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23.06.2013

14:17 Uhr

Medienbericht

Polizei warnt vor Anschlägen mit Waffen aus 3-D-Druckern

Die Bundespolizei warnt einem Magazinbericht zufolge vor Terror-Anschlägen in Flugzeugen mit Kunststoffwaffen aus 3-D-Druckern. Die Flughafen-Verantwortlichen werden aufgefordert, die Sicherheitsvorkehrungen zu erhöhen.

Die Polizei warnt vor Kunststoffwaffen. dpa

Die Polizei warnt vor Kunststoffwaffen.

MünchenDie Bundespolizei warnt einem "Focus"-Bericht zufolge vor Terror-Anschlägen auf Flugzeuge mit Kunststoffwaffen aus 3-D-Druckern. Laut Vorabmeldung des Magazins vom Sonntag heißt es in einem vertraulichen Schreiben der Behörde vom 17. Juni 2013, die Waffen seien "geeignet, Angriffe auf die Sicherheit des Luftverkehrs durchzuführen".

In dem Papier werden demnach die Flughafen-Verantwortlichen aufgefordert, die Sicherheitsvorkehrungen zu erhöhen. Das Kontrollpersonal sei "schnellstmöglich" über die neue Gefährdungslage zu informieren. Derzeit liefen Tests "zur Erkennbarkeit derartiger Waffen mit unterschiedlichen Kontrollgeräten".

Islamistischer Terror in Deutschland - Eine Chronologie

April 2002: Terrorgruppe Al-Tawhid

Der Polizei gehen mutmaßliche Anhänger der Al-Kaida-nahen Terrorgruppe Al-Tawhid ins Netz. Die Männer planten Angriffe auf das jüdische Gemeindezentrum in Berlin und jüdische Gaststätten in Düsseldorf. Sie müssen bis zu acht Jahre hinter Gitter.

März 2003: Terrorpläne gegen amerikanische Einrichtungen

Ein Tunesier wird verhaftet, der angeblich Attentate gegen amerikanische und jüdische Einrichtungen plante. Vor Gericht kann ihm das nicht bewiesen werden. Die Bundesanwaltschaft bleibt jedoch der Ansicht, dass ein Horrorszenario verhindert wurde.

März 2004: Islamistengruppe Ansar al Islam

Mitglieder der kurdisch-irakischen Islamistengruppe Ansar al-Islam planten, den damaligen irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi während eines Deutschland-Besuches zu ermorden. Die Polizei hört ihre Telefongespräche ab und nimmt drei Männer fest. 2008 wird der Haupttäter zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Juli 2006: Kofferbomber in Köln

Im Kölner Hauptbahnhof werden in zwei Regionalzügen Kofferbomben gefunden. Wegen Technikfehler explodierten sie nicht. Wenige Wochen später werden die Täter gefasst. Im Dezember 2008 wird der „Kofferbomber von Köln“ zu lebenslanger Haft verurteilt. Auslöser für die Tat waren laut Urteil Mohammed-Karikaturen in Zeitungen.

September 2007: Sauerland-Gruppe

Die islamistische Sauerland-Gruppe wird festgenommen. Vor Gericht müssen sich die vier Mitglieder wegen der Planung von Terroranschlägen auf Diskotheken, Flughäfen und US-Einrichtungen in Deutschland verantworten. 2010 werden sie zu Strafen bis zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt.

März 2011: Angriff auf US-Soldaten

Ein junger Kosovo-Albaner erschießt auf dem Flughafen in Frankfurt (Main) zwei US-Soldaten und verletzt zwei weitere schwer. Er gilt als extremistischer Einzeltäter. Auslöser für seine Tat soll ein Internetvideo gewesen sein, in dem angeblich US-Soldaten ein Haus in Afghanistan plündern und ein Mädchen vergewaltigen.

Hintergrund der Warnung sind laut "Focus" im Internet veröffentlichte Baupläne für eine Pistole, die mit Hilfe eines handelsüblichen 3-D-Druckers hergestellt wird. Die Waffe "Liberator" ("Befreier") besteht demnach aus 15 Plastikteilen sowie einem kleinen Metallstift, der als Schlagbolzen dient.

Laut Bundespolizei wäre es dem Bericht zufolge kein Problem, die Waffe ohne montierten Schlagbolzen durch einen Detektor zu schmuggeln. Der separat transportierte Metallstift sei für das Sicherheitspersonal "nicht sofort als potenzielle Gefahr" erkennbar.

Von

afp

Kommentare (15)

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MartinH

23.06.2013, 15:35 Uhr

Und mit was schießt die Waffen?
Mit Luft oder was?
Die Muntion muss immer noch aus Metall sein, um einen Durchschlagendenerfolg zuhaben.

Account gelöscht!

23.06.2013, 15:58 Uhr

Auch Verschluss und der Lauf der Waffe muss dem ungeheuren Druck und Hitze stand halten. Ich glaube kaum, dass man aus einer solchen Plastik-Waffe mehr als einen Schuss abfeuern kann. Und dann die Munition... Man macht hier wieder Panik von seiten der Behörden. Wahrscheinlich brauchen unsere Sicherheits- und Geheimdienste wieder ein neues Schreckgespenst um ihre Daseinsberechtigung zu definieren. Die Taliban sind eben schon abgedroschen. Jetzt wirds der böse 3D-Drucker.

Liberator

23.06.2013, 16:00 Uhr

90 % der Anschläge werden doch eh durch den Staat und seine Geheimdienste durchgeführt und der Rest durch Nachahmer.
Ich werde mich viel sicherer fühlen, wenn ich endlich meinen Liberator aus meinem 3D Drucker zusammensetzen kann.
Wahrscheinlich plant schon die CIA einen Anschlag mit 3D Plastikwaffe um diese Technolgie zu ersticken, doch das lässt sich hoffentlich genauso wenig wie die Verbreitung des Handys aufhalten.

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