Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.06.2014

14:59 Uhr

"Marke FDP"

Liberale diskutieren über Namensänderung

Die Liberalen hätten ein großes Problem mit der FDP als Marke, meint die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Ihr Vorschlag: Wie wäre es mit einem neuen Namen?

Die stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP und Erste Bürgermeisterin von Düsseldorf, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, hat dem Bundesvorsitzenden der Partei und NRW-Vorsitzenden der FDP Christian Lindner bereits den Vorschlag unterbreitet, eine Grundsatzdiskussion über Profil und Namen zu beginnen. dpa

Die stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP und Erste Bürgermeisterin von Düsseldorf, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, hat dem Bundesvorsitzenden der Partei und NRW-Vorsitzenden der FDP Christian Lindner bereits den Vorschlag unterbreitet, eine Grundsatzdiskussion über Profil und Namen zu beginnen.

Düsseldorf Marketing-Strategen predigen es jedem Unternehmen. Jetzt kommt die Botschaft auch in der Politik an: Wenn’s hakt, könnte man es ja mal mit einem Marken-Wechsel probieren. So ähnlich könnte eine Diskussion jetzt in der FDP laufen. Deren stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Marie-Agnes Strack-Zimmermann, hat jedenfalls jetzt die Diskussion um eine Umbenennung ihrer Partei eröffnet. „Ich habe diesen Vorschlag in den Raum gestellt“, sagte die Düsseldorfer Bürgermeisterin der „Rheinischen Post“ (Samstag).

Die Liberalen hätten mittlerweile ein großes Problem mit der FDP als Marke, begründet die streitbare Politikerin ihren Vorstoß. Diese Marke würde nicht optimal wahrgenommen. Strack-Zimmermann lässt es dabei nicht bewenden. Sie sei darüber im Austausch mit dem Bundesvorsitzenden Christian Lindner und spreche die Idee auch bei Besuchen in Kreisverbänden an, sagte sie weiter.

Chronologie der FDP im Bundestag

1949

Die FDP erzielt bei der Bundestagswahl 11,9 Prozent und verhilft Konrad Adenauer (CDU) zur ersten Kanzlerschaft.

1953

Die Partei rutscht auf 9,5 Prozent ab und regiert weiterhin als stärkster Partner der Union unter Adenauer.

1957

Die Liberalen gehen mit 7,7 Prozent in die Opposition.

1961

Die FDP legt auf 12,8 Prozent zu und bildet mit der Union die erste rein schwarz-gelbe Koalition, zunächst unter Adenauer, ab 1963 unter Ludwig Erhard.

1965

9,5 Prozent reichen zur Fortsetzung des Bündnisses unter Erhard. Ein Jahr später scheidet die FDP aus der Regierung aus, als Union und SPD die erste große Koalition eingehen.

1969

Mit schwachen 5,8 Prozent ermöglicht die FDP die erste sozial-liberale Koalition unter SPD-Kanzler Willy Brandt. Walter Scheel (FDP) wird Vizekanzler.

1972

8,4 Prozent; das rot-gelbe Bündnis regiert weiter.

1976

7,9 Prozent trägt die FDP zur sozial-liberalen Regierung unter Helmut Schmidt bei. Starker Mann der FDP ist Hans-Dietrich Genscher.

1980

10,6 Prozent für Genschers Partei; Rot-Gelb bleibt – noch.

1982

Bruch der Koalition mit der SPD und Wechsel in ein Regierungsbündnis mit der Union unter Kanzler Helmut Kohl (CDU).

1983

Bei der vorgezogenen Wahl fällt die FDP auf 7,0 Prozent. Doch es reicht für die Fortsetzung des gerade erst gebildeten christlich-liberalen Bündnisses. Es hält 16 Jahre.

1987

Die FDP steigert sich auf 9,1 Prozent, das Bündnis bleibt.

1990

FDP-Außenminister Genscher gilt als einer der Väter der Wiedervereinigung. Bei der ersten gesamtdeutschen Wahl stimmen 11,0 Prozent für die Liberalen.

1994

Die FDP sinkt auf 6,9 Prozent – die letzte Phase von Schwarz-Gelb beginnt.

1998

6,2 Prozent – die FDP muss wie die Union für elf Jahre in die Opposition. Das erste rot-grüne Bündnis startet unter SPD-Kanzler Gerhard Schröder.

2002

7,4 Prozent reichen nicht für den erhofften Machtwechsel.

2005

9,8 Prozent sind wieder zu wenig: Die Union von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) koaliert mit der SPD.

2009

Ein 14,6-Prozent-Rekord sichert den Liberalen fünf Ministerämter in einer schwarz-gelben Regierung unter Merkel.

2013

Die FDP stürzt unter Parteichef Philipp Rösler auf 4,8 Prozent und gehört erstmals dem Bundestag nicht mehr an.

Bei einem neuen Anstrich will die Politikerin es indes nicht bewenden lassen: „Wenn die FDP wieder Erfolg haben möchte, muss sie gesellschaftspolitische Themen in Angriff nehmen und Diskussionen anregen.“ Nach Klärung inhaltlicher Fragen müsse eine Diskussion von der Bundespartei bis in die Kreisverbände stattfinden, an deren Ende eine Umbenennung stehen könne.

In der Düsseldorfer Lokalpolitik, in der Marie-Agnes Strack-Zimmermann seit Jahren aktiv ist, steht die FDP derzeit vor einer speziellen Herausforderung: Nach der Niederlage des CDU-Oberbürgermeisters Dirk Elbers stehen die Signale auf Wechsel. Die FDP hatte mit der CDU koaliert. Zurzeit laufen Gespräche mit dem neuen SPD-OB Thomas Geisel und seiner Partei. Die würde gerne zusammen mit den Grünen eine lokale Ampel-Koalition starten.

jgr/dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×