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27.10.2012

15:12 Uhr

Medienbericht

„BR“-Beitrag nach Anruf von CSU-Sprecherin gestrichen

War der Anruf aus der CSU kein Einzelfall? Laut „SZ“ nahm der Bayerische Rundfunk voriges Jahr nach Eingreifen der Sprecherin von Markus Söder einen Beitrag aus dem Programm. Dieser will davon nichts gewusst haben.

Sollte nicht im Fernsehen kommen: Finanzminister Markus Söder (CSU). dapd

Sollte nicht im Fernsehen kommen: Finanzminister Markus Söder (CSU).

München/BerlinDer Bayerische Rundfunk (BR) hat einem Medienbericht zufolge im März 2011 einen Fernsehbericht über den heutigen Finanzminister Markus Söder (CSU) nach einer Intervention von dessen Sprecherin aus dem Programm genommen. Söders Sprecherin Ulrike Strauß habe bei dem öffentlich-rechtlichen Sender angerufen, um „anzumerken“, dass ein BR-Beitrag „nicht sachgerecht gewesen“ sei, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ am Samstag. Sie zitierte einen weiteren Sprecher des Ministers, Thomas Neumann.

Der Beitrag beschäftigte sich nach „SZ“-Angaben sechs Tage nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima mit Äußerungen Söders, der damals als Umweltminister amtiert hatte, zur Sicherheit des Atomkraftwerks Isar I. Der BR habe Äußerungen Söders aus der Zeit vor dem Reaktorunglück gezeigt, in denen dieser betont habe, die Anlage sei sicher. Dagegen stellte der Sender den Angaben zufolge eine Äußerung Söders nach dem Unglück, in der er angegeben habe, Isar I sei doch nicht ausreichend gesichert.

Der BR bestätigte dem Bericht zufolge, dass der kritisierte Beitrag am 17. März 2011 in der Frühausgabe der Nachrichtensendung „Rundschau“ gelaufen sei. Dass er später nicht mehr gesendet worden sei, habe allein journalistische Gründe gehabt. Laut „SZ“ rief Strauß zunächst in der Redaktion und dann bei Redaktionsleiter Peter Marder zu Hause an. Dieser habe bestritten, von Strauß unter Druck gesetzt worden zu sein. Neumann antwortete demnach auf die Frage, ob Strauß gefordert habe, den Beitrag zu kippen: „Das kann ich Ihnen nicht sagen.“

Kurz darauf nahm Strauß Stellung zu den Vorwürfen. Sie habe „eigenständig entschieden“, beim BR anzurufen, sagte sie der „Welt am Sonntag“. „Ich hatte keinen Auftrag und habe niemanden informiert.“ Außerdem habe sie nicht gedroht, ergänzte Strauß.

Kommentare (22)

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Account gelöscht!

27.10.2012, 10:35 Uhr

"Die SPD forderte am Freitag den Rückzug der CSU-Spitze aus den ZDF-Gremien."

Die Forderung geht nicht weit genug!
Was haben Politiker in den Gremien der Rundfunksender zu suchen?

Durch die Posten, die dort vergeben werden ist die Einflussnahme überhaupt erst möglich. Unabhängiger Journalismus sieht anders aus.

Der öffentlich rechtliche muss dringend neu geordnet werden. Weg von Parteienjournalismus hin zu objektiver Berichterstattung.

Die Feigenblätter von ARD und ZDF werden ins Nachtprogramm verschoben, zur guten Sendezeit kommen Einheitsbrei und Eichgespühltes alà Will und Co.

Monika

27.10.2012, 10:35 Uhr

Wir alle kennen das Abstimmverhalten in der Eurokrise von Herrn Dobrindt. Schon danach konnte er sich offensichtlich nicht mehr an seine Zustimmung erinnern und wetterte in der für ihn gewohnten Art gegen Griechenland.

Woher die plötzliche Amnesie? Oder ist es der Stil eines Dobrindts nicht zu dem zu stehen, was er gesagt oder getan hat. Verantwortung übernehmen und Integrität sind offensichtliche Fremdworte für Herrn Dobrindt.

Nun ist nicht auszuschließen, dass es in der CSU-Affäre um Strepp ähnlich gelaufen ist.

Zu Strepps Art passt das jüngste Vorgehen gegenüber dem ZDF nicht. Strepp war dort bisher „vernünftig“ in Erscheinung getreten. Wer hat Strepp derart unter Druck gesetzt, beim ZDF zu intervenieren?

Zu einem Alexander Dobrindt würde das schon passen, dass er plötzlich an Amnesie leidet. Glaubwürdigkeit scheint ohnehin ein Fremdwort für ihn zu sein. Was er zu Strepp gesagt hat, weiß wohl nur er oder Strepp.

Dobrindt ist mehr als beschädigt. Er verkörpert den Posten eines unglaubwürdigen Generalsekretärs.

Für die CSU eine Belastung und für Seehofer brandgefährlich. Lässt er Dobrindt im Amt, wird ihn dies vielen Wählerstimmen und eine lange Diskussion bis zu den Wahlen im September 2013 einbrocken.



Fortsetzung...

DonMaffioso

27.10.2012, 10:37 Uhr

Es hat sich nichts geändert. Diese Partei ist nicht wählbar.
Mia san mia, do kannt ja jeder kemma.

"Der Mob" von Dagobert Lindlau hat noch immer seine Gültigkeit.

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