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14.02.2017

08:31 Uhr

Marlene Mortler

Drogenbeauftragte will Tabakaußenwerbung verbieten

Die Politik streitet über ein weitergehendes Werbeverbot für Tabakwaren. Die Bundesdrogenbeauftragte möchte die Außenwerbung komplett verbieten - und die Tabakwirtschaft nutzt dies, um ihre Werbung wieder auszuweiten.

Der Tabakaußenwerbung ist der Bundesdrogenbeauftragten ein Dorn im Auge. dpa

Marlene Mortler

Der Tabakaußenwerbung ist der Bundesdrogenbeauftragten ein Dorn im Auge.

BerlinDie Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), dringt weiter auf ein Außenwerbeverbot für Tabakwaren. „Es kann doch nicht sein, dass wir mit einigen Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt Tabakprävention in Schulen machen, es aber gleichzeitig zulassen, dass die Unternehmen mit einem Vielfachen unseres Budgets auf dem Schulweg unserer Kinder Tabakwerbung aufstellen“, sagte Mortler der Deutschen Presse-Agentur. Sie fügte hinzu: „Die Forschung zeigt uns zu alledem, dass Tabakwerbung gerade bei Jugendlichen Wirkungen erzielt.“

Mortler sowie Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) wollen noch in dieser Legislaturperiode das Außenwerbeverbot durchsetzen, das auch in Kinos Tabakwerbung stark einschränken würde. Doch ihnen läuft die Zeit davon. Der schon im vergangenen Frühjahr vorgelegte Gesetzentwurf wurde immer wieder auf die lange Bank geschoben, weil es innerhalb der Unionsfraktion sowie in Teilen der SPD Widerstand gibt.

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Doch auch die Werbewirtschaft und die Kommunen fürchten um beträchtliche Einnahmeverluste, so dass auch hier die Vorbehalte gegen eine solches Verbot erheblich sind. Die Tabakindustrie nutzte das politische Hin und Her ganz offenbar, um sich neu aufzustellen. Nach dpa-Informationen legte sie bei der Außen- und Kinowerbung sowie bei Promotion und Sponsoring erheblich zu und steigerte die Gesamtwerbeausgaben von 2014 auf 2015 von 196 Millionen Euro auf 228 Millionen Euro. Zudem bewirbt die Industrie dem Vernehmen nach vermehrt die elektronische Zigarette bei Jugendlichen.

„Man muss es einfach klar aussprechen: Rauchen tötet, zerstört dadurch Familien, kostet das Gesundheitssystem Unsummen und belastet unsere Unternehmen allein durch die krankheitsbedingten Arbeitsausfälle jedes Jahr mit vielen Milliarden Euro“, unterstrich die Drogenbeauftragte. „Bei über 120 000 Tabaktoten und volkswirtschaftlichen Belastungen von fast 80 Milliarden Euro im Jahr müssen wir einfach alles dran setzen, dass so wenige junge Leute wie möglich mit dem Rauchen beginnen. Denn wie schwer man wieder davon loskommt, dürfte jeder, der, so wie ich, einmal geraucht hat, sehr genau wissen“, mahnte Mortler.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Herr Heinz Keizer

14.02.2017, 09:34 Uhr

Als Nichtraucher befürworte ich selbstverständlich nicht das Rauchen. Wenn aber darüber diskutiert wird, ob Werbung dafür verboten werden soll und gleichzeitig die Freigabe von Cannabis gefordert wird, dann läuft doch wohl was falsch.

Herr Riesener Jr.

14.02.2017, 09:41 Uhr

Unkonventioneller Vorschlag: Man verbietet das Rauchen allen Menschen, die im Jahr 2010 oder später geboren sind.

Aktueller Effekt: Null.

Vorteile: Die Tabakindustrie kann sich langfristig umorientieren. Kein aktueller Raucher wird in seinem Freiheitsrecht eingeschränkt.
Ein Verbot wird natürlich nicht 100%-ig wirken, aber den Konsum und damit den Schaden massiv verkleinern. Und schon jetzt wird ein Effekt langsam spürbar sein, weil auch ein zukünftiges Verbot bei den meisten Menschen eher abschreckend wirkt.

Herr Peer Kabus

14.02.2017, 10:24 Uhr

Wie "abschreckend" Verbote wirken, hat sich bei der Prohibition in den USA gezeigt.

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