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29.01.2005

15:43 Uhr

Massive Auseinandersetzung in Kiel

Hunderte Autonome greifen bei NPD-Kundgebung Polizisten an

In Kiel ist es am Samstag zu massiven Auseinandersetzungen zwischen NPD-Gegnern und der Polizei gekommen.

HB KIEL. Mehrere hundert Mitglieder der so genannten autonomen Szene hätten Polizisten angegriffen, die eine Kundgebung der rechtsextremen NPD schützten, sagte ein Sprecher der Kieler Polizei am Samstag. Die Polizisten seien mit Steinen und Flaschen von den in Grüppchen agierenden NPD-Gegnern beworfen worden. Bis zum frühen Nachmittag seien 45 Personen festgenommen worden. Mehrere Müllcontainer seien in Brand gesetzt worden. Die Polizei habe ihrerseits Wasserwerfer eingesetzt. „Es sind massive und harte Auseinandersetzungen“, sagte der Sprecher. Den Einsatz von Schlagstöcken konnte er nicht bestätigen. Rund 2000 Beamte seien im Einsatz gewesen.

Gegen Mittag hatten sich rund 300 NPD-Anhänger unter dem Motto „Gegen Multikulti und Hartz IV, das Volk sind wir“ in der Kieler Innenstadt versammelt. An einer Gegendemonstration vom „Runden Tisch gegen Rassismus und Faschismus“ hatten sich am Mittag nach Polizeiangaben rund 7000 Menschen beteiligt. Unter ihnen sollen auch teilweise die Mitglieder der autonomen Szene gewesen sein, die sich die am Nachmittag noch andauernden Auseinandersetzungen mit der Polizei lieferten. Am Vormittag war eine Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes mit rund tausend Teilnehmern unter dem Motto „Wider Gewalt - Gegen Faschismus“ ohne Zwischenfälle verlaufen.

Nach Äußerungen von NPD-Mitgliedern, die die Massenmorde der Nazis verharmlosten, ist unter den etablierten Parteien eine Diskussion über den richtigen Weg in der Auseinandersetzung mit den Rechtsextremisten entstanden. NPD-Abgeordnete hatten im sächsischen Landtag die Verbrechen des Holocaust mit der Zerstörung Dresdens durch die Alliierten im Februar 1945 gleichgesetzt. Sie sprachen von einem „Bomben-Holocaust“ der Alliierten und bezeichneten diese als „Massenmörder“. Zudem verweigerten sie sich einer Schweigeminute für die Opfer der NS-Gewaltherrschaft.

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