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17.11.2012

11:50 Uhr

Medienbericht

CDU-Spitze liebäugelt mit Grün

Während die Grünen fleißig einer Zusammenarbeit mit der Union Absagen erteilen, kommen aus der CDU andere Töne. Norbert Röttgen kann sich das durchaus vorstellen. Schließlich seien sich die Parteien näher gekommen.

Ex-Umweltminister Röttgen kann sich Schwarz-Grün vorstellen. dapd

Ex-Umweltminister Röttgen kann sich Schwarz-Grün vorstellen.

BerlinAus der CDU-Spitze kommen Gedankenspiele über eine Koalition mit den Grünen. Parteivize Norbert Röttgen und der nordrhein-westfälische (NRW) Landesvorsitzende Armin Laschet bezeichneten in Interviews anlässlich des Grünen-Parteitags ein solches Regierungsbündnis nach der Bundestagswahl im kommenden Jahr als möglich. "Schwarz-Grün sollten wir nicht ausschließen", sagte der designierte stellvertretende CDU-Vorsitzende Laschet der "Welt am Sonntag". In der Außen- und Europapolitik gebe es viele Übereinstimmungen. Auch in der Energiepolitik seien sich Union und Grüne nähergekommen, sagte Laschet dem Vorabbericht zufolge. Er forderte zugleich, die Grünen müssten sich auch inhaltlich und nicht nur personell modernisieren. Allerdings sei die Wahl von Katrin Göring-Eckardt zu Grünen-Spitzenkandidatin "ein Zeichen, dass sich die Grünen nicht mehr an die SPD ketten und aus der babylonischen Gefangenschaft ausbrechen wollen".

Das Interview fand dem Blatt zufolge in dem italienischen Restaurant in Bonn statt, in dem in den 1990er Jahren junge Angeordnete von CDU und Grünen zur sogenannten "Pizza-Connection" zusammenfanden. Laschet gehörte ebenso dazu wie Röttgen, dessen Nachfolger als Bundesumweltminister Peter Altmaier und der derzeitige Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir.

Röttgen sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus", er habe in vielen Gesprächen mit Grünen "festgestellt, dass sich diese neue Generation von Politikern über Parteigrenzen hinweg gut verstehen kann, auch in kultureller, gesellschaftlicher und habitueller Hinsicht". Die aktuellen Abgrenzungsversuche von Grünen und Unionspolitikern hält er für unglaubwürdig. "Die Intonierung dieser Lagerdebatte, die jetzt stattfindet, erinnert mich eher an einen Schaukampf", sagte Röttgen, der nach der Wahlschlappe in NRW im Mai sein Amt als CDU-Landeschef niedergelegt und den Posten des Bundesumweltministers verloren hatte.

Die frisch gekürten Grünen-Spitzenkandidaten Göring-Eckardt und Jürgen Trittin hatten am Freitag ihre Partei mit Angriffen auf Bundeskanzlerin Angela Merkel auf den Bundestagswahlkampf eingestimmt und einer Zusammenarbeit mit der Union eine entschiedene Absage erteilt. Die Grünen-Vorsitzenden Özdemir und Claudia Roth wollten sich auf dem Parteitag in Hannover am Samstag zur Wiederwahl stellen.

Von

rtr

Kommentare (16)

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zappenduster

17.11.2012, 12:59 Uhr

Hat der Wahlverlierer Röttgen noch etwas zu sagen im Kanzlerwahlverein. Der CDU gehen soetwas von die Muffen -da ohne Koalitionspartner- dass es schon lachhaft ist.

Account gelöscht!

17.11.2012, 13:36 Uhr

CDU will lieber mit Grün regieren. Das politische Gesamt-Spektrum wäre dann breiter. Aber auf auswanderne Milliarden müssen sie besser aufpassen ... Ein Datenabgleich führte die Ermittler dann allein in Mittelfranken zu 73 »Stütze-Empfängern«, gegen die dann auch die Staatsanwaltschaft wegen Betruges ermittelte.

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/udo-ulfkotte/sozialhilfebetrug-milliardenschaeden-durch-betruegerische-migranten.html

Radiputz

17.11.2012, 13:45 Uhr

"Gesellschaftlich, kulturell, habituell" ist Roetgen und Genossen längst ein "Grüner" und ein grünes U-Boot in der Union. Dass er sich nun als ein solches outet, ist immerhin ein Stück Selbsterkenntnis, die dann auch dahin führen sollte, dass er selbst ein "Grüner" wird, wie weiland z.B. aus einem einem FDP-Politiker Günter Verheugen ein überzeugter SPD´ler wurde

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