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04.12.2014

23:59 Uhr

Medienberichte

BER-Aufsichtsrat vor Umbau

Zwei Vertreter des Landes Brandenburg werden ihre Aufsichtsratsposten beim Flughafen BER offenbar aufgeben. Eine Entscheidung könnte am Dienstag fallen. Auch über Wowereits Nachfolger als Chefaufsehers wird spekuliert.

Flughafen Berlin-Brandenburg: Meinungsbildungsprozess noch nicht abgeschlossen. dapd

Flughafen Berlin-Brandenburg: Meinungsbildungsprozess noch nicht abgeschlossen.

Potsdam/BerlinDas Bundesland Brandenburg erwägt Medienberichten zufolge, zwei seiner Vertreter aus dem Aufsichtsrat der Gesellschaft des Flughafens Berlin-Brandenburg BER abzuziehen. Finanzminister Christian Görke (Linke) und Ex-Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) sollen demnach durch Experten von außen ersetzt werden, berichteten der RBB und der „Tagesspiegel“ (Freitag) übereinstimmend. Die stellvertretende Regierungssprecherin Gerlinde Krahnert sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Der Meinungsbildungsprozess in Brandenburg ist noch nicht abgeschlossen. Das Kabinett wird sich am Dienstag mit der Thematik befassen.“

Laut „Tagesspiegel“ haben sich zudem der designierte Regierende Berliner Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Brandenburgs Ministerpräsident Woidke in einem Spitzentreffen darauf verständigt, den Posten des Aufsichtsratschefs beim BER mit einem externen Experten zu besetzen. Müller selbst wolle diesen Vorsitz nicht übernehmen – aber in den Aufsichtsrat gehen.

So stiegen die Kosten des neuen Hauptstadtflughafens

Mehrkosten und kein Ende in Sicht

Schon in der 15-jährigen Planungsphase stiegen die Kosten für den neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld. Nach Baubeginn war es nicht anders. Ein Überblick über die Entwicklung:

September 2006

Erster Spatenstich für den Airport mit einer Jahreskapazität von 22 Millionen Passagieren. Der Betreiber gibt die Kosten mit 2 Milliarden Euro an, die Bruttogeschossfläche des Terminals mit 220.000 Quadratmetern.

Juli 2007

Die Kapazität steigt auf 25 Millionen Passagiere, die Investitionssumme erreicht 2,2 Milliarden Euro. Die Fläche wächst auf 300.000 Quadratmeter.

Juni 2009

Der Flughafen wird erneut größer – und teurer: 27 Millionen Passagiere, 2,5 Milliarden Euro Investitionskosten. Für die Kredite von 2,4 Milliarden Euro bürgen Berlin, Brandenburg und der Bund.

Mai 2012

Nach der Absage der für Juni geplanten Eröffnung sickert durch, dass der Bau in Wirklichkeit mindestens 3 Milliarden Euro kostet. Dazu tragen Umbauten nach geänderten Sicherheitsbestimmungen bei, aber auch Beschleunigungsversuche auf der Baustelle. Die Terminalfläche erreicht 340.000 Quadratmeter.

September 2012

Erste Finanzspritze: Bund und Länder wollen 1,2 Milliarden Euro nachlegen, so für Baukosten, Betriebskosten des leeren Terminals und den falsch veranschlagten Schallschutz. Neuer Finanzrahmen: 4,3 Milliarden Euro.

Juni 2014

Die zweite Finanzspritze steht bevor: Der Flughafen benötigt nach eigenen Angaben weitere 1,1 Milliarden Euro, um den Bau und den Schallschutz für die Anwohner fertigzustellen. Geben die Gesellschafter das Geld frei, dehnen sie den Finanzrahmen damit auf über 5,4 Milliarden Euro aus.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der bis zu seinem Rücktritt am kommenden Donnerstag auch Aufsichtsrats-Chef ist, sagte der Deutschen Presse-Agentur, er wisse nicht, wer sein Nachfolger im Aufsichtsrat werde.

Am Freitag beraten in Schönefeld Berlins Regierender Bürgermeister und weitere Verantwortliche, wann der Flughafen ans Netz gehen könnte. Die meisten Beobachter rechnen nicht mehr mit einer Eröffnung des Flughafens vor 2017.

Von

dpa

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