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17.06.2012

17:01 Uhr

Mappus unter Beschuss

Neue Vorwürfe in der Affäre um den EnBW-Deal

Der Untersuchungsausschuss des Landtags will am Freitag die Affäre um den EnBW-Rückkauf untersuchen. Neue Hintergründe könnten die CDU und ihren Ex-Regierungschef Stefan Mappus in Erklärungsnot bringen.

Der frühere Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Stefan Mappus (CDU). dpa

Der frühere Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Stefan Mappus (CDU).

StuttgartEineinhalb Jahre nach dem Rückkauf des Energieversorgers EnBW durch das Land Baden-Württemberg gerät der damalige Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) immer stärker unter Erklärungsdruck. Laut „Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung“ belegen E-Mails eine große Beeinflussung Mappus' durch seinen Freund, den Deutschland-Chef der Bank Morgan Stanley, die das Geschäft abwickelte - scheinbar bis hin zu direkten Handlungsanweisungen an den Regierungschef.

„Du wirst Anrufe von zahlreichen Banken bekommen“, mailte der Investmentbanker Dirk Notheis laut „FAS“ kurz vor dem Deal an Mappus. „Sie werden Dich drängen, ihnen ein Mandat zu geben. Du musst das alles ablehnen (!!) und sagen, dass Du bereits vollständig beratungstechnisch aufgestellt bist. Bitte achte darauf, dass Du das durchziehst. Das verursacht sonst erheblich Sand im Getriebe, und das kann ich jetzt nicht gebrauchen.“

Der Banker gab Mappus demnach Anweisungen für eine Verhandlungs- und Medienstrategie und steuerte den Kontakt zu Anwälten. So habe er Mappus Hilfen für den Presseauftritt und Hinweise gegeben, welche Unterstützer dieser zu gewinnen habe. „Du solltest idealerweise einen renommierten Volkswirt haben, der das Ganze gut findet.“ Und weiter: „Es sollte jemand sein, der Dir einen Gefallen schuldet.“

Die neue grün-rote Regierung hält den EnBW-Rückkauf vom französischen Staatskonzern EDF zum Preis von 4,7 Milliarden für überteuert und hat deshalb Klage vor der Internationalen Handelskammer in Paris eingereicht.

Der Obmann der Grünen im EnBW-Untersuchungsausschuss des Landtags, Uli Sckerl, sieht mit den Mails die Behauptung widerlegt, Mappus sei ein Beratungsopfer: Um das Geschäft möglichst schnell abzuwickeln, habe er Notheis umfassende Vollmachten erteilt und sich von ihm abhängig gemacht. „Mappus trägt die vollständige Verantwortung, auch für einen Schaden, der dem Land entstanden ist“, betonte Sckerl.

Von

dpa

Kommentare (10)

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haftgrund

17.06.2012, 17:33 Uhr

der deal müßte von der EU von amts wegen untersucht werden,da alle beteiligten,vor allem die berater nicht per europaweiter ausschreibung gesucht wurden

im übrigen haften die berater auch für die folgen der von ihnen begangenen rechtsbrüche und verstöße.

hier muß die staatsanwaltschaft mannheim ran,neben der münchner eine der wenigen die noch sachkunde und biss hat so ein gaunerstück vor die richter zu bringen.

in berlin würde man für so ein verbrechen mit dem vorschlag zum bundesverdienstkreuz bestraft und in NRW erstmal fünf gutachten auf steuerzahlerkosten veranlaßt....

PRhodan

17.06.2012, 18:08 Uhr

Mappus ist ein typischer Vertreter der Politikerkaste, die die steigende Politikerverdrossenheit und sinkende Wahlbeteiligungen zu verantworten haben. Der Mann ist korrupt und gehört vor Gericht. Solche Deals sind in Bananenrepubkliken üblich!

Account gelöscht!

17.06.2012, 18:46 Uhr

„Du solltest idealerweise einen renommierten Volkswirt haben, der das Ganze gut findet.“ Und weiter: „Es sollte jemand sein, der Dir einen Gefallen schuldet.“
Bitte immer dran denken, wenn ein "Top-Ökonom" wie Straubhaar, Bofinger, Beierlein, in den Medien irgendwas erzählt, z. B. wie alternativlos der Euro ist und was ein Ausstieg kosten würde....

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