soll 14 Millionen Euro bekommen

Volkswagen

14 Millionen Euro für Winterkorn

Sein Gehalt ist hoch, aber nicht so hoch wie ursprünglich gedacht: Nach den bisher geltenden Regeln würde VW-Chef Winterkorn rund 20 Millionen Euro für 2012 einstreichen. Doch nur werden es wohl sechs Millionen weniger.

Der Vorstand von Volkswagen bekommt nach heftiger Kritik an der Höhe des Gehalts von Konzernchef Martin Winterkorn deutlich weniger Geld für das vergangene Jahr. Der VW-Aufsichtsrat beschloss am Freitag in Wolfsburg eine Neuregelung der umstrittenen Bonuszahlungen. Diese senkt auch die Vergütung Winterkorns. Er bekommt nach rund 17,5 Millionen Euro für das Jahr 2011 nun 14,5 Millionen Euro, wie der Autobauer nach einer Sitzung des Gremiums mitteilte. Die Aufseher passten dabei die Richtlinien für erfolgsabhängige Komponenten in den Vorstandsbezügen an.

Die Vorstände der rund 1400 größten deutschen Unternehmen konnten sich zuletzt laut einer Studie über einen Gehaltssprung von 6,8 Prozent freuen. Dieses Plus erzielten die Manager im Geschäftsjahr 2011, ergab eine Untersuchung von Kienbaum Management Consultants, die der Wirtschaftswoche vorliegt. Knapp zwei Drittel der Firmen zahlten demnach höhere Gehälter, 38 Prozent kürzten die Saläre ihrer Führungsriege.

Gehaltsstudie: Welche Führungskräfte am besten verdienen

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Millionenboni für Spitzenmanager werden scharf diskutiert. Doch auch auf der mittleren Führungsebene sind Bonuszahlungen weit verbreitet, zeigt die Vergütungsstudie der Unternehmensberatung Kienbaum.

Von

dpa

Kommentare (13)

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KORRUPTUS

23.02.2013, 14:18 Uhr

Populismus pur. Hier wird seitens der Blockparteien wieder Wählertäuschung betrieben. Dieses Thema kommt immer vor Wahlen auf u. verschwindet nach den Wahlen in der Versenkung! Warum ist dies so? Ganz einfach: Die Parteien werden eben genau von dieser Klientel vor den Wahlen gesponsert via Wahlkampfspenden. Nach der Wahl wird dann geliefert, d.h. dem Spender werden dann die zugesicherten Gesetze beschert. Deckelungen von Bonis o. Gehältern sind darin selbstverständlich nicht vorgesehen auch wenn sich damit vor den Wahlen gut Politik machen lässt zur Irreführung des Wahlviehs!

Account gelöscht!

23.02.2013, 14:28 Uhr

Dieser sozialistische Populismus, der immer mehr in Mode zu kommen scheint, ist einfach nur noch widerlich.
Ich überlege mir langsam ernsthadt, auszuwandern, bspw. USA, Schweiz, Monaco, Singapur.
Das ist zwar sehr aufwendig, aber dieses linke Gefasel von Leuten, die mit ihrem eigenen Leben einfach unzufrieden sind und deshalb Gehälter von denjenigen kürzen wollen, die eben keine Versager sind, kotzt mich nur noch an.

Mazi

23.02.2013, 14:45 Uhr

Ein ernster Gedanke, der uns auch über die Pensionen der Politiker nachdenken lassen sollte.

Ich schlage vor, die Politikerpensionen bei dem doppelten Rentenanspruch des durchschnittlichen Rentners zu deckeln.

Ob es nicht rechtens sein sollte, auch diesen zugegeben hoch gegriffenen Pensionsanspruch nochmals zu reduzieren, das sei einmal dahin gestellt. Sicherlich könnte man auch darüber streiten, ob die Pension nicht gänzlich auf den durchschnittlichen Rentenanspruch oder auf Basis des Anspruchs aus dem Sozialversicherungspflichtigen Höchstbetrag anzusetzen sei. Auch einem derartigen Gedanken stehe ich nicht fern.

Der Vorteil dieser Argumentation wäre sicherlich, dass das Solidargefühl von Politiker und Bürger gefestigt würde. Das Thema "Wulff" wäre nie entstanden.

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