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14.03.2012

23:13 Uhr

Medienbericht

Bundesinnenminister will Verdi-Einigung im März

Bundesinnenminister Friedrich ist laut Medienbericht enttäuscht über den Stand der Verhandlungen für die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst. Ohne Einigung droht eine neue Streikwelle.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich dapd

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich

Straubing / Potsdam Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hofft auf eine Einigung in der nächsten Verhandlungsrunde für die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst. Zwar sei er enttäuscht, dass die Gewerkschaft auf das Angebot der Arbeitgeber nicht eingegangen sei, sagte Friedrich dem „Straubinger Tagblatt“ laut Vorabbericht. „Ich will gleichwohl in der dritten Verhandlungsrunde am 28./29. März zu einer Einigung kommen und zwar ohne Schlichtung oder Erzwingungsstreiks“, sagte der CSU-Politiker. Es sei Aufgabe der Sozialpartner, gemeinsam ein Ergebnis zu finden.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fordert für die Beschäftigten 6,5 Prozent mehr Geld bei einem Jahr Laufzeit. Die Arbeitgeber haben 3,3 Prozent bei zwei Jahren Laufzeit angeboten.

Diese Woche erhöhte die Gewerkschaft Verdi den Druck in den Tarifverhandlungen für die rund zwei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Verdi-Chef Frank Bsirske kündigte am Dienstag nach der zweiten Tarifrunde in Potsdam eine neue Warnstreikwelle an.

Das am Montag vorlegte erste Angebot der Arbeitgeber bezeichnete er im Hinblick auf Höhe, Laufzeit und Struktur als nicht akzeptabel. „Es programmiert Reallohnverlust“, sagte Bsirske. Der Deutsche Beamtenbund kündigte an, in der kommenden Woche sei mit einer massiven Ausweitung der Warnstreiks zu rechnen.

Verdis Ziel ist ein Kaufkraftzuwachs, nachdem die Angestellten im öffentlichen Dienst in den vergangenen Jahren Reallohnverluste hinnehmen mussten. Dies aber verweigern die Arbeitgeber, hieß es. „Wir werden jetzt die Antwort aus den Betrieben geben müssen, um die Arbeitgeber dazu zu bewegen, ihre Position zu bedenken“, sagte Bsirske. Ohne deutliche Zugeständnisse drohe ein großer Arbeitskampf im öffentlichen Dienst.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

14.03.2012, 23:58 Uhr

Verdi sollte noch einmal draufsatteln. Bei 3 Prozent Inflation in diesem und im nächsten Jahr plus kalter Progression würden selbst 6,5 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 2 Jahren keinen realen Zuschlag bedeuten. Die Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst brauchen echte Lohnzuwächse. Wer sich einmal das erbärmliche Gehalt von z.B. Polizisten anschauen möchte, hier die Tabelle und der Rechner. Für einen 35jährigen gilt ungefähr die Stufe 5:

http://www.der-oeffentliche-sektor.de/infoundrat/infothek/754

http://oeffentlicher-dienst.info/beamte/nw/

sterbende_demokratie

15.03.2012, 09:16 Uhr

@Ron777
Sie haben ja grundsätzlich recht.
Generell wird im öffentlichen Dienst vergleichsweise zu wenig gezahlt.

Allerdings, warum denken alle bei "öffentlichem Dienst" immer nur an die Beamten????

Die Angestellten im öffentlichen Dienst verdienen doch noch weit aus weniger.
Streng betrqachtet -innerhalb der vergleichbaren Stufen- zumindest deutlich weniger netto als der vergleichbare Beamte! Dazu kommen noch die ganzen Zulagen die Beamte auch noch erhalten, die werden ja dann immer gerne unter den Tisch geschwiegen!

Verglichen mit den Angestellten des öffentlichen Dienstes leben die Beamten noch richtig gut.

Hinzu kommt das die "feinen Gewerkschaften" seinerzeit mit der Zustimmung zur Umstellung von BAT auf TVÖD die Angestellten restlos verkauft haben! Der TVÖD ist die größte Verarsche an den Angestellten die jemals unter freundlicher Mitwirkung der Gewerkschaften umgesetzt wurde!

Man schaue sich doch nur die Angestelten-Gehaltstabellen von Bund/Komunen an, das grenzt (zum Beispiel beim mittlerern Dienst) doch schon fast an den Niedriglohnsektor. Für das Geld finden Sie doch heute nicht mal mehr eine Putzfrau!

Und da wundert sich der Bürger das die Leute im öffentlichen Sektor einfach keinen Bock mehr haben?
Und das zu einer Zeit in der sich der öffentliche Sektor vor steigenden Steuereinnahmen kaum noch retten kann!

Für die eigenen Mitarbeiter hat Deutschland kein Geld mehr aber für krimminelle Banken und Nachbarländer!

dyndre53

15.03.2012, 09:39 Uhr

Herr Friedrich hat gestern erst im geheimen Volksverräterzirkel zu Berlin den ESM-Pakt mitunterzeichnet oder hab ich etwa was verpaßt?! WOOOO soll denn da der reale Inflationsausgleich für mich als BuPo für die nächsten 2 Jahre herkommen! Von den realen Einkommenssenkungen in den letzten Jahren unter ihm und seinen Vorgängern rede ich noch gar nicht!
Ich werde IHM jedenfalls nicht den brennenden Arsch retten, wenn die Leute demnächst auf die Strasse gehen.

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