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04.09.2011

15:28 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern

Negativrekord bei Wahlbeteiligung

Nur rund die Hälfte der Wahlberechtigten in Mecklenburg-Vorpommern haben bei den Landtagswahlen ihre Stimme abgegeben. Das könnte der rechtsextremen NPD genutzt haben.

Eine Frau gibt in einem Wahllokal in Schwerin ihre Stimme ab. dpa

Eine Frau gibt in einem Wahllokal in Schwerin ihre Stimme ab.

SchwerinMit einer Beteiligung zwischen 52,0 und 53,5 Prozent haben die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern einen Negativ-Rekord im Nordosten (2006: 59,1) aufgestellt. Stimmberechtigt waren rund 1,4 Millionen Bürger.

Bei vielen Landtagswahlen der vergangenen Jahre war die Beteiligung rückläufig - in diesem Jahr gab es jedoch oft eine entgegengesetzte Entwicklung. So mobilisierte vor allem in Baden- Württemberg im Mai die Aussicht auf einen politischen Wechsel viele Wähler. Am Ende lag die Wahlbeteiligung mit 66,3 Prozent um 12,9 Punkte höher als bei der Wahl 2006. Auch bei der zeitgleich stattfindenden Landtagswahl in Rheinland-Pfalz gingen mit 61,8 Prozent (plus 3,6 Punkte) mehr Bürger zu den Urnen. Dagegen sank die Beteiligung bei der Bürgerschaftswahl in Bremen im Mai um 1,6 Punkte auf 55,9 Prozent.

Ein historischer Tiefpunkt wurde 2006 in Sachsen-Anhalt erzielt: Dort gaben nur noch 44,4 Prozent der Berechtigten ihre Stimmen ab. Das war die geringste Beteiligung bei einer Landtagswahl in Deutschland seit Kriegsende. Bei der Wahl im März diesen Jahres stieg die Wahlbeteiligung dann wieder um 6,8 Punkte auf 51,2 Prozent.

Bislang haben nur wenige Wahlberechtigte ihre Stimme abgegeben. dpa

Bislang haben nur wenige Wahlberechtigte ihre Stimme abgegeben.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern war das Interesse der Bürger zuletzt schwach ausgeprägt. Bei der Landtagswahl 2006 gaben nur noch 59,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab - in Minus von 11,5 Prozentpunkten im Vergleich zu 2002. Bei der Landtagswahl am Sonntag wurde diese Wahlbeteiligung mit voraussichtlich 52 bis 53 Prozent noch einmal deutlich unterboten. So wenige Bürger gingen in Mecklenburg-Vorpommern noch nie zu einer Landtagswahl.

Die Wahl war die erste, bei der allein in Mecklenburg-Vorpommern gewählt wird. Trotz der geringen Beteiligung mussten in etlichen Wahllokalen zusätzliche Wahlkabinen geordert werden. „Wir hatten Warteschlangen von zehn bis 15 Minuten“, sagte Jürgen Mößner, Wahlvorsteher des Wahlbezirks 45 in Neubrandenburg.

In den 171 Rostocker Wahllokalen hatten um 14 Uhr durchschnittlich 30 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Im September 2006 lag dieser Wert bei 34,3 Prozent. Auch in den Wahlkreisen der Landeshauptstadt Schwerin lag die Wahlbeteiligung bei 30 und 32 Prozent.

Die Vermutung, dass die Wahlen zu Kreistagen und Landräten sowie der Bürgerentscheid zu den Namen der neuen Großkreise mehr Wähler mobilisiere, bestätigte sich damit nicht.

Eine geringe Wahlbeteiligung spielt oft den kleineren Parteien in die Hände. Deshalb hatte Lorenz Caffier (CDU), der Herausforderer von Ministerpräsident Sellering, noch am Morgen an die Wähler appelliert: „Ich hoffe auf eine hohe Wahlbeteiligung, ein Scheitern der NPD und ein gutes Ergebnis der CDU.“

Von

dpa

Kommentare (18)

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Petra

04.09.2011, 14:06 Uhr

Hoffentlich setzt das Volk bei den Landtagswahlen ein Zeichen, damit unsere Politiker in Europa die Interessen des Volkes vertreten, daß sie auch gewählt hat. Bisher war dies ja nicht der Fall!

Die Politiker sollten die Interessen des Volkes vertreten. Nicht umgekehrt!

Pendler

04.09.2011, 15:33 Uhr

Dass Problem ist nur, dass die amtierendne Sozies nur gut sind, wenn sie das Geld verteilen können, was andere erarbeitet haben.

Darum befürworten ja die SPD /Linke, Grünen, dass wir usner Geld dem Wohlfahtsstaat und den schmarotzenden Dolce Vita Staaten in den Rachen werfen.


############ Rettet den Euro ########
Schmeißt die schmarotzednen Dolce Viat Staaten endlich aus dem Euro-Raum

HerrCramer

04.09.2011, 15:37 Uhr

Die neuen Bundesbürger haben es nicht so mit dem Wählen, ist ja auch was Neues für sie.

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