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19.11.2014

06:13 Uhr

Maschmeyer und Schröder

War der persönliche Assistent ein FDP-Spion?

VonOliver Stock

ExklusivIm engsten Umfeld von Carsten Maschmeyer gab es ein Leck und Dokumente über die Zusammenarbeit mit Ex-Kanzler Schröder drangen nach draußen. Der ehemalige AWD-Chef glaubt den Schuldigen gefunden zu haben und klagt.

Gemeinsamer Stadionbesuch in Hannover: Altkanzler Gerhard Schröder und Carsten Maschmeyer. dpa

Gemeinsamer Stadionbesuch in Hannover: Altkanzler Gerhard Schröder und Carsten Maschmeyer.

DüsseldorfMännerfreundschaft, Intrige, politischer Einfluss - um all diese Themen geht es, wenn vom Investor Carsten Maschmeyer und Altkanzler Gerhard Schröder die Rede ist. Beide kennen sich gut. Maschmeyer hat die Rechte an Schröders Biographie erworben und dafür dem ehemaligen Kanzler im Vorfeld mehr als zwei Millionen Euro bezahlt.

Ein in der vergangenen Woche vorgestelltes Buch zweier Autoren der Zeitschrift „Stern“ geht der Frage nach, ob Maschmeyer daraus Kapital für sein Unternehmen schlagen konnte. Maschmeyer selbst sagt: Nein. Dokumente, die Handelsblatt Online vorliegen, werfen ein neues Licht auf den Fall.

Im August des Jahres 2005 hatte Gerhard Schröder im privaten Kreis Zweifel gezeigt, ob er den laufenden Wahlkampf noch einmal für sich entscheiden könnte. „Er hat mich gefragt, was soll ich machen, falls ich abgewählt werde“, sagt Maschmeyer, zu jener Zeit Chef des Finanzdienstleisters AWD. „Gerhard, du schreibst ein Buch“, habe er ihm gesagt und versprochen, sich um alles Weitere zu kümmern.

Was Maschmeyer in seinem Buch schreibt (1)

Das Buch

AWD-Gründer und Milliardär Carsten Maschmeyer ist unter die Buchautoren gegangen. "Selfmade - erfolg reich leben" (Ariston Verlag) ist keine Autobiografie, sondern ein Ratgeber. Die ersten Auszüge hatte die Bild-Zeitung veröffentlicht - hier die wichtigsten Ausschnitte.

Seine Ausbildung

Meine Ausbildung, rückblickend auf den Punkt gebracht, bestand eigentlich nur aus zwei Fächern: Hauptfach Beziehungen, Nebenfach Sachthemen. Persönlich ging bei mir immer vor geschäftlich.

Sein Ratschlag

Die Fähigkeit zur Kommunikation und zur Bildung von Netzwerken ist heute entscheidend für den beruflichen Erfolg und ein spannendes, abwechslungsreiches Leben. In einer von E-Mails und SMS, Chatportalen und virtuellen Communitys beherrschten Zeit wird es immer wichtiger, über viele und tragfähige Kontakte zu verfügen

Seine Freunde

Oftmals sind die mächtigsten und bekanntesten Personen einer Berufsgruppe gar nicht unbedingt intelligenter oder qualifizierter als der Durchschnitt – sie haben einfach mehr Kontakte und bessere Beziehungen, die sie meist seit langer Zeit pflegen und wechselseitig nutzen.

Vitamin B wichtiger als Arbeit

Häufig ist Beziehungsarbeit lohnender als rein fachliche Arbeit. Frei nach der Parole: „Der Kluge kennt alles, der sehr Kluge kennt alle.“ Ich kenne sogar Personen, die einzig wegen ihrer Netzwerke, Kontakte und Beziehungen einen begehrten, gut bezahlten Job bekommen haben.

Interessante Jobs finden

Interessante Jobs findet man heutzutage viel eher durch die Nutzung von Netzwerken als durch Print- oder Internet-Stellenanzeigen. Viele Statistiken belegen, dass die meisten Menschen ihre Jobs durch persönliche Beziehungen finden. Machen Sie sich also nichts vor: 

Über Politiker

Das gilt umso mehr für Politiker: Ihr Erfolg hängt auch von ihrem Netzwerk, von ihren Beziehungen ab. Man wird kaum in den Ortsbeirat gewählt, wenn man keine guten Verbindungen hat. Als Politiker brauchen Sie – gerade in Ihrer Partei – die richtigen Unterstützer, die sich für Sie einsetzen und propagieren, warum die Leute Sie wählen sollen.

Über Gerhard Schröder

Wenn man den Ministerpräsidenten Gerhard Schröder kennengelernt hat und er schließlich Bundeskanzler wird, dann lernt man fast ganz automatisch andere SPD-Politiker wie Stephan Weil, unseren Oberbürgermeister, und sogar Frank-Walter Steinmeier und Sigmar Gabriel kennen.

Dem Handelsblatt liegen Unterlagen großer deutscher Verlage vor, die belegen, dass sie im November des Jahres siebenstellige Angebote abgaben, um den seinerzeit bereits abgewählten Kanzler als Memoirenschreiber für sich zu gewinnen - also lange nach der Wahl vom 18. September 2005. Eine Million Garantiehonorar boten sie fast alle, dazu mehr Geld, falls sich das Buch gut verkauft.

Der Preis von zwei Millionen Euro, den Maschmeyer Schröder gezahlt hat, dürfte also kein reines Freundschaftsangebot gewesen sein. In einem Schreiben, das von Ende November stammt, rechnen Maschmeyers Steuerberater ihrem Auftraggeber vor, wie der Vertrag mit Schröder zu gestalten sei, damit der Politiker am Ende eine Million Euro netto für seine Memoiren erhalten kann.

Kommentare (12)

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Herr Lukas Fuchs

19.11.2014, 08:10 Uhr

Zeitliche Abfolge

Das späte Schreiben der Steuerberater ist doch überhaupt kein Indiz. Natürlich kann der Unternehmer schon 2000 die Netto-Million versprochen haben, und erst wenn es dann wirklich aktuell wird fragt er seine Steuerberater. Vorher fragen wäre auch Geldverschwendung, denn Steuersätze ändern sich, oder man zerstreitet sich, oder sonst was.

Bei diesem Artikel hat man fast den Eindruck, dass Maschmeyer ihn geschrieben oder lanciert hat. Keine Fakten aber ganz "neues Licht"

Herr chris schnitzler

19.11.2014, 09:17 Uhr

Sozie Schröder verantwortlich für unbegrenzte Leiharbeit

Doris Schröder Köpf im Aufsichtsrat v Karstadt?!? Auch Totalausfall

Maschmeyer kungelt mit Geldadel und SPD

fehlt eigentlich nur noch Peter Hartz-wenn er seine Vorstrafen verbüsst hat

feine SPD-Gesellschaft!

Herr Johnny Ringo

19.11.2014, 09:57 Uhr

Soll ich Ihnen eine Liste der "Machenschaften" aller unchristlichen (...) der CDU/CSU zukommen lassen. Thema verfehlt.

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