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21.05.2013

11:04 Uhr

Medienbericht

Entwicklungshelfer im Visier des Fiskus

Die Steuerfahndung hat ein Auge auf die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) geworfen. Entwicklungshelfer sollen durch illegale Tricks jahrelang weder im Ausland noch in Deutschland Steuern gezahlt haben.

Tanja Gönner führt die GIZ. Sie sucht eine „politische Lösung“. dpa

Tanja Gönner führt die GIZ. Sie sucht eine „politische Lösung“.

Stuttgar/FrankfurtDie Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist nach einem Zeitungsbericht ins Visier der Steuerfahndung geraten. Wie die „Stuttgarter Zeitung“ (Dienstag) berichtete, zahlten ins Ausland entsandte Entwicklungshelfer dank eines Tricks jahrelang weder dort noch in Deutschland Steuern. Immer mehr GIZ-Mitarbeiter erhielten nun Nachforderungen, insgesamt gehe es um viele Millionen Euro. Aufgrund einer Strafanzeige wegen Anstiftung zur Steuerhinterziehung sei auch die Staatsanwaltschaft aktiv, schreibt das Blatt.

Die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Doris Möller-Scheu, wollte das weder bestätigen noch dementieren. „Ich kann dazu nichts sagen“, sagte sie am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. GIZ-Sprecherin Anja Tomic bestritt gegenüber dpa die Vorwürfe: „Die GIZ und die GIZ-Mitarbeiter halten sich an die bestehende Rechtsprechung in Deutschland und den anderen Ländern.“

Es gebe sehr unterschiedliche Doppelbesteuerungsabkommen, die in einigen Fällen dazu führten, dass Entwicklungshelfer nicht steuerpflichtig seien. Zu angeblichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sagte Tomic: „Davon ist mir nichts bekannt. Ich gehe davon aus, dass es sie nicht gibt.“

Die GIZ wird von der früheren baden-württembergischen Landesministerin Tanja Gönner (CDU) geführt. Gönner und der GIZ-Vorstand suchen der Zeitung zufolge „eine politische Lösung“.

Von

dpa

Kommentare (5)

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21.05.2013, 11:15 Uhr

Erinnert mich alles an die DDR...hier werden bestimmt auch bald Schmetterlinge ohne Umweltplakette verfolgt.

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21.05.2013, 11:21 Uhr

Vorbild für Steuerhinterziehung war wohl der Chef des Entwicklungsministerium unser Niebel. Sein Versuch einen wertvollen Teppich unversteuert über staatlichen Luftransport zu transportieren flog auf.

Aber mal im Ernst, warum Entwicklungshelfer besteuern,ihr Job in einem fremden Land als Botschafter Deutschlands ist genauso wertvoll wie die Außenpolitik von Westwerwelle die aber ständig Zweifel aufwirft. Westwelle muss auch keine Steuern zahlen, warum denn tüchtige Entwicklungshelfer?

Account gelöscht!

21.05.2013, 11:30 Uhr

Wann werden denn ganzen EU-Beamten besteuert?

Da gibts wohl (leider völlig legal) bei vielen sehr großzügige Freibeträge.

Aber das sind wohl alles Krähen aus dem selben Nest...

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