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15.01.2010

12:10 Uhr

„Mangelnden Respekt“

Vertriebene kritisieren Zentralrat der Juden

Der Streit um Erika Steinbach geht in eine neue Runde: Nach heftiger Kritik aus Reihen des Zentralrats der Juden keilen die Vertriebenen nun zürück: Die Kritiker seien über das Ziel hinausgeschossen, es mangele ihnen offenbar an Respekt. Damit fließt neues Öl ins Feuer, die Stimmung dürfte sich noch weiter aufheizen.

Vertriebenenchefin Steinbach ap

Vertriebenenchefin Steinbach

HB BERLIN. Der Streit um den noch offenen Sitz in der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ und um Vertriebenen-Präsidentin Erika Steinbach geht in eine neue Runde. Nach der massiven Kritik von zwei Mitgliedern des 13-köpfigen Stiftungsrats konterte der Bund der Vertriebenen (BdV) am Freitag: Die Kritiker - der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Salomon Korn, und der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke - seien mit ihren Vorwürfen „übers Ziel hinausgeschossen“. BdV-Generalsekretärin Michaela Hriberski warf ihnen in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme indirekt mangelnden „Respekt vor unserer Arbeit“ vor.

Jaschke hatte dem Verband das Recht abgesprochen, im Namen aller Vertriebenen zu sprechen. Korn hatte Steinbachs Forderung nach einem größeren Einfluss der Vertriebenen in der Stiftung als „völlig überzogen“ zurückgewiesen. Er äußerte die Vermutung, dass die Zahl der BdV-Mitglieder - entgegen der Verbandsdarstellung - unter 100 000 liege. Der BdV spricht von zwei Mio. Mitgliedern.

Hriberski nannte es bemerkenswert, dass Jaschke und Korn „den Stellenwert des BdV für die Vertretung von Vertriebenen-Anliegen infrage stellen“. Dies sei nicht haltbar. „Der Bund der Vertriebenen vertritt die Interessen seiner Mitglieder.“ Es gebe nun einmal keinen anderen bundesweiten Zusammenschluss von Vertriebenen als den BdV mit seinen Landsmannschaften und Landesverbänden.

Jaschke hatte auch moniert, dass Verbände nicht die gewählten Volksvertreter seien. Etwas anderes habe auch niemand behauptet, konterte Hriberski. Korns Mutmaßung über die BdV-Mitgliederzahl nannte er „abenteuerlich“. Sie entbehre jeder Grundlage. Steinbach hatte zuletzt auch juristische Schritte gegen die Bundesregierung angedroht.

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