Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.09.2011

09:31 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern

Rügen-Mandat geht an die Grünen

Die Grünen haben die Nachwahl auf Rügen gewonnen. Sie hatten um Leihstimmen anderer Parteien gebeten, um der NPD noch ein vorläufiges Mandat abzunehmen. Der Plan scheiterte zu Ungunsten der SPD, die ein Mandat verlor.

Die Bundesvorsitzende der Grünen, Claudia Roth und Jutta Gerkan aus Neubrandenburg. dpa

Die Bundesvorsitzende der Grünen, Claudia Roth und Jutta Gerkan aus Neubrandenburg.

SchwerinZwei Wochen nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern steht das endgültige Ergebnis fest. Die SPD wurde mit 35,6 Prozent der Stimmen landesweit die stärkste Kraft, wie die Landeswahlleiterin in der Nacht zu Montag nach einer Nachwahl auf Rügen mitteilte. Demnach kam die CDU auf 23,0 Prozent, die Linkspartei auf 18,4 Prozent, die Grünen auf 8,7 Prozent und die NPD auf 6,0 Prozent. Die FDP wird mit einem Ergebnis von 2,8 Prozent nicht mehr im Schweriner Landtag vertreten sein. Die Piratenpartei erreichte in Mecklenburg-Vorpommern 1,9 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 51,5 Prozent.

Die Nachwahl in dem Wahlkreis auf Rügen gewannen die Grünen mit 24,8 Prozent der Stimmen. Sie hatten um Leihstimmen von anderen Parteien geworben, weil sie die Chance sahen, der rechtsextremen NPD eines der seit der Hauptwahl am 4. September vorläufigen Mandate abzunehmen. Das zusätzliche Mandat für die Grünen ging allerdings zu Lasten der SPD und nicht der NPD. Die Wahl im Wahlkreis 33 auf Rügen war verschoben worden, weil der CDU-Direktkandidat Udo Timm kurz vor der Landtagswahl am 4.September gestorben war.

Insgesamt gewannen im Vergleich zu den Landtagswahlen 2006 die SPD 5,4 Prozentpunkte, die Grünen 5,3 Prozentpunkte und die Linkspartei 1,6 Prozentpunkte hinzu. Die CDU verlor 5,8 Prozentpunkte, die FDP 6,8 Punkte und die NPD 1,3 Punkte.

Im Schweriner Landtag erhält die SPD 27 Sitze, die CDU 18 und die Linkspartei 14. Die Grünen, die erstmals im Parlament vertreten sind, gewannen sieben Mandate. Die NPD wird mit fünf Abgeordneten vertreten sein. Der Landtag wird voraussichtlich am 4. Oktober zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommen.

Nach den Sondierungsgesprächen in den beiden vergangenen Wochen will die SPD am Mittwoch entscheiden, mit wem sie Koalitionsverhandlungen aufnimmt. Sie hätte rechnerisch wie in den vergangenen fünf Jahren mit der CDU eine Mehrheit. Möglich ist jedoch auch eine Neuauflage der rot-roten Koalition, die in Schwerin zwischen 1998 und 2006 die Regierung stellte.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×