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15.09.2012

12:22 Uhr

Medienbericht

Bundesregierung stellt sich gegen EU-weite Frauenquote

„Nicht der richtige Weg“: Zwei Ministerinnen wenden sich im Namen der Bundesregierung gegen eine rechtlich bindende, für die EU geltende Frauenquote. Damit steht das Vorhaben von Justizkommissarin Reding vor dem Aus.

Gemeinsam gegen eine Frauenquote: Kristina Schröder (l.) und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. dpa

Gemeinsam gegen eine Frauenquote: Kristina Schröder (l.) und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

BerlinDie Bundesregierung will nach einem Zeitungsbericht die Einführung einer Frauenquote für Unternehmensführungen durch die Europäische Union (EU) verhindern. In einem gemeinsamen Brief von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) und Familienministerin Kristina Schröder (CDU), der der „Süddeutschen Zeitung“ vorliegt, heißt es: „Eine rechtlich bindende Vorgabe der Europäischen Union für eine Quote sehen wir (...) nicht als den richtigen Weg an.“

Die Quote werde „weder den unterschiedlichen Ausgangsbedingungen in den EU-Mitgliedstaaten noch den branchenspezifischen Bedürfnissen der Unternehmen gerecht“. Der Brief ist dem Bericht zufolge an den britischen Wirtschaftsminister Vince Cable adressiert. Großbritannien bemüht sich unter Federführung von Cable seit längerem, die von der EU-Justizkommissarin Viviane Reding geplante Frauenquote zu verhindern. In ihrem Brief schreiben die beiden deutschen Ministerinnen: „Wir begrüßen und unterstützen (...) ausdrücklich die Initiative Großbritanniens“, gegenüber der Europäischen Kommission noch einmal die Gründe für die Ablehnung der Quote darzulegen.

Am 4. September hatten sich in Brüssel Vertreter von Staaten getroffen, die eine EU-Frauenquote kritisch sehen. Dabei sprachen sich neben Großbritannien auch Bulgarien, Tschechien, Dänemark, Ungarn, Litauen, Malta, die Niederlande, Schweden und Slowenien gegen Redings Quoten-Vorschlag aus. Der deutsche Vertreter hatte sich bei dem Treffen noch der Stimme enthalten. Mit dem Brief der beiden Ministerinnen hat sich nun auch Deutschland offen auf die Seite der Quoten-Gegner gestellt.

Redings Entwurf sieht vor, dass börsennotierte Unternehmen bis 2020 mindestens zwei von fünf Aufsichtsratsposten mit dem „jeweils unterrepräsentierten Geschlecht“, meist also Frauen, besetzen sollen. Firmen mit staatlicher Beteiligung sollen die Quote bereits 2018 einführen. Betriebe, die die Auflagen nicht einhalten, werden bestraft. Die Vorschrift soll nur für Unternehmen gelten, die mehr als 250 Mitarbeiter beschäftigen und über 50 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften.

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Deutschland und die zehn Staaten, die sich bereits Anfang September gegen eine EU-Quote gestellt haben, verfügen in Brüssel zusammen über eine Sperrminorität – Reding wird ihre Quote damit voraussichtlich nicht durchsetzen können.

Von

dpa

Kommentare (9)

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Badgirl

15.09.2012, 11:20 Uhr

Sehr gut! Ich lasse mir meine Erfolge doch dadurch nicht nehmen, dass ein paar "entsorgte" Politikerinnen, wie in Norwegen, schnell mal in den Aufsichtsrat wechseln können. Ich habe es ganz allein von der Azubine in einer Bank in eine Führungspostion in einem MDAX-Unternehmen geschafft und habe wirklich keine Lust von nun an als "Quotenfrau" beleidigt zu werden...

Account gelöscht!

15.09.2012, 12:08 Uhr

Wenn nur alle so denken würden wie Sie. Leider geht es den meisten Menschen nicht um Chancengleichheit, mit der Sie Erfolg hatten, sondern um Gleichstellung. Dieser Unterschied verwässert leider immer mehr.

Account gelöscht!

15.09.2012, 12:16 Uhr

Völlig richtig
Die Quote ist die größte Beledigung für Frauen. Wann begreifen das eigetliche diese fanatischen Feministinnen?
Ich hab mal vor Jahren in einem Konzern gearbeitet, wo wir so etwas immer Hochschlafen nannten, wenn da plötzlich irgend so eine Maus in betimmter Position saß für die sie gar nicht geeignet war.
Es gab gestern gute Frauen, es gibt sie heute und es wird sie morgen geben.
Ganz einfach weil sie gut sind.
Das Drecknest Brüssel muß endlich aufgeräumt wrden, dann geht es allen besser
Dieser Quotenquatsch, den ja diese Reding plant, stand vor kurzem schon mal hier im HB
Ich habe daraufhin dieser Reding eine sehr unfreundliche Mail geschickt

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