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05.12.2014

06:22 Uhr

Maybrit Illner Talkshow

Vom „Affen-“und „Provinztheater“

VonChristian Bartels

Am Abend, bevor die thüringische Rot-rot-grün-Koalition den Ministerpräsidenten wählen will, pulverisierten Vertreter der drei Parteien bei Maybrit Illner alle Annahmen, diese Konstellation könnte über Thüringen hinausweisen.

Bei Maybrit Illner geht´s um die Wahl in Thüringen. Screenshot

Bei Maybrit Illner geht´s um die Wahl in Thüringen.

Manchmal lohnt es sich doch, bei Talkshows dranzubleiben, so wenigversprechend sich die Ausgangslage und der Beginn der Diskussion auch darstellen: Zunächst klang es am Donnerstagabend bei Maybrit Illner, wo mal wieder (wie dort bereits im November und im Oktober sowie zuletzt vorgestern bei Anne Will) die nun zur Wahl im Thüringer Landtag stehende rot-rot-grüne Koalition diskutiert wurde, nach Rekapitulieren eines besonders durchgenudelten Themas.

Der zur Wahl stehende Bodo Ramelow war nur auf der Wand im Hintergrund, neben einer rot eingefärbten Karl-Marx-Büste zu sehen. Mike Mohring vertrat als Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion die Ansicht, dass die Abstimmung an diesem Freitag spannend bleibe, und erläuterte kompliziert den komplizierten Schachzug seiner Partei, im ersten Ministerpräsidenten-Wahlgang keinen Kandidaten und erst in einem eventuellen dritten den früheren Rektor der Jenaer Universität, Klaus Dicke, aufzustellen. Das sei ein „überparteiliches Angebot“ für eine Regierung, die „im besten Fall aus CDU, SPD und Grünen“ bestehen sollte. Für diese Kombination fiel später der Begriff „Kenia-Koalition“.

Die Wirtschaft Thüringens

Wirtschaftskraft

Die 2,2 Millionen Einwohner erwirtschafteten 2013 ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von rund 51 Milliarden Euro. Seit der Wiedervereinigung hat es sich damit mehr als verdoppelt. Dennoch entspricht das BIP nur rund zwei Prozent der Wirtschaftsleistung Deutschlands. Nur in Bremen, im Saarland und in Mecklenburg-Vorpommern werden weniger Waren produziert und Dienstleistungen erbracht. Das BIP pro Kopf liegt bei 23.200 Euro - nur in Mecklenburg-Vorpommern ist es noch geringer.

Konjunkturlage

Im ersten Halbjahr 2014 ist die Thüringer Wirtschaft um 1,8 Prozent gewachsen. Das ist etwas mehr als der Schnitt in Deutschland. Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 7,0 Prozent. Sie ist damit geringer als der ostdeutsche Schnitt von 9,0 Prozent, aber höher als der westdeutsche Wert von 5,6 Prozent.

Industrie

Der Industrieanteil an der Bruttowertschöpfung liegt bei 26 Prozent. Er ist damit höher als etwa im benachbarten Hessen (20 Prozent), doch fällt der Exportanteil mit 32 Prozent (Hessen: 53) vergleichsweise gering aus. Ernährungsgewerbe, Metall und Fahrzeugbranche sowie der Bereich Elektrotechnik/Optik machen zusammen 57 Prozent der Industrie aus. Zu den größten Unternehmen des Landes gehören Bosch, Opel, Carl Zeiss, Jenoptik, Continental und Siemens.

Verschuldung

Der Freistaat dürfte 2014 das dritte Jahr in Folge schwarze Zahlen schreiben. Seit 2010 liegt die Gesamtverschuldung nahezu unverändert bei 16 Milliarden Euro, was rund 7300 Euro je Einwohner entspricht. Der Bundesschnitt liegt bei knapp 6600 Euro je Einwohner.

Ulrich Reitz, seit zwei Monaten neuer Chefredakteur des „Focus“, machte mit der Ansicht, dass, falls Ramelow nicht gewählt werden würde, die CDU „eine Strategiediskussion an der Hacke“ hätte, auf die AfD aufmerksam, die ebenfalls im Parlament sitzt. Schließlich hatte deren (nicht eingeladener) Thüringer Fraktionschef Mohring einmal in seltsamer Wortwahl „jungen Stürmer und voll im Saft“ bezeichnet.

Mohring wies erwartungsgemäß zurück, mit der AfD zusammenarbeiten zu wollen. Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach, der als SPD-Vertreter in der Runde saß, forderte ihn erwartungsgemäß dennoch auf, sich von der „Partei, die zum Teil rechtsradikales Gedankengut vorgetragen hat“, zu distanzieren. Daneben wurde an ältere Ministerpräsidenten-Landtagsabstimmungen erinnert, die auch spannend verlaufen waren: „Ypsilanti auf schwarz“, sagte Reitz; an den „Heide-Mörder“, an dem Heide Simonis einst scheiterte, erinnerte ein Einspieler.

Kommentare (4)

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Herr Julian Defourny

05.12.2014, 08:21 Uhr

An den Autor des Artikels:
Ein Beitrag mit einer Vielzahl von verschachtelten Sätzen. Zur Verdeutlichung syntaktischer / morphologischer Strukturen, ist die Empfehlung angebracht, besser auf die Interpunktion zu achten.

Eugen Prinz

05.12.2014, 09:51 Uhr

Weshalb wurde kein Vertreter der AfD eingeladen?

Account gelöscht!

05.12.2014, 12:52 Uhr

In der Tat: offensichtliches Affen- und Provinztheater im TV.

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