Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.10.2013

17:11 Uhr

Medienbericht

Rund 50.000 Anträge auf Betreuungsgeld eingegangen

Das Betreuungsgeld steigt offenbar in seiner Beliebtheit. Zwei Monate nach dem Start sind mehr als 50.000 Anträge auf die Leistung bei den Ländern eingegangen. Besonders im Westen ist das Betreuungsgeld gefragt.

50.000 Mütter und Väter haben bereits das Betreuungsgeld angefordert, heißt es in einem Medienbericht. dpa

50.000 Mütter und Väter haben bereits das Betreuungsgeld angefordert, heißt es in einem Medienbericht.

BerlinNach dem zunächst schleppenden Start des von der Bundesregierung eingeführten Betreuungsgelds ist das Interesse der Eltern offenbar deutlich gestiegen. Zwei Monate nach dem Start der neuen Leistung wurden mehr als 50.000 Anträge gestellt, wie die „Passauer Neue Presse“ am Samstag berichtete. Die Zahlen stützen sich auf Anfragen der Zeitung bei den zuständigen Behörden und Ministerien in 16 Bundesländern. 14 Länder hätten exakte Angaben gemacht, der Stand der Anträge belief sich demnach zusammengerechnet auf knapp über 50.000. Aus Niedersachsen und Brandenburg fehlten dem Bericht zufolge die Zahlen.

Mit 14.069 verbuchte das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen demnach die meisten Anträge auf Betreuungsgeld. In Bayern waren es 11.953, in Baden-Württemberg 10.852. In Hessen wurden 5088 Anträge registriert, in Hamburg 1074. Weniger gefragt war das Betreuungsgeld bislang dem Bericht zufolge in Thüringen (713 Anträge), Berlin (534) und Mecklenburg-Vorpommern (365).

Studie zur Familienförderung: Rückenwind für die Betreuungsgeld-Gegner

Studie zur Familienförderung

Rückenwind für die Betreuungsgeld-Gegner

Renommierte Forscher haben die schwarz-gelbe Familienpolitik unter die Lupe genommen. Das Urteil fällt wenig schmeichelhaft aus – und könnte in der Betreuungsgeld-Debatte wie eine Steilvorlage für die SPD wirken.

Anspruch auf die monatlich 100 Euro haben Eltern, die ihre ab dem 1. August 2012 geborenen Kinder nicht in staatlich geförderte Betreuung geben. In vielen Bundesländern sei die Ablehnungsquote weiter hoch, berichtete die Zeitung als Ergebnis ihrer Umfrage. So seien in Berlin 34 Prozent der Anträge zurückgewiesen worden, weil es um Kinder ging, die vor dem Stichtag 1. August 2012 geboren wurden. In Nordrhein-Westfalen lag die Ablehnungsquote demnach bei 22,5 Prozent, in Hessen bei rund 20 Prozent.

Von

afp

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Uli

06.10.2013, 18:01 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

KJes

06.10.2013, 19:08 Uhr

Es ist ja verständlich, dass CDU/CSU jetzt Zahlen präsentieren (lassen), um das unaussprechlich naive Betreuungsgeld doch noch in die Zukunft zu führen. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass diese Form der Familienförderung in die Zeit der 50.er Jahre passt, nicht aber in ein Deutschland des 21. Jahrhunderts.
Man weiß doch: wo immer der Staat mit Wohltaten lockt, gibt es Mitnahmeeffekte. In Skandinavien ist das Modell des Betreuungsgeldes deutlich gescheitert. Die, deren Kinder es am nötigsten gehabt hätten, eine Kita zu besuchen, haben sich für die Barauszahlung entschieden. Arme Menschen haben oftmals leider nicht das Bedürfnis, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken - nicht einmal im Interesse der eigenen Kinder (schon Berthold Brecht, ein Bayer, wusste: erst kommt das Fressen, dann die Moral) Deshalb schafft das Betreuungsgeld Fehlanreize, die bei der Entwicklung der Kinder irreparable Schäden hervorrufen können. Man weiß doch: nie lernen Kinder wieder so viel wie gerade in den allerersten Lebensjahren und sind sie erst einmal schulpflichtig, sind wichtige und nicht mehr zu ändernde Grundeinstellungen bereits für das ganze Leben gelegt. Deshalb ist das Betreuungsgeld so fatal. Es ist die familienpolitische Festschreibung alter Machtverhältnisse, in der die Bildung allein vom Geldbeutel der Eltern abhängt.
Ministerpräsident Seehofer mag das vielleicht nicht goutieren, er schafft aber die Fakten mit einer solchen Politik. Deutschland wird nicht kinderreicher, und kinderfreundlicher wird es hierdurch erst recht nicht.
Wer am Betreuungsgeld festhält, der zeigt sehr deutlich, dass ihm das Wohl der Kinder seiner Mitbürger letztendlich schnurzpiepegal ist. Jeder ausgegebene Euro in diesem Bereich zementiert, warum Deutschland im Ausland als wenig kinderfreundlich angesehen wird. Das KANN uns nicht egal sein. Oder etwa doch?

Rainer_J

06.10.2013, 19:47 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×