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23.01.2010

12:43 Uhr

Medienbericht

Alte Atommeiler sollen vorerst weiterlaufen

Die schwarz-gelbe Bundesregierung will laut eines Medienberichts alle 17 Atomkraftwerke vorerst weiterlaufen lassen – darunter auch die Uraltmeiler Neckarwestheim und Biblis, der eigentlich im Sommer vom Netz gehen sollte.

Das Atomkraftwerk Biblis, das im Sommer vom Netz gehen sollte. Quelle: dpa

Das Atomkraftwerk Biblis, das im Sommer vom Netz gehen sollte.

HB FRANKFURT/MAIN. Alle 17 deutschen Atomkraftwerke sollen offenbar zunächst weiterlaufen. Darauf habe sich die Bundesregierung bei einem Treffen mit den Energieversorgungsunternehmen im Kanzleramt festgelegt, berichtet das Magazin „Der Spiegel“ am Samstag vorab. Diese Regelung solle gelten, bis sich die schwarz-gelbe Regierung auf ein neues Energiekonzept verständigt habe. Dieses dürfte bis Oktober vorliegen. Über das Vorhaben der Regierung, die Atomlaufzeiten generell zu verlängern, werde erst nach der Wahl in Nordrhein-Westfalen im Mai entschieden werden.

Laut „Spiegel“ sollen auch die Uraltmeiler Neckarwestheim 1 und Biblis A, die nach dem rot-grünen Atomkonsens bald abgeschaltet werden müssten, mindestens bis Herbst weiterbetrieben werden. Um die Kraftwerke weiterlaufen zu lassen, sollen nicht verbrauchte Stromkontingente von anderen Anlagen auf die Reaktoren Neckarwestheim und Biblis übertragen werden dürfen.

Auch der Vizevorsitzende der Unionsfraktion des Bundestages, Michael Meister, wies für die beiden genannten Kraftwekre auf die Möglichkeit hin, Stromkapazitäten zu übertragen und so die Laufzeit älterer Meiler ohne Gesetzgebung zu verlängern. Nötig werden könnten dabei aber neue Sicherheitsmaßnahmen, sagte er der „Berliner Zeitung“.

Unter Leitung von Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) war am Donnerstag eine Runde von vier Kraftwerksvorständen mit Staatssekretären für Umwelt und Wirtschaft zusammengekommen. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm hatte dies am Freitag ein „Routinegespräch“ genannt, über das Stillschweigen vereinbart sei.

Bei Biblis A, das eigentlich im Sommer vom Netz gehen sollte, kann sich die hessische Umweltministerin Silke Lautenschläger sogar vorstellen, dass das Kraftwerk noch mindestens zehn Jahre lang Strom liefert. „Das ist vorstellbar“, sagte die CDU-Politikerin der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (Rhein-Main-Ausgabe).

Voraussetzung sei allerdings, dass der älteste noch genutzte Atomreaktor Deutschlands künftigen verschärften Sicherheitsstandards genüge.

Kommentare (9)

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Hubert Frey

23.01.2010, 15:12 Uhr

Wer in den Nachrichten verfolgt hat ,welche Probleme die ursprüngliche "Endlagerstätte Asse" bereitet,wird erkennen können,was der wirkliche Grund für Laufzeitenverlängerung ist.Sogar die Risiko behafteten KKW-Methusaleme sollen durch ein Geschachere mit nicht verbrauchten Kontigenten weiterlaufen.Wer weis,daß Asse durch eine politische Lügenmähr zum Endlager wurde,der weis auch daß es auf diesem Planeten kein sicheres Endlager gibt.Außer es sei denn man ändert ein vorgegebenes Programm und betreibt die Atommeiler bis zum jüngsten Tag auch als Endlager für Radioaktivmüll.Schön, wenn als Nebenbeiprodukt in gewissem Rahmen ,noch die Sanierung der Staatskasse durch eine 50prozentige Abgabe möglich ist.Häßlichlich das Szenario welches mehr und mehr an Ausdruck gewinnt------nur weil gewisse Kreise unserer Gesellschaft Genügsamkeit und Vernunft nicht kennen-- mit "Geldgeilheit" und "Machtgier" das Leben dirigieren

Wolfgang Kreimeier

23.01.2010, 17:09 Uhr

Na,das wird dann ja wohl wieder erhebliche Mittel in die Kriegkasse der schwarzen und gelben Partei spülen.

Jonas

23.01.2010, 18:12 Uhr

Kaum ist die CDU unbehindert von der SPD am Drücker, schon kommt die alte Schizophrenie der Ewiggestrigen Erzkapitalisten wieder durch:

Auf der einen Seite wollen sie sofort ihren Amigos mehr Reibach bescheren auf Kosten des Risikos der Gesellschaft, in dem die maroden Atommeiler durchlaufen dürfen,

auf der anderen Seite sperrt sich der CDU-bürgermeister von braunschweig sofort gegen die Firma, die an ihrem Standort in braunschweig den Atommmüll der Asse verpacken will.

Klassische blindheit der Konservativen, auf der einen Seite AKWs laufen lassne, auf der anderen Seite den Atommmüll nicht haben wollen, den sie produzieren.

Kann die bitte mal jemand wegen Schizophrenie in die Psychatrie stecken...

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