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06.04.2017

13:20 Uhr

Managergehälter

Lammert für Selbstregulierung der Wirtschaft

Bundestagspräsident Lammert befürwortet brancheninterne Regelungen, um hohe Managergehälter zu begrenzen. Ansonsten drohten Maßnahmen des Gesetzgebers. Die Finanzbranche forderte er zur Selbstkritik auf.

Es gehe um ein Mindestmaß an Fairness und Gerechtigkeit, sagt der Bundestagspräsident. dpa

Norbert Lammert

Es gehe um ein Mindestmaß an Fairness und Gerechtigkeit, sagt der Bundestagspräsident.

BerlinBundestagspräsident Norbert Lammert hat die Wirtschaft aufgefordert, das Problem unangemessen hoher Managergehälter und selbst zu lösen und damit eine gesetzliche Regelung überflüssig zu machen. Die meisten Abgeordneten seien nach seiner Erfahrung davon überzeugt, das solche Probleme besser in der jeweiligen Branche unter den unmittelbar Betroffenen geregelt werden sollten, sagte Lammert am Donnerstag auf dem Deutschen Bankentag in Berlin. Wenn diese das aber nicht täten, würden sie genau das bekommen, was sie eigentlich ablehnten: Nämlich eine gesetzliche Regelung.

Die Schwierigkeit sei nicht die Ungleichheit von Einkommen und Vermögen im Allgemeinen, sondern wenn diese in keinem nachvollziehbaren Zusammenhang mit einer Leistung stehe oder gar keine adäquate Leistung erbracht werde, sagte Lammert. Es gehe um ein Mindestmaß an Fairness und Gerechtigkeit. Union und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, dass über die Höhe der Vorstandsgehälter bei der Hauptversammlung des Unternehmens entschieden werden soll.

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Die SPD will aber darüber hinaus, dass Managergehälter oberhalb von 500.000 Euro nicht mehr von der Steuer absetzbar sind. Mit CDU und CSU ist darüber keine Einigung in Sicht.

Die Finanzbranche forderte Lammert auf, ihr Tun immer wieder selbstkritisch zu hinterfragen. Es seien schließlich die Staaten gewesen, die in der Finanzkrise Banken hätten retten und damit ein Chaos verhindern müssen. „Ich empfehle uns dringend, diese Einsicht nicht hinter uns zu lassen“, sagte Lammert.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Herr Tante Mila

06.04.2017, 14:44 Uhr

Die unmittelbar betroffenen, sehr geehrter Herr Lammert, sind die Mitarbeiter, denen jahrelang Lohnverzicht abverlangt wurde, die trotz Vollzeitbeschäftigung kein ausreichendes Einkommen haben und zur Belohnung vielleicht noch auf die Straße gesetzt werden. Alles nur damit das Unternehmen ein bisschen mehr Gewinn macht und der Vorstand für seine tolle Renditeoptimierung fette Boni einstreichen kann. So sieht's doch aus. Unterstützt werden die Manager dabei von Aufsichtsräten, die auch kein Interesse daran haben, Gehälter zu begrenzen, denn die Eigentümer, die werden ja gar nicht erst gefragt. Und selbst wenn sie dagegen wären, würde es nichts ändern. Aber vertrauen Sie nur weiter auf Selbstverpflichtungen.

Sieht man ja bei Politiker-Diäten und Nebeneinkünften (waren Sie nicht auch in die Montblanc-Affäre verstrickt?!) immer wieder, wie toll das funktioniert, wenn sich jemand selbst bescheiden soll...

Herr Clemens Keil

06.04.2017, 15:03 Uhr

Ach, der Lammert. Kommt mit einem alten untauglichen Schäuble-Vorschlag um die Ecke! Guten Morgen!
Im Anbetracht der wachsenden sozialen Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen (vgl. hierzu auch https://www.freitag.de/autoren/sigismundruestig/die-ungleichheits-luege-geht-um ) ist es unabdingbar, auch die Exzesse bei Gehältern, Boni und Abfindungen endlich wieder einzudämmen. Nicht zuletzt auch in Anbetracht der "Leistungen" unserer Wirtschaftsführer (Deutsche Bank, VW, Linde, ...). Der von der SPD präferierte Weg, dies über Begrenzung der steuerlichen Absetzungsmöglichkeiten anzugehen, ist ein gangbarer Weg.
Wenn der Bundesfinanzminister Schäuble bisher gegen eine gesetzliche Regulierung argumentiert hat und stattdessen für "Anstand" (ausgerechnet Schäuble!) und eine "freiwillige Selbstverpflichtung" der betroffenen Manager wirbt, war das wenig glaubwürdig:
Erstens hatte Schäuble noch 2012 aus guten Gründen für eine gesetzliche Regulierung dieser Exzesse plädiert.
Zweitens hat sich ja erst im Finanzsektor gezeigt, dass die Betroffenen entsprechende - offensichtlich unzureichende - Regulierungsversuche (hier: "Deckelung der Boni" auf EU-Ebene) ohne Scham trickreich umgehen: bei der Deutschen Bank (ausgerechnet dort!) hat man mal als Ausgleich locker die Jahres-Gehälter von 1100 Mitarbeitern um durchschnittlich 270.000 Euro aufgestockt! Das ist also der Schäuble-Weg!
Offensichtlich wollte Schäuble nur mal wieder Gabriel und der SPD einen reinwürgen. So ist dieser alte, verbitterte Mann eben gestrickt!
Aber wer hört schon noch auf diesen "falschen Fuffziger"! Vielleicht die Kanzlerin, wenn er gerade mal nicht an Putschplänen arbeitet?
Nicht einmal mehr die CDU, die jetzt einen eigenen Vorschlag präsentierte. Dieser liest sich allerdings wie eine Mogelpackung!

Mein Tip:
http://youtu.be/0zSclA_zqK4
http://youtu.be/-5X2P5J6MiA
http://youtu.be/QqoSPmtOYc8
Was sagt der Bundestag?
http://youtu.be/QGOx8I0COYg
Viel Spaß und neue Erkenntnisse!

PS: Übrigens, nach dem ...

Herr Clemens Keil

06.04.2017, 15:04 Uhr

...
Übrigens, nach dem antiken, griechischen Philosophen Platon sollte "niemand mehr als das 4-fache des Vermögens eines anderen besitzen". Gar nicht so dumm!

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