Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.04.2012

14:26 Uhr

Medienbericht

Pirat verzichtet nach NSDAP-Vergleich auf Kandidatur

Der Pirat Martin Delius hat den rasanten Aufstieg seiner Partei mit dem der NSDAP verglichen. Auf seinem Blog erklärt er sich, zieht aber gleichzeitig laut Medienberichten seine Kandidatur für den Bundesvorstand zurück.

Der Abgeordnete der Piratenpartei, Martin Delius, hat mit seinem NSDAP-Vergleich hohe Wellen geschlagen. dpa

Der Abgeordnete der Piratenpartei, Martin Delius, hat mit seinem NSDAP-Vergleich hohe Wellen geschlagen.

FrankfurtDer andauernde Streit über rechtsextreme Äußerungen bei den Piraten erhöht den Druck auf die Parteispitze. Vor allem die Aussage des Berliner Fraktionsgeschäftsführers Martin Delius schlägt derzeit Wellen. Gegenüber dem „Spiegel“ sagte er: „Der Aufstieg der Piratenpartei verläuft so rasant wie der der NSDAP zwischen 1928 und 1933.“ Auf seinem Blog dementiert Delius seinen Vergleich nicht, erläutert ihn aber: „Das Zitat ist mir wirklich so passiert und war der Schlusssatz einer Ausführung zum derzeitigen beispiellosen Wachstum der Partei. Die Aussage, dass es in unserer Demokratie keine andere Partei mit so einem extremen Erwartungsdruck und Mitgliederwachstum gibt und gab, stand davor.“

Der Fraktionsgeschäftsführer betont, dass die beiden Parteien nicht vergleichbar seien: „Wir haben keine strukturellen inhaltlichen oder historischen Gemeinsamkeiten. Das wollte ich auch nie andeuten.“ Ihm tue der Vergleich, „so wie er zitiert wurde“, leid. Laut „Spiegel Online“ will Delius nun seine Kandidatur als politischer Geschäftsführer im Bundesvorstand zurückziehen.

Den Posten hat derzeit noch Marina Weisband inne, die sich aber aus dem Politik-Betrieb zurückziehen will, um sich ihrer Diplom-Arbeit zu widmen. Weisband selbst sorgte vor Kurzem auch für Schlagzeilen: Sie brach kurz vor Beginn der Talkshow „Maybritt Illner“ zusammen. Ein Notarzt brachte sie ins Krankenhaus, das sie jedoch noch am selben Abend wieder verlassen konnte.

Kommentare (34)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Rapid

22.04.2012, 15:43 Uhr

Man kann Manches mit Manchem vergleichen aber nicht die NSDAP mit den Piraten. Die NSDAP hat das absolute Führerprinzip vertreten, die Piraten genau das Gegenteil. Bevor man Vergleiche anstellt, sollte man besser zwei oder dreimal nachdenken, bevor man loslegt.
Delius hat zwar die Rasanz des Wachtums der Piraten gemeint, der Vergleich war trotzdem unpassend und überflüssig aber kein "Verbrechen". Also auch hier "tieferhängen".

Account gelöscht!

22.04.2012, 15:57 Uhr

Die Piraten werden schneller gleichgeschaltet, als man sein Kreuzchen auf dem Stimmzettel machen kann. Das Primat der kranken deutschen political Correctness, die dem Pöbel das Hirn verkleistert und Deutschland in Sachen Meinungsfreiheit auf maximal gleiche Stufe mit Iran oder China stellt, werden auch sie nicht überwinden

Holzauge

22.04.2012, 15:57 Uhr

Hochanständig von Hr. Delius aber überflüssig, sonst kann ja Merkel gleich zurücktreten wenn sie wieder mal einen braunen Hosenanzug trägt.

Hoffentlich überlegt er sich es noch einmal oder kandidiert wenigstens nächstes Jahr.

Die Piraten sind aufgrund ihrer Systematik erfolgreich, nicht aufgrund ihrer Programmatik oder personellen Besetzung.

Der freie Wettbewerb der Ideen, Basisdemokratie und Transparenz sind die Gene aus denen ihr Erfolg erwächst. Diese Werte müssen geschützt werden denn genau diese Werte wollen Kräfte innerhalb und ausserhalb der Piraten zerstören.

Auch sollten sich die Piraten keinen Illusionen hingeben, mit der PC Presse Deutschlands wird es nie einen Frieden oder ein faires Interview geben. Punkt.

Die Piraten sind ein Traum für den Bürger aber ein Alptraum für die Lobbyisten die ihr Unwesen großteils unter dem Deckmäntelchen der PC treiben. Es geht um Unsummen Geld und letztlich die politische Macht. Die Antidemokraten (PC jargon Lobbyisten) sind der Todfeind der Piraten aber die Bürgerinnen und Bürger des Landes werden sich hinter ihnen versammeln in stetig wachsender Anzahl.

Diese herrlich frische Briese die durch Deutschlands Politik weht ist somit die Hoffnung unzähliger Bürgerinnen und Bürger dieses Landes.

Bleiben die Piraten ihren Prinzipien treu, wird sich ihr kometenhafter Aufstieg fortsetzen und sie in einigen Jahren zur stärksten politischen Kraft Deutschlands werden lassen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×