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06.03.2012

02:11 Uhr

Medienbericht

Rösler will Finanzmärkten Öffentlichkeit verordnen

Bundeswirtschaftsminister Rösler will demnächst, laut Medienbericht, einen Plan für die strengere Kontrolle von Finanzmärkten vorstellen. Er will etwa den Hochfrequenzhandel eindämmen und die Rating-Agenturen entmachten.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler Reuters

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler

Berlin Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hat seine Forderung nach einer schärferen Kontrolle der Finanzmärkte konkretisiert. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ will der FDP-Chef Finanzkrisen mit einem Acht-Punkte-Plan vorbeugen.

Konkret wolle er den Hochfrequenzhandel eindämmen, gegen Hedgefonds und andere Finanz-Heuschrecken vorgehen sowie die Rating-Agenturen entmachten. „Schattenbanken können das Finanzsystem genauso gefährden wie reguläre Banken“, zitiert die Zeitung aus dem ihr vorliegenden Papier. Trotzdem würden Hedgefonds, Private Equity Fonds und Geldmarktfonds so gut wie nicht reguliert und beaufsichtigt.

Das will Rösler ändern: „Analog zum Bankensektor sollten die Fonds strenge Eigenkapitalanforderungen erfüllen und ihre Verschuldung begrenzen.“ Ihre Beziehungen zu regulären Banken sollten zudem unter Aufsicht gestellt werden.

Rösler will dem Bericht zufolge den von Computern gesteuerten Handel mit Aktien, Anleihen und Geld stärker beaufsichtigen lassen. Deshalb sollten künftig an allen Börsen der Europäischen Union automatische Handelsunterbrechungen bei starken Kursschwankungen möglich sein. Eine solcher Stopp ist bei den meisten deutschen Börsen bereits üblich.

Zudem wolle der Minister den Spielern auf dem Finanzmarkt mehr Öffentlichkeit verordnen: „Händler dürfen nicht länger anonym bleiben.“ Nach Röslers Vorstellungen sollten zudem externe Ratings künftig nur noch in Ausnahmefällen von den Aufsichten vorgeschrieben werden. Zumindest müssten sie dann von den Investoren selbst bezahlt werden.

„Auch die Bewertung von Staatsanleihen sollte nicht alleine den Rating-Agenturen überlassen werden“, heiße es in dem Papier weiter. Vielmehr sollten die Banken dies selbst vornehmen und zwar nach den Methoden, die auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) anwende. Zur Besteuerung der Finanzmärkte schlage Rösler die Einführung einer Stempelsteuer nach britischen Vorbild vor.

Von

dpa

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

06.03.2012, 04:50 Uhr

Wow, Rösler wird ja aktiv! Jedenfalls auf dem Papier. Die meisten seiner Punkte werden bereits in verschiedenen Ausschüssen weltweit zerredet. Interessant ist, dass er für eine neue Steuer eintritt. Hier hat er sich offensichtlich von seinem Vorgänger emanzipiert. Immerhin sollte nicht unerwähnt bleiben, dass es schon einmal eine Stempelsteuer nach britischem Vorbild gab, es war das Reichsstempelgesetz von 1881!

whisky

06.03.2012, 07:51 Uhr

Im Herbst 2008 wurde von Merkel und Steinbrück eine "Reformkommission zur Regulierung der Finanzmärkte" eingesetzt. Zur Beruhigung der Öffentlichkeit. Und den Banken hat man signalisiert: Keine Angst, passiert schon nichts. Und hat einen Berater der Großbank Goldman Sachs zum Chef dieser Kommission gemacht.

Mazi

06.03.2012, 08:57 Uhr

Es ist ja gut, dass Rösler nicht Verkehrsminister ist. Als solcher würde er sicherlich erkennen, dass es zur Zeit als man sich mit Ochsenkarren bewegte, keine Verkehrstoten gab und würde deshalb bestimmt den Autoverkehr von heute untersagen.

Was für Berater sind eigentlich unterwegs? Bei wem saugen solche Typen ihr Wissen?

Röster wäre gut beraten, sich seinen Informationen von Fachleuten - wie Herrn Issing - einzuholen.

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