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21.01.2014

17:12 Uhr

Mehr Auszubildende nötig

Handwerkspräsident wirbt um Gymnasiasten

ExklusivDeutschlands Handwerk gehen die Gymnasiasten verloren. Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, verlagert den Kampf um künftige Fachkräfte daher nun direkt in die Schulen.

Der neu gewählte Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer: Um künftige Fachkräfte soll auch in den weiterführenden Schulen gekämpft werden. dpa

Der neu gewählte Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer: Um künftige Fachkräfte soll auch in den weiterführenden Schulen gekämpft werden.

BerlinDer Kampf um den knappen Nachwuchs verschärft sich: Das Handwerk will künftig gezielt um gute Schulabgänger werben. Der neue Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, ärgert sich darüber, dass „das Studium als allein selig machend dargestellt wird.“ „Die Akzeptanz des Handwerks muss auch an Gymnasien wachsen“, forderte er im Gespräch mit dem Handelsblatt (Mittwochausgabe). Diese organisierten zwar akademische Tage, um über Studiengänge zu informieren. „Ans Handwerk denken sie aber zu selten“, klagt Wollseifer. „Das schadet nicht nur uns, sondern auch den Schülern, die nichts von den großen Chancen im Handwerk erfahren. Wir brauchen also auch berufskundliche Tage im Gymnasium.“

Das Handwerk bildet noch rund 28 Prozent aller 1,4 Millionen Azubis aus - vor allem aber solche mit Hauptschulabschluss. „Wir brauchen aber alle, denn ohne die Starken können wir den zunehmenden technologischen Anforderungen in vielen Berufen nicht ausreichend gerecht werden“, sagt der Handwerkspräsident.

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Um Nachwuchs zu sichern, will Wollseifer im Zuge der Kino und TV-Kampagne des Handwerks künftig gezielt Jugendliche ansprechen, und zwar „speziell dort, wo sie sich im Internet bewegen“. Locken will er mit Karriere: „Mittlerweile gibt es ja nicht nur das duale, sondern auch ein triales Studium: in viereinhalb Jahren Ausbildung, Meister und Bachelor. Die Absolventen sind ideale Kandidaten, einen Handwerksbetrieb zu übernehmen.“

Weitgehend unbekannt sei, wie viel High-tech heute in Handwerk steckt: „Ohne Orthopädietechniker gäbe es keine Paralympics-Erfolge. Elektroniker arbeiten mit Wärmepumpen oder Solartechnik, Gebäudedienstleister überwachen ganze Handelshäuser über Internet“, wirbt der ZDH-Präsident. Zudem schade es nie, wenn ein Akademiker ein Handwerk erlernen: „Architekten mit Maurerlehre wissen, was auf der Baustelle läuft.“

Von

bag

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

22.01.2014, 12:26 Uhr

„Das Handwerk will künftig gezielt um gute Schulabgänger werben.“

Das ist löblich, in den Haupt- und Regionalschulen (früher Realschulen) wird er sicher fündig werden und Lehrlinge finden, die auch entsprechendes Talent mitbringen und den Blick fürs Wesentliche haben. Aber im Gymnasium? Das Studium gilt als Schritt um Geld zu verdienen und zwar mit geringstmöglichem Aufwand an Zeit und Überlegung, so wie es in viel zu vielen Gymnasien „geschult“ wird. Zudem sollte Herr Wollseifer bedenken, welchen Stand ein Handwerker bei sehr vielen Lehrern bzw. Gymnasiallehrern hat; den des dummen Untertanen, der ein Handwerk lernen muß, weil er zu doof ist Abitur zu machen um zu studieren. Daß die Möglichkeiten des Handwerks gerade in Gymnasien nicht bekannt sind, liegt genau an dieser Einstellung und dem daraus resultierenden Unterricht, der mit praktischen Anwendungen nichts zu tun hat, was leider auch in den anderen Schulformen, politisch gewollt, um sich greift.

Account gelöscht!

22.01.2014, 17:08 Uhr

@ yahel,
leider muss ich ihnen vorbehaltlos zustimmen.
Als Ergebnis kenne ich daher jede Menge "Dr. Dumkopf" und "Facharbeiter Schlaukopf", was ein logische Ergebnis ist, da dieses gegeneinander Ausspielen bereits längst Normalität ist.

timson

23.01.2014, 16:13 Uhr

vollkommen unverständlich dieser azubi mangel, kann es gar nicht verstehen, warum die abiturienten keine lust haben für 300€-350€, 40h und mehr auf dem bau zu arbeiten um danach als facharbeiter 1100€ netto zu verdienen.

und das ist die realität im osten, bin selbst handwerker (gelernt).

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