Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.09.2013

23:23 Uhr

Medienbericht

Ex-Post-Vorstand schrieb Steinbrück-Erpresserbrief

Einem Drohbrief zufolge hatte die Familie Steinbrück vor Jahren eine illegale Putzhilfe. Den SPD-Kanzlerkandidaten will die Staatsanwaltschaft deshalb nicht belangen - wohl aber den Verfasser. Der scheint nun gefunden.

Vor 14 Jahren soll im Hause Steinbrück eine Putzhilfe illegal gearbeitet haben. Wer das enthüllen wollte, ist nun bekannt. dpa

Vor 14 Jahren soll im Hause Steinbrück eine Putzhilfe illegal gearbeitet haben. Wer das enthüllen wollte, ist nun bekannt.

MünchenDie Staatsanwaltschaft Bonn hat im Fall des Erpresserbriefs an SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück offenbar die Identität des Absenders geklärt: Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge soll der ehemalige Post-Vorstand Hermann Ude den Brief an Steinbrücks Ehefrau Gertrud geschickt haben.

Unter Berufung auf Kreise berichtet die "SZ", die Staatsanwaltschaft ermittle wegen des Verdachts auf versuchte Nötigung. Anlass für den Brief sollen demnach politische Reden Steinbrücks gewesen sein: Ude habe sich dabei über Äußerungen über die Ausbeutung von Geringverdienern geärgert.

In dem Brief wurde Steinbrück und seiner Ehefrau Gertrud vorgeworfen, vor 14 Jahren eine Putzfrau illegal beschäftigt zu haben. Der Schreiber drohte damit, dies öffentlich zu machen, falls Steinbrück nicht auf die Kanzlerkandidatur verzichtet. Steinbrück und seine Frau wiesen die Vorwürfe entschieden zurück und erstatteten Anzeige gegen Unbekannt.

SPD-Kanzlerkandidat: Staatsanwaltschaft schließt Ermittlungen gegen Steinbrück aus

SPD-Kanzlerkandidat

Staatsanwaltschaft schließt Ermittlungen gegen Steinbrück aus

Für Peer Steinbrück haben die Vorwürfe aus dem Erpresserbrief kein juristisches Nachspiel. Die Familie habe vor 14 Jahren eine Putzfrau illegal beschäftigt, hieß es. Nun schloss die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aus.

Am Montag hatte sich der Briefschreiber bei der Staatsanwaltschaft gemeldet. Er habe den Brief zwar in einem Augenblick momentaner Verärgerung über Steinbrück geschrieben, ihn dann aber nicht abschicken wollen. Er sei irrtümlich in die Post geraten.

Die Putzfrau, um die es in dem Drohbrief geht, arbeitet der "SZ" zufolge heute unter anderem im Haushalt Udes. Der Manager, der bis 2011 bei der Deutschen Post im Vorstand für das Frachtgeschäft zuständig war, galt als einer der engsten Vertrauten des früheren Post-Chefs Klaus Zumwinkel.

Dem "SZ"-Bericht zufolge geht die Staatsanwaltschaft Bonn derzeit davon aus, dass Ude den Brief allein geschrieben hat und niemand davon wusste. Eine ungenannte Quelle behaupte demnach allerdings, schon Mitte August sei in konservativen Kreisen über einen solchen Vorwurf gegen Steinbrück gesprochen worden. Auch da sei es um einen Brief und eine angeblich illegale Beschäftigung im Haushalt von Steinbrück gegangen. Udes Umgebung dementiere diese Behauptung. Hermann Ude will, wie verlautete, einen Entschuldigungsbrief an das Ehepaar Steinbrück schreiben.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

holzie

13.09.2013, 23:03 Uhr

also offensichtlicher geht es nicht mehr, eine schwarz-gelbe Intrige ist gescheitert..

Pep

14.09.2013, 00:14 Uhr

Die Liechtensteiner Steuer-Affäre um den früheren Post-Chef Zumwinkel hatte nach Angaben des Datendiebes Heinrich Kieber wesentlich grössere Ausmaße. Insgesamt verfügte er über Daten von 3929 Stiftungen, Gesellschaften und Trusts sowie von 5828 natürlichen Personen, sagte Heinrich Kieber. Darunter seien „46 PEP – politisch exponierte Personen“ wie der langjährige Post-Chef Zumwinkel. Dessen Steuerbetrug wurde mit Hilfe von Kiebers Informationen aufgedeckt. „Zu meiner Überraschung bislang der einzige PEP, dessen Fall zumindest teilweise öffentlich wurde“, sagte er.

Haha

14.09.2013, 09:40 Uhr

Sie sollten bei diesem Beitrag auch die Bilder der betroffenen Personen gleich mit veröffentlichen damit wir Leser uns auch ein Bild von der ehrenwerte Elite unseres Landes machen können.
Vielleicht auch einen Lebenslauf von Herrn Ude, welche Ämter er schon inne hatte und wie viel Geld er dafür bekommen hat.
Auch die Putzfrau ist interessant, wer ist sie? woher? Warum war die in beiden Haushalten?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×