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21.02.2014

14:17 Uhr

Mehdorns „Flop mit Ansage“

Grüne fordern Eingreifen Dobrindts bei BER-Debakel

Exklusiv„Schnapsidee“, „Flop mit Ansage“: Dass Mehdorns Versuch, den neuen Berliner Hauptstadtflughafen testweise zu betreiben, gescheitert ist, erzürnt die Grünen. Sie fordern nun, dass sich der Bund der Sache annimmt.

Wieder einmal unter Beschuss: Flughafenmanager Hartmut Mehdorn. dpa

Wieder einmal unter Beschuss: Flughafenmanager Hartmut Mehdorn.

BerlinDie Entscheidung des Berliner Flughafenchefs Hartmut Mehdorn, eine testweise Inbetriebnahme des neuen Hauptstadtflughafens BER im Sommer zu stoppen, stößt auf scharfe Kritik bei den Grünen. Die vorzeitige Inbetriebnahme eines Seitenflügels sei von Anfang an „ein Flop mit Ansage“ gewesen, sagte der Vorsitzend der Grünen-Bundestagsfraktion, Anton Hofreiter, Handelsblatt Online.

„Ohne sich um die Baugenehmigung dafür zu kümmern und den Aufsichtsrat mitzunehmen, dürfte dieses Vorhaben wohl in die Kategorie Aktionismus gehören.“ Er vermisse eine „zielgerichtete Arbeitsweise bei Herrn Mehdorn“.

Die Berliner Grünen fordern ein Eingreifen von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). „Der neue Bundesverkehrsminister Dobrindt darf sich beim BER nicht länger wegducken“, sagte Grünen-Landeschef Daniel Wesener Handelsblatt Online. „Es dürfte nicht nur den Haushaltsausschuss, sondern auch alle deutschen Steuerzahler interessieren, was die Bundesregierung eigentlich tut, damit das finanzielle Fiasko uns alle nicht noch teuer zu stehen kommt.“

Der steinige Weg zum Hauptstadtflughafen

1990er Jahre

Januar 1992: Beginn der Planungen für den Flughafen mit dem Projektnamen Berlin Brandenburg International, BBI.
Juni 1996: Der Ausbau des Flughafens Schönefeld sowie die Schließung der Flughäfen Tegel und Tempelhof werden beschlossen.

2004-2005

August 2004: Das Genehmigungsverfahren für den BBI wird mit dem Planfeststellungsbeschluss abgeschlossen.
April 2005: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhängt im Eilverfahren einen weitgehenden Baustopp.

2006-2008

März 2006: Das Gericht genehmigt in letzter Instanz den Bau des BBI unter verschärften Lärmschutzauflagen.
Juli 2008: Erster Spatenstich für das Flughafen-Terminal.
Oktober 2008: Nach 85 Jahren schließt der Flughafen Tempelhof.

2010-2011

Juni 2010: Unter anderem wegen der Pleite einer Planungsfirma wird die Eröffnung von Ende Oktober 2011 auf 3. Juni 2012 verschoben.
Oktober 2011: Das Bundesverwaltungsgericht gibt grünes Licht für nächtliche Flüge in Stunden am späten Abend und am frühen Morgen.

Januar 2012

Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung legt die umstrittenen künftigen Flugrouten fest.

Mai 2012

Vier Wochen vor dem Termin wird wegen Problemen mit der Brandschutzanlage die Eröffnung des Flughafens erneut abgesagt. Später wird Chefplaner Manfred Körtgen entlassen.

August 2012

Der Aufsichtsrat lässt - anders als geplant - weiter offen, ob der BER wirklich am 17. März 2013 eröffnet werden kann, und verschiebt die Entscheidung. Eine Finanzspritze soll den Flughafen vor der Zahlungsunfähigkeit retten.

September 2012

Auf Vorschlag des neuen Technikchefs Horst Amann wird die Eröffnung noch einmal verschoben und auf den 27. Oktober 2013 terminiert. Die Gesellschafter beschließen, 1,2 Milliarden Euro für Mehrkosten nachzuschießen.

Januar 2013

6. Januar: Es wird bekannt, dass der 27. Oktober als Eröffnungstermin nicht zu halten ist.
16. Januar: Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz von Berlins Regierungschef Klaus Wowereit (beide SPD). Der Aufsichtsrat entlässt Flughafenchef Rainer Schwarz. Bis ein Nachfolger gefunden ist, soll Technikchef Amann die Betreibergesellschaft führen.

Februar 2013

13. Februar: Der frühere Chef des Frankfurter Flughafens, Wilhelm Bender, soll Chefberater für die Geschäftsführung werden, kündigt Platzeck an. Bender war zunächst als neuer Flughafenchef im Gespräch.
19. Februar: Rot-Rot in Brandenburg will ein Volksbegehren für ein strengeres Nachtflugverbot mittragen und löst heftigen Streit mit Berlin aus.

März 2013

4. März: Bender wird nicht Chefberater des Flughafens. Er sagt nach Querelen hinter den Kulissen ab.
7. März: Die Idee, Technikchef Amann einen Berater zur Seite zu stellen, ist nach Angaben von Platzeck vorerst vom Tisch. Es solle zügig ein neuer Flughafenchef gefunden werden.
8. März: Der frühere Chef von Deutscher Bahn und Air Berlin, Hartmut Mehdorn, wird neuer Geschäftsführer der Flughafengesellschaft, teilt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) mit.

Mehdorns Testbetrieb bezeichnete Wesener als „Schnapsidee“, die von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen sei. „Dass er und der Aufsichtsrat sich jetzt gegenseitig die Schuld geben, zeigt, dass sich inzwischen niemand mehr für das Chaos-Projekt BER verantwortlich fühlt“, kritisierte der Grünen-Politiker. „Das gilt auch für die Bundesregierung, die ihren Vertreter im Aufsichtsrat, Staatssekretär Bomba, einfach weiter wursteln lässt.“

Mehdorn hatte am Donnerstag sein Vorhaben begraben, mit wenigen Flügen die Abläufe am neuen Airport in einem Seitenflügel des neuen Terminals zu testen. „Wir müssen konstatieren, dass wir für dieses Vorhaben nicht genügend Unterstützung finden konnten“, schrieb Mehdorn in einem Brief an die Mitarbeiter - nach intensiven Gesprächen mit den Flughafen-Eigentümern Berlin, Brandenburg und dem Bund.

Mehdorn wollte eigentlich von Juli an mit bis zu sechs Flügen täglich der Gesellschaft Germania im Nordflügel einen Probebetrieb aufnehmen, um damit einen Großteil der Systeme und Abläufe im Terminal zu testen. Dafür brauchte er aber noch die Genehmigung des Aufsichtsrats.

Kommentare (4)

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werner

21.02.2014, 14:46 Uhr

ueberall baut dieser groessenwahnsinnige bauerndepp bullshit aber die politikkriminellen stuetzen ihn wegen des parteibuches.der hat schon das passende bulldog gesicht fuer seine dummheit und hat von nichts eine ahnung.nur eine grosse laute schnautze.ein goldgewinner fuer einen gulak lebenslang wegen diebstahl von steuergeldern ohne leistung.

Account gelöscht!

21.02.2014, 15:01 Uhr

BER
BERLINER GROSSFLUGHAFEN
..
wer lügt - der fliegt..!!
--berliner lügen nicht--
..

Account gelöscht!

21.02.2014, 15:48 Uhr

Und was soll da Dobrindt machen?
So weit ich weiß, ist der gelernter Sozialpädagoge, das zeichnet ihn ja auch bestens aus als Verkehrsminister.

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