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28.03.2011

02:12 Uhr

Wahlparty der Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21. Quelle: dpa

Wahlparty der Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21.

StuttgartEine Feier zum Ausgang der Wahlen ist am Stuttgarter Hauptbahnhof aus den Fugen geraten.

Wenige Stunden nach dem historischen Wahldebakel von Schwarz-Gelb in Baden-Württemberg ist es am Stuttgarter Hauptbahnhof zu Ausschreitungen gekommen. Mehrere Dutzend Gegner des umstrittenen Bahnprojekts „Stuttgart 21“ rissen am Sonntagabend Bauzäune am Nordflügel des Bahnhofs um. Nach Polizeiangaben wurden bei der spontanen Protestaktion mindestens zwei Beamte und ein Passant verletzt.

Nachdem auf dem Stuttgarter Schlossplatz am Abend mehrere Tausend Menschen mit einer „Mappschiedsparty“ die Wahlniederlage von Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) gefeiert hatten, zogen Hunderte Menschen mit Musik und Gesang zum Hauptbahnhof. „Stuttgart 21“-Gegner warfen den Bauzaun rund um den abgesperrten Kurt-Georg-Kiesinger-Platz auf einer Länge von rund 200 Metern komplett um. Dort soll ein unterirdisches zweistöckiges Technikgebäude für das Bahnprojekt entstehen.

Ein Großaufgebot der Polizei drängte die Randalierer zunächst zurück und stellte die Zäune wieder auf. Allerdings rissen die Demonstranten die Barrieren erneut um. Die Sicherheitskräfte zogen sich daraufhin zurück.

Während die Polizei die Zahl der Demonstranten auf rund 500 schätzte, sprach die Initiative der „Parkschützer“ von etwa 1.000 „ausgelassenen Kopfbahnhof-Freunden“.

Nach Polizeiangaben wurden Beamte von den Demonstranten angegriffen, als sie vergeblich versucht hätten, die „aufgebrachte Menge“ vom Einreißen des Zaunes abzuhalten. Mindestens zwei Polizisten hätten Prellungen und Schürfwunden erlitten. Zudem sei am Rande der Demonstration wohl eine Person durch ein Polizeipferd leicht verletzt worden. Ein Aktivist sei wegen des Verdachts der Körperverletzung vorläufig festgenommen worden.

Dagegen beklagten die „Parkschützer“, die Stimmung habe zu kippen gedroht, „als die Polizei in einer recht unkoordinierten Aktion versuchte, der Menschenmenge einzelne Gitterteile entgegen zu drücken“. Die Lage habe sich aber wieder entspannt.

Der Sprecher der „Parkschützer“, Matthias von Herrmann, wertete die Aktion als Erfolg: „Der Bauzaun liegt, das ist gutes Zeichen“, sagte er.

Mit der „spontanen Aktion“ forderten die „Stuttgart 21“-Gegner die mögliche neue grün-rote Regierung zum sofortigen Baustopp auf. Herrmann betonte: „Wir Parkschützer fangen schon mal an.“ Die Parkschützer forderten den künftigen Ministerpräsidenten auf, als erste Amtshandlung bei Bahn und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) das Ende von „Stuttgart 21“ durchzusetzen.

Die Demonstranten belagerten laut Polizei den Kurt-Georg-Kiesinger-Platz etwa eine Stunde. Anschließend zogen rund 300 Menschen zum Bauzaun der Grundwasser-Aufbereitungsanlage am Südflügel des Bahnhofs. Auch dort rüttelten einige Demonstranten an der Umzäunung und schaukelten diese laut Polizei auf. Beamte seien unter anderem mit Dreck beworfen, beleidigt und angegriffen worden, hieß es.

Unterdessen kündigte der Sprecher des Aktionsbündnisses gegen „Stuttgart 21“, Gangolf Stocker, seinen Rückzug an. Wegen Streitigkeiten wolle er noch in der Nacht sein Amt zurückgeben, sagte er im SWR. Stocker, der auch Mitglied im Stuttgarter Gemeinderat ist, beklagte, dass es im Lager der „Stuttgart-21“-Gegner zu viele Meinungsverschiedenheiten gebe.

Der 66-Jährige, der auch an der Schlichtung unter Vorsitz von Heiner Geißler teilgenommen hatte, galt als eine der Symbolfiguren des Protests gegen „Stuttgart 21“.

dapd

Kommentare (10)

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I.M.

28.03.2011, 04:27 Uhr

Man kann die jungen Menschen nach all den Repressalien und Bevormundungen gut verstehen.

Zu meiner Jugend, ich bin ein Kriegskind, hätten wir die Courage nicht aufgebracht. Noch zu sehr standen wir unter dem Eindruck des alten Regimes.

Morchel

28.03.2011, 06:56 Uhr

mapus alter wein in neuen schläuchen wollte er verkaufen.der ist so brutal muffig machtgeil.
Nun sollen die jungen verantwortung übernehmen uns vorranbringen,in der kurzen zeit hat dieser mensch den nachfolgern noch so ein atomwerk hinterlassen was juristisch durchleuchtet werden mus denn das stinkt so richtig nach filz.

H.M.

28.03.2011, 07:31 Uhr

Stellen sie doch ihr Auto zur Verfuegung !!

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