Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.01.2015

08:19 Uhr

Maybrit Illner in der TV-Kritik

Die Lage ist „durchaus sehr schlimm“

VonChristian Bartels

Eine bunte Runde diskutierte bei Maybrit Illner aufschlussreich über Islamismus als „Männerproblem“ und als Folge von „Herzenskrankheiten“, über Koran-Auslegungen und „Vollverschleierung“.

In durchweg erfreulich sachlicher Form wurde so kontrovers wie konstruktiv bei Maybritt Illner diskutiert.

In durchweg erfreulich sachlicher Form wurde so kontrovers wie konstruktiv bei Maybritt Illner diskutiert.

Es wäre eine Herausforderung für ambitionierte Talkshow-Gastgeber gewesen, den gewaltigen Diskussionsbedarf zur Entscheidung der Europäischen Zentralbank vom selben Abend aufzufangen. Maybrit Illlners ZDF-Redaktion diskutierte am Donnerstag aber unter dem Titel „Mord im Namen Allahs - woher kommen Hass und Terror?“ über islamistische Morde. In der enormen Schnelllebigkeit dieser Tage schien das Thema fast ein wenig aus der Echtzeit gefallen, zumal die Sendung langsam anlief. Es hat sich am Ende aber gelohnt.

Optisch am auffälligsten mit Bart und Sarik-Kopfbedeckung saß neben Illner der Imam Husamuddin Meyer, der, ohne Migrationshintergrund, vor über 25 Jahren zum Islam konvertiert ist und in einem Wiesbadener Gefängnis mit hohem Anteil an Muslimen als Seelsorger tätig ist. Für viele islamistische Attentate der jüngsten Zeit seien ehemalige Gefängnisinsassen „benutzt“ worden, doch seien nur Menschen, die unter „Herzenskrankheiten wie Wut, Hass, Neid, Gier“ leiden würden, anfällig für Straftaten. Er helfe seine Schützlingen, in sich zu ruhen, sagte Meyer. Der Imam zumindest ruhte in sich.

Islamistische Szene in Deutschland

Salafisten in Deutschland

Der Verfassungsschutz rechnet mehr als 43.000 Menschen zur islamistischen Szene in Deutschland. Diese ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen - vor allem durch den starken Zulauf bei der Gruppe der Salafisten, einer besonders konservativen Strömung innerhalb des Islam. Rund 7000 Leute werden inzwischen der Salafisten-Szene zugerechnet. 2011 waren es noch etwa halb so viel. Besonders stark sind die Salafisten in Nordrhein-Westfalen vernetzt.

Millitante Islamisten

Mindestens 600 radikale Islamisten aus Deutschland sind bislang in das Kampfgebiet nach Syrien und in den Irak ausgereist. Die Zahl geht seit langem kontinuierlich nach oben. Viele haben sich dort der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen.

Kämpfer kehren zurück

Etwa 200 der Ausgereisten sind inzwischen wieder in Deutschland. Aber nur von einem kleinen Teil davon – etwa 35 Personen – ist bekannt, dass sie aktiv am bewaffneten Konflikt beteiligt waren. Rund 60 Islamisten aus Deutschland sind laut Verfassungsschutz in Syrien und dem Irak gestorben. Mindestens zehn sprengten sich bei Selbstmordanschlägen in die Luft. Dies sind aber nur die bekannten Fälle.

Diese Islamisten sind gefährlich

Die Sicherheitsbehörden stufen viele Islamisten als gefährlich ein. Etwa 1000 Menschen in Deutschland werden dem „islamistisch-terroristischen“ Spektrum zugeordnet. Darunter sind 260 sogenannte Gefährder, also Menschen, denen die Polizei zutraut, dass sie einen Terrorakt begehen könnten. Die Zahl ist so hoch wie nie zuvor. Zum Teil sind auch Rückkehrer aus Dschihad-Gebieten darunter. Diese machen den Sicherheitsbehörden große Sorgen, weil sie oft radikalisiert zurückkommen - und zum Teil kampferprobt.

Neben ihm saß, selbstverständlich ohne Kopfbedeckung, Seyran Ates. Die Anwältin türkisch-kurdischer Herkunft ist bekannt als Kopftuch-Kritikerin und Mitglied der Islamkonferenz, bis sie dort von den Verbänden „rausgekickt“ wurde, wie sie sagte. Sie kritisierte nun, dass zurzeit von Verbänden und Islamgelehrten oft geäußerte Argument, islamistische Gewalttaten hätten nichts mit dem Islam zu tun. Sie haben es durchaus, meinte Ates, weil die Täter davon überzeugt sind. Schon deshalb müssten die deutschen Muslime darüber diskutieren.

