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08.02.2014

10:46 Uhr

„Masseneinwanderung“

„Tour de Schiss“ durch die Schweiz

Rechtspopulisten in der Schweiz fordern einen Stopp der „Masseneinwanderung“. Die Umfragen sehen kein klares Ergebnis der Abstimmung voraus. Kein Wunder, dass Regierungspolitiker Angst bekommen haben.

Die Bürger in der Schweiz stimmen darüber ab, ob zukünftig die Anzahl der Einwanderer begrenzt werden soll. dpa

Die Bürger in der Schweiz stimmen darüber ab, ob zukünftig die Anzahl der Einwanderer begrenzt werden soll.

BernDie Sächsische Schweiz beiderseits der Elbe in Sachsen gehört zu Europas schönsten Landschaften. Das hat fast 1200 Einwohner Sachsens innerhalb nur eines Jahres nicht davon abgehalten, in die echte Schweiz umzuziehen. Allein 2012 suchten fast 21 000 Deutsche in der Eidgenossenschaft ihr Glück. Die meisten kamen laut Statistischem Bundesamt aus Baden-Württemberg (6588), gefolgt von Bayern (3038) und Nordrhein-Westfalen (2618). Gleich nach den USA ist die Schweiz das beliebteste Auswanderungsland der Deutschen.

Das könnte sich ändern, denn am Sonntag (9. Februar) stimmen die Eidgenossen über eine Volksinitiative gegen „Masseneinwanderung“ ab. Urheber ist die national-konservative Schweizerische Volkspartei (SVP). Sollte die Initiative angenommen werden, müsste Bern in Brüssel auf eine Änderung des 1999 unterzeichneten Abkommens über Personenfreizügigkeit dringen und wieder Obergrenzen für die Zuwanderung auch aus der EU festlegen.

Der Ausländeranteil in den Schweizer Nachbarländern

EU

Gut 34 Millionen Migranten leben in der EU (ohne Kroatien) - die Quote liegt bei 6,8 Prozent. Rund zwei von fünf Ausländern sind EU-Bürger, die in einem anderen Mitgliedstaat leben. Die anderen kommen aus Nicht-EU-Staaten. Luxemburg ist Quoten-Spitzenreiter: Dort sind rund 44 Prozent Einwanderer - gefolgt von Zypern mit 20 Prozent.

Deutschland

Mit einem Ausländeranteil von rund 9 Prozent (7,2 Millionen) liegt Deutschland EU-weit im oberen Mittelfeld. Die meisten Einwanderer kommen aus der Türkei (1,6 Millionen), Polen und Italien (je rund 530 000).

Österreich

Von den rund 8,5 Millionen Einwohnern ist jeder neunte ein Ausländer (11,6 Prozent). Sie kommen vorrangig aus Deutschland (158 000), der Türkei (114 000) und Serbien (111 000).

Frankreich

Die Ausländerquote liegt bei rund 6 Prozent. Vier von zehn Migranten stammen aus Afrika, fast ebenso viele aus der EU - meist aus Portugal (495 000; Stand 2010).

Italien

Das Land hat einen Ausländeranteil von knapp 8 Prozent. Die Hälfte davon kommt aus Osteuropa - am häufigsten aus Rumänien (888 000) und Albanien (467 000; Stand 2010).

Liechtenstein

Jeder dritte der rund 37 000 Einwohner ist kein Liechtensteiner. Die Einwanderer kommen zu gleichen Teilen aus EU- und Nicht-EU-Staaten - die meisten aus der Schweiz (rund 3600).

Das könnte auch viele Bundesbürger treffen, die von einem Job in der Schweiz träumen. Rund 300 000 Deutsche leben bereits in der Alpenrepublik. Nach den Italienern bilden sie die zweitgrößte Ausländergruppe. Als Ärzte, Forscher, Manager oder Unternehmer verdienen sie hier gutes Geld. Auch etliche Friseure oder Kellner stammen aus dem „großen Kanton“ im Norden.

Viele Deutsche kämen mit guten geisteswissenschaftlichen oder technischen Ausbildungen, sagt der Geschäftsführer der Deutsch-Schweizer Handelskammer in Zürich, Ralf Bopp. Ihre Integration funktioniere „im Großen und Ganzen“ gut. Allerdings dürfe man nicht denken, die Schweiz sei ein 17. Bundesland. „Dann ist die Gefahr groß, dass man Schwierigkeiten bei der Integration hat.“

Kommentare (1)

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werner

10.02.2014, 12:29 Uhr

neutral gesehen hat man fuer die kleine aber unverschaemte schweiz ein gewisses verstaendnis,dass das kleine land nur begrenzte-durch die berge-flaechenmaessig nur eine geringe einbuergerngs kapazitaet.wenn man aber den hammer schwingt-die gesammte schweizer grenze gegen die eu dicht macht,alle europaeer abzieht,das ganze geld und die deutsche industrie abzieht duerfte auch der letzte appenzeller merken,dass dann die schweiz alleine nicht mehr lebensfaehig ist

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