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19.03.2012

18:15 Uhr

Mangelnde Zusammenarbeit

Schleswig-Holstein warnt vor Scheitern der Energiewende

VonKlaus Stratmann

ExklusivSchleswig-Holsteines Wirtschaftsminister Jost de Jager fordert eine bessere Zusammenarbeit der Bundesländer bei der Energiewende. Andernfalls drohe der Umbau der Energieversorgung zu scheitern.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) sieht die Energiewende gefährdet. dpa

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) sieht die Energiewende gefährdet.

BerlinDie Energiewende droht an mangelnder Zusammenarbeit der Bundesländer zu scheitern. „Wir haben zu viele Kosten und zu wenig Koordination“, sagte der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) dem Handelsblatt. Das Bundesland spielt als Standort für die Windkraft und beim Ausbau der Netze eine Schlüsselrolle.

De Jager befürchtet, dass Industriestandorte und Ballungszentren irgendwann nicht mehr die benötigten Energiemengen abrufen können. Die Länder seien daher gefordert, ihre Arbeit besser aufeinander abzustimmen, sagte de Jager. Der CDU-Politiker ist derzeit Vorsitzender der Wirtschaftsministerkonferenz der Länder.

Die Länder richteten ihre Strategien auf unterschiedliche Zeithorizonte und auf unterschiedliche Ziele aus, kritisierte de Jager. „Wir laufen Gefahr, uns zu verzetteln.“ Der Wildwuchs müsse ein Ende haben.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) setzt zwar mit der Höhe der Einspeisevergütung einen bundeseinheitlichen Rahmen für die Förderung der Stromgewinnung aus Wind, Sonne, Wasser, Biomasse und Geothermie. Tatsächlich haben aber viele Länder zusätzliche Förderprogramme aufgelegt oder sie locken durch großzügige Ausweisung von Flächen Investoren an.

Sie verfolgen damit Ziele, die weit über denen der Bundesregierung liegen. So will etwa das Land Brandenburg bis 2020 einen Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung von 90 Prozent erreichen. Ziel der Bundesregierung ist ein Anteil der Erneuerbaren von 35 Prozent im Jahr 2020.

Der Ausbau der Erneuerbaren müsse sich an objektiven energiewirtschaftlichen Parametern orientieren und nicht an regionalem Kirchturmdenken, forderte de Jager. Er empfiehlt, den weiteren Vollzug der Energiewende auf Basis des Netzentwicklungsplanes zu steuern, den die Übertragungsnetzbetreiber Anfang Juni vorlegen werden.

Nach Auffassung de Jagers muss sich der Ausbau der Erneuerbaren an den natürlichen Potenzialen ausrichten, damit die Kosten des Umbaus begrenzt werden können. Dieses Ziel werde gefährdet, „wenn etwa Baden-Württemberg den Bau von Windanlagen an ungeeigneten Standorten forciert oder Bayern in großem Stil Photovoltaik-Anlagen hochzieht, die im Vergleich zu norddeutschen Windparks weniger Effizienz bieten und mehr Subventionen verschlingen“.  

Kommentare (8)

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19.03.2012, 19:05 Uhr

Lieber Herr Jost de Jager,
Es gibt eingaben gegen Energietrassen über und unterirdisch ,klagen gegen Windkraftanlagen von Leuten die noch vor Wochen "abschalten sofort brüllten "
Wie eine solche Ablehnung großer Bauprojekte weitergeht sehen wir beinahe täglich an S21 .
Ich würde in EE keinen ct investieren und die noch laufenden Kernkraftwerke laufen lassen !!!

Account gelöscht!

19.03.2012, 19:58 Uhr

@energieelite

"Ich würde in EE keinen ct investieren und die noch laufenden Kernkraftwerke laufen lassen !!!"

Sie tendieren gerade zu einem überbordendem Einsatz von Ausrufezeichen, werte(r) Energieelite.

Ich wohne in der Nähe eines solchen Dings, das allerdings jenseits einer Grenze steht und sich somit dem deutschen & luxemborger Zugriff entzieht - aber unlängst, nachdem ein deutscher Experte mit der Untersuchung durch die drei betroffenen Länder beauftragt, wegen der geradezu schockierenden Mängel sich als genau das entpuppte, wofür ich es jetzt schon seit Jahrzehnten halte: Eine tickende Zeitbombe.

Aber, werte(r) Energieelite, Sie haben ja ein Herz für Anachronismen und lieben Atomkraftwerke, die Gewaltpolitik der Israelis und Schlagstöcke, die gegen die Kritiker Ihrer Vorlieben eingesetzt werden.

Manchmal gruselt mir schon ein bißchen, Sie zu lesen, aber okay, früher waren die Meinungen, die Sie so vertreten, ja auch noch bestimmend für diese Gesellschaft. Heute gelten sie allerdings als "überkommen" und werden nur noch von ein paar alten Grummlern artikuliert, die einfach nicht verstehen wollen, daß die Zeiten sich verändert haben.

So sehr, daß es am Ende die CDU war, die diese Drecksdinger vom Netz nehmen will. Und nu?

Account gelöscht!

19.03.2012, 20:23 Uhr

@ hardy
"Ich wohne in der Nähe eines solchen Dings,"
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Und ich weis wovon ich rede !!!

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