Um zunächst bei Äußerlichkeiten zu bleiben: Den beiden gegenüber saßen, zwei blonde Politiker ganz ohne islamischen Hintergrund - die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner und der Grüne Jürgen Trittin. Die Rheinland-Pfälzerin Klöckner ist überregional am bekanntesten für ihre Forderung eines Burka-Verbots (mit der sie in ihrer eigenen Partei bisher nicht durchdrang) und stellte konsequent Fragen danach, wie Religion sich in einer säkularen Welt verhält.

Trittin bezeichnete auf die erwartungsgemäß gestellte Frage, ob denn nun der Islam zu Deutschland gehört, sich selber als Atheisten und fand die Formel, der Islam gehöre mittlerweile zu Deutschland, „so wie Gott sei Dank wieder das Judentum und wie schon lange das Christentum“.

Fünfter Gast war mit Guido Steinberg von der Stiftung Wissenschaft und Politik ein ungewohnt sachlich-informativer Terrorismusexperte. Ab 2006 sei in Deutschland eine einheimische islamistische Terrorszene erkennbar, sagte der Islamwissenschaftler. Das Problem sei aber „bei weitem nicht so groß“ wie in Frankreich und auch England. Doch, die Lage sei „durchaus sehr schlimm“, entgegnete Ates.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr wulff baer

23.01.2015, 09:55 Uhr

Was noch keiner sagen will:

Alle Umfragen, die sich auf die Akzeptanz der Muslime in Deutschland beziehen, entsprechen nicht der Realität, sondern sind Ergebnisse von Manipulation von Politik und der L&M-Presse.

Ich habe keine Nazis in meinem Bekanntenkreis, aber keiner von denen findet die Anwesenheit von Millionen von Moslems in Deutschland gut oder sinnvoll, denn integrieren lassen die sich nicht - sie integrieren sich nur in unsere Sozialsysteme.

Wenn ein deutscher Christ das in der Türkei machen würde, was von dieser Glaubensgruppe in Europa gemacht wird, säße der am nächsten Tag im Gefängnis oder es würde ihm schlimmeres passieren.

Die Teilnehmer der Gegenbewegungen von Pegida und Co. entsprechen auch nicht dem Durchschnitt der Originaldeutschen sondern sind Interessengruppen der grünen, linken und rote Deutschtumshasser und sonstigen politischen Verbänden.

Unsere Super-Staatsmänner Kohl und Nikotin-Schmidt waren auch noch vor einigen Jahren der Meinung, dass man diese Leute nach getaner Arbeit wieder zurückschicken müßte, weil sie sich nicht an unser Wertesystem anpassen.

Herr Günther Schemutat

23.01.2015, 10:56 Uhr

Niemand in der Illner Talkshow brachte etwas zum Vorschein, was
weiter geholfen hätte. Es gibt 3 Deutsche Frauen zum Islam konvertiert und 2 Frauen ..Mulimas die hier geboren sind, die in allen Talkshows natürlich sprachgewandt den Deutschen zeigen ,wir Frauen sind so Glücklich unter Kopftuch und Burka.

Gestern wurden diese Frauen von Trittin vertreten , der auf Kirche und Bevölkerung zeigte, die an der Islamisierung Schuld haben. Was sonst sollte von einem Hobbybotaniker kommen.

Ein Deutscher Meier seines Zeichen IMAN der im Knast Muslime bekehrt nicht
radikal zu werden, ist zwar lobenswert aber im Knast gibt es Strukturen die er nicht durchbrechen wird. Es geht um Macht,Drogen,Geld,Islamisierung.

Alles daher sinnlose Gerede!

Die Strasse wird den zukünftigen Weg Deutschlands aufzeigen.

Trittin und seine Grünen sind doch die Geburtshelfer des radikalen Islamismus bei uns. Angefangen im Kosovo und dann in Afghanistan weiter ausgebaut. Im Irakkrieg haben Teile der Friedensbewegung Geld für Amerikas Gegner gesammt um Waffen zu kaufen und um dann Amerikaner zu töten.

Mit den Twintowern hatten GRÜNE UND SPD schon vorher Hamburg zu einem Wallfahrtsort für Terroristen gemacht.

Account gelöscht!

23.01.2015, 11:42 Uhr

Sie haben meine vollste Zustimmung!
Die Medien regieren mit der anhaltend, zumindest manipulierenden, Berichterstattung dieses Amerika-hörige Staatsgebilde!!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×