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24.05.2012

10:58 Uhr

Medienberichte

Laschet soll neuer Chef der NRW-CDU werden

Laut verschiedener Berichte soll der bisherige Vize der CDU in Nordrheinwestfalen zum Nachfolger Röttgens gewählt werden. Der 51-jährige Laschet gilt als Modernisierer und Türöffner zu den Grünen.

Der stellvertretende Vorsitzende der nordrhein-westfälischen CDU. dpa

Der stellvertretende Vorsitzende der nordrhein-westfälischen CDU.

DüsseldorfArmin Laschet, bisher Vize der nordrhein-westfälischen CDU, soll neuer Chef der Landespartei werden. Karl-Josef Laumann, der ebenfalls als Kandidat für die Nachfolge von Norbert Röttgen an der Spitze der NRW-CDU gehandelt worden war, bleibt demnach Fraktionsvorsitzender im Düsseldorfer Landtag. Das hatten gestern mehrere Medien berichtet, heute beruft sich zudem die Nachrichtenagentur dpa auf Fraktions- und Parteikreise. Laschet und Laumann selbst wollten sich zunächst nicht äußern.

Heute Abend soll sich der Landesvorstand auf den 51-jährigen Laschet als Kandidaten für den Vorsitz des mitgliederstärksten Landesverbands einigen. Am 30. Juni kann er dann bei einem Sonderparteitag gewählt werden.
Zuvor war auch Laumann als Anwärter auf den Partei-Chefposten gehandelt worden. Zugleich mehrten sich aber Stimmen an der Basis, die die geschwächte Partei vor einer Kampfkandidatur warnten.

Röttgen hatte als Spitzenkandidat das CDU-Rekordtief von 26,3 Prozent bei der Landtagswahl am 13. Mai zu verantworten. Noch am Wahlabend hatte er seinen Rücktritt als Chef der NRW-CDU angekündigt. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) entließ ihn anschließend auch als Bundesumweltminister.

„Die Einigung ist eine vernünftige Lösung“, wurde der Europaabgeordnete und Bezirksvorsitzende der CDU im Bergischen Land, Herbert Reul, in der Online-Ausgabe der „Rheinischen Post“ zitiert. „Die beiden Ämter müssen zum jetzigen Zeitpunkt nicht zwingend in einer Hand liegen“, sagte er demnach über die Doppelspitze von Landesvorsitz und Fraktionsführung.

Wie es in der Online-Ausgabe des „Kölner Stadt-Anzeiger“ hieß, soll Laumann mindestens bis zur Bundestagswahl 2013 Fraktionschef im Düsseldorfer Landtag bleiben. Danach könne der Sozialpolitiker, der auch Bundesvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) ist, möglicherweise in den Bundestag wechseln. Dort saß er bereits von 1990 bis 2005 als Abgeordneter. In diesem Fall könnte Laschet zusätzlich die Fraktionsspitze übernehmen und sich als möglicher Spitzenkandidat für die nächste Landtagswahl in NRW aufbauen, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ weiter berichtete.

Laumann und Laschet hatten sich bei der Kandidatenfrage bis zuletzt bedeckt gehalten. Offen war, ob Partei- und Fraktionsvorsitz in einer Hand gebündelt werden sollen. Befürworter dieser Neureglung argumentieren, Profilschärfung und Neuanfang seien so nach dem Wahldebakel besser möglich.

Dem 51-jährigen Laschet - einst erster Integrationsminister in einem deutschen Bundesland - eilt der Ruf des Modernisierers und Türöffners zu den Grünen voraus. Der 54-jährige Laumann ist bodenständig, eine Art CDU-Gegenstück zur SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.

Kommentare (4)

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Aristoteles

24.05.2012, 08:21 Uhr

Laschet ist Röttgen II. "Türöffner zu den Grünen" wozu ? Die sind an die SPD gebunden. NRW gibt die Union offensichtlich verloren.

Baier

24.05.2012, 09:57 Uhr

Als Türöffner zu den Grünen: Dann soll er gleich zu diesen wechseln. Wir brauchen nicht noch einen weiteren Softie, der nur Appeasementpolitik macht.

ControlledOwnershipOfEurope

24.05.2012, 11:28 Uhr

Na denn Prost, am Eingang zur Drehtür der Befindlichkeiten konservativer Leere zur grünen Politik. Einsamer kann kein Mensch werden, wenn er dazu gewählt wird.

Jedoch muß er dazu noch Hürden in einer christlich, demokratischen Union, auf sich nehmen. Die Bürde muß zuerst geschultert werden.

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