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23.02.2015

18:00 Uhr

Maut-Kosten für Inländer

PKW-Maut soll 3,19 Milliarden Euro einbringen

Kurz vor Beginn der Bundestagsberatungen zur Pkw-Maut liegt die lange geheim gehaltene Berechnung nun komplett auf dem Tisch. Wie hieb- und stichfest die Annahmen sind, können die Parlamentarier jetzt klären.

Wie viel kostet die Maut wirklich? Ein Verkehrsschild weist die Autofahrer auf die Mautpflicht hin. dpa

PKW-Maut

Wie viel kostet die Maut wirklich? Ein Verkehrsschild weist die Autofahrer auf die Mautpflicht hin.

BerlinBei der geplanten Pkw-Maut sollen 3,19 Milliarden Euro pro Jahr von inländischen Autobesitzern hereinkommen. Davon dürften 1,76 Milliarden Euro auf Benzin-Modelle und 1,43 Milliarden Euro auf Diesel-Fahrzeuge entfallen, wie aus der am Montag veröffentlichten Einnahmeprognose des Bundesverkehrsministeriums hervorgeht.

Deutsche Autofahrer sollen die Maut aber über eine geringere Kfz-Steuer voll ausgeglichen bekommen, so dass sie nicht zusätzlich belastet werden. Von Autofahrern aus dem Ausland erwartet das Ministerium jährlich 733 Millionen Euro. Nach Abzug eines „Sicherheitspuffers“ und der Systemkosten sollen 500 Millionen Euro für Investitionen übrig bleiben.

Kurz vor Beginn der Gesetzesberatungen im Bundestag an diesem Donnerstag werden damit weitere Details der Berechnung bekannt, die Minister Alexander Dobrindt (CSU) über Monate geheim gehalten hatte. In der Prognose geht das Ministerium davon aus, dass es jährlich rund 130 Millionen Ein- und Durchfahrten von „gebietsfremden“ Pkw auf den für sie mautpflichtigen deutschen Autobahnen gibt.

Fahrer aus dem Ausland dürften vor allem die nach Schadstoffausstoß und Hubraum gestaffelte Jahresmaut oder eine Zehn-Tages-Maut für 10 Euro kaufen. Die ebenfalls vorgesehene Zwei-Monats-Maut für 22 Euro dürfte kaum genutzt werden. Sie floss gar nicht in die Kalkulation ein.

Beim kleinen Grenzverkehr nehmen die Ministeriumsexperten an, dass überwiegend eine Jahresmaut gekauft wird und es zwei Einreisen pro Monat gibt. Prognostiziert werden Einnahmen von 164 Millionen Euro. In grenznahen Regionen gibt es Befürchtungen vor Einbußen für Wirtschaft und Tourismus, weil Besucher aus Nachbarländern von der Maut abgeschreckt werden könnten.

Grünen-Chefin Simone Peter kritisierte die zum Teil schon am Sonntag bekanntgewordenen Berechnungen. „Es muss weiterhin bezweifelt werden, dass nach dem Abzug von Verwaltungskosten unterm Strich überhaupt etwas übrig bleibt“, sagte sie den „Ruhr Nachrichten“ (Montag). Auch die Linke bezweifelte die Berechnung. Der verkehrspolitische Sprecher der Union, Ulrich Lange (CSU), sprach dagegen von einer soliden Basis. Viele Annahmen seien eher zurückhaltend kalkuliert.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Herr Manfred Zimmer

23.02.2015, 18:09 Uhr

Wenn die Maut eingeführt wird, dann sollten die Autofahrer das Geld wieder zurückerhalten, was ihnen bereits für die Straßenwartung und -ausbau in Rechnung gestellt wurde. Eigentlich haben wir Bürger die Nase voll, "alternativlos" wie eine Weihnachtsgans alljährlich ausgenommen zu werden. Es ist gut, dass die Griechen damit anfangen, die Korruption zu bekämpfen. Das dürfte auch in den Reihen der deutschen Politiker Opfer kosten. Man braucht nur den ESM-Vertrag einmal zu lesen, der weiß, dass man den Griechen nur jede Unterstützung bei diesem Kampf zu gewähren hat.

Herr mathias müller

23.02.2015, 19:42 Uhr

Jeder der daran glaubt, dass durch die Maut der Zustand der Straßen besser wird
ist Opfer einer "Gehirnwäsche" . Und das freiwillig.

Es geht nur um Mehreinnahmen in die Staatskasse und EU
Lückenlose ÜBERWACHUNG
Bürokratiemonster - noch mehr Staatsdiener für das System

Und am Ende zahlt jeder Bürger immer mehr. Für weniger Leistung.

Herr Wolfgang Trantow

23.02.2015, 20:03 Uhr

Autofahrer unbelastet? Warum lügen die Politiker ungestraft? Von den Einkommen gelangen höchsten 0,00001 Cent in den Ausbau der infrastruktur. Bevor die Maut kommt, muss das strafrecvht für Verschwendung und Lügen, sowoie die ersatzpflicht für unsere Politiker zwingend ins Gesetz kommen. Die Strafen sind sofort ohne Vergünstigung anzutreten. 
Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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