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25.08.2013

12:04 Uhr

Medienbericht

Landgericht will Anklage gegen Wulff zulassen

Eröffnet das Landgericht Hannover irgendwann noch mal den Strafprozess gegen Christian Wulff oder nicht? Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ könnten die Richter der Anklage diesen Montag schon stattgeben.

Bei den Vorwürfen gegen Wulff geht es um einen Oktoberfest-Besuch mit Hotelübernachtung im Jahr 2008, dessen Kosten Groenewold zum Teil übernommen haben soll. dpa

Bei den Vorwürfen gegen Wulff geht es um einen Oktoberfest-Besuch mit Hotelübernachtung im Jahr 2008, dessen Kosten Groenewold zum Teil übernommen haben soll.

BerlinDas Landgericht Hannover will nach Informationen der „Bild am Sonntag“ der Anklage gegen Christian Wulff und den Berliner Filmproduzenten David Groenewold stattgeben. Ob es aber wirklich zu einem öffentlichen Prozess komme, sei noch offen, schreibt das Blatt unter Berufung auf Justizkreise. Das Gericht, dessen Entscheidung für diesen Montag erwartet werde, wolle den Anwälten vorschlagen, mit der Zahlung einer Geldauflage die Einstellung des Verfahrens zu erwirken.

Der Anwalt Groenewolds, Christian-Oliver Moser, sagte dazu der dpa am Sonntagabend: „Wir wissen weder etwas von einem Deal noch was das Gericht am Anfang der Woche entscheidet.“ Wulffs Anwalt Gernot Lehr war zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Staatsanwaltschaft Hannover hatte Wulff am 12. April wegen Bestechlichkeit angeklagt. Einen Deal hatten der Ex-Bundespräsident und der Filmproduzent seinerzeit abgelehnt. Für eine Beendigung des Verfahrens hatte die Staatsanwaltschaft von Wulff 20.000 Euro und von Groenewold 30.000 Euro verlangt.

Das Landgericht wolle den Vorwurf der Bestechlichkeit, den die Staatsanwälte gegen Wulff erhoben haben, auf den Vorwurf der Vorteilsnahme herabstufen, schreibt die „Bild am Sonntag“. Das dürfte auch die Höhe der Geldauflage reduzieren.

Bei den Vorwürfen gegen Wulff geht es um einen Oktoberfest-Besuch mit Hotelübernachtung im Jahr 2008, dessen Kosten Groenewold zum Teil übernommen haben soll. Wulff, damals niedersächsischer Ministerpräsident, wusste davon nach eigenen Angaben nichts.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Groenewold Wulff motivieren wollte, beim damaligen Siemens-Chef Peter Löscher für eines seiner Filmprojekte um Geld zu werben, was Wulff später auch tat. Als Bundespräsident war Wulff im Februar 2012 zurückgetreten.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Esnervt

25.08.2013, 12:28 Uhr

Lasst doch den Mann endlich in Ruhe !
Reicht es nicht schon ?

Micha

25.08.2013, 12:34 Uhr

Schon George Orwell erkannte, daß manche Tiere eben gleicher sind als andere!
Macht der "Normalbürger" bei der Steuererklärung mal einen kleinen Fehler, was durch die Komplexität des Deutschen Steuerrechts selbst Steuerberatern und Finanzbeamten passiert (!), wird gleich vorsätzliche Steuerhinterziehung vermutet und das SEK steht vor der Tür! Noch schlimmer die Betriebsprüfungen des FA. Hier wird von potentiellen Steuerhinterziehern ausgegangen.
Wie gesagt, manche Tiere sind gleicher als andere!

nixahnung

25.08.2013, 12:58 Uhr

das passiert politikern, wenn sie versuchen, gegen banken und pressevorstellungen, etwas fürs volk zu tun. Hat in diesem fall schon verbal gereicht.

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