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24.04.2014

16:30 Uhr

Mehr Bulgaren und Rumänen

Verstärkte Zuwanderung in den Arbeitsmarkt

Schon 2013 hatte sich der Trend angedeutet, zum Jahresanfang hat er sich verstärkt: Bulgaren und Rumänen suchen verstärkt in Deutschland Arbeit. Mit Erfolg: Nur wenige der Einwanderer aus Osteuropa beziehen Hartz IV.

Die Zahl der Zuwanderer aus Bulgarien und Rumänien ist seit Ende des Jahres 2013 deutlich gestiegen. Nur wenige der Migranten beziehen Hartz IV, die überwiegende Anzahl findet schnell einen Job. dpa

Die Zahl der Zuwanderer aus Bulgarien und Rumänien ist seit Ende des Jahres 2013 deutlich gestiegen. Nur wenige der Migranten beziehen Hartz IV, die überwiegende Anzahl findet schnell einen Job.

NürnbergMit dem Fall der letzten Hürden für Jobsucher aus Südosteuropa hat der Zustrom von Bulgaren und Rumänen zum Jahresbeginn spürbar angezogen. Allein im Januar, dem Start der Arbeitnehmerfreizügigkeit für Bürger beider EU-Staaten, sei ihre Zahl in Deutschland um 9850 gestiegen; dies seien 80 Prozent mehr als vor einem Jahr, geht aus einer internen Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Bis Ende 2013 brauchten Bulgaren und Rumänen eine Arbeitserlaubnis.

Im Februar sind nach IAB-Angaben weitere 8933 Bürger der beiden Staaten nach Deutschland gekommen - das seien allerdings nur noch 24 Prozent mehr als im Februar des Vorjahres. Die Zahl der Bulgaren und Rumänen stieg damit auf rund 430 000; das sind rund 5,5 Prozent der knapp 7,7 Millionen in Deutschland lebenden Ausländer. Für das Gesamtjahr 2014 rechnet das IAB, das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (BA), mit rund 100 000 bis 180 000 Zuwandern aus den beiden südosteuropäischen Staaten.

Die Hartz IV-Vorschläge der Arbeitsagentur

Längerer Bewilligungszeitraum

Der Bewilligungszeitraum ist derzeit auf sechs Monate festgelegt. Danach muss Hartz IV neu beantragt werden. Der Vorschlag sieht vor, den Zeitraum gesetzlich auf
grundsätzlich zwölf Monate festzulegen. Nur in Ausnahmefällen sollte eine Abweichung nach unten zugelassen werden.

Schärfere Sanktionen

Bisher wird bei den Sanktionen unterschieden, ob ein Bezieher einen Termin im Jobcenter verpasst oder eine vom Jobcenter vorgeschlagene Maßnahme ablehnt – die Kürzungen sind unterschiedlich. Die Arbeitsagentur will das angeleichen. Dann würden beide Fälle gleich bestraft, nämlich mit bis zu 30 Prozent weniger Geld.

Selbstständige

Selbstständige sollen nach Vorstellungen der Bundesagentur für Arbeit (BA) nur noch für eine Übergangsfrist Hartz IV beziehen dürfen. Auch sollen sie künftig nur noch in eng begrenztem Rahmen ihren Gewinn mit Betriebsausgaben schmälern können. Derzeit beziehen nach Angaben des BA-Vorstandsmitglieds Heinrich Alt bundesweit rund 125 000 Selbstständige Hartz IV, weil ihre Einkünfte zum Leben nicht ausreichten.

Miete

Kommt es zu einer Mieterhöhung, muss die Übernahme der Kosten vorher beantragt werden. Ansonsten übernimmt die Arbeitsagentur die höhere Miete nicht.

Kleinbeträge

Kleinbeträge will das Jobcenter in Zukunft nicht mehr zurückfordern. Die sogenannte Bagatellgrenze soll bei 50 Euro liegen – bei allen darunter liegenden Beträgen sollen die Jobcenter künftig auf das Eintreiben von zu viel gezahltem Arbeitslosengeld II verzichten.

Die meisten, oft gut ausgebildeten Zuwanderer hätten rasch eine Arbeit in Deutschland gefunden, betonen die Arbeitsmarktforscher. Bis Ende Januar sei die Zahl der Beschäftigten aus beiden Ländern um 13 281 gestiegen. Nach Beobachtungen der Bundesagentur für Arbeit (BA) profitieren von der Freizügigkeitsregelung auch schon länger in Deutschland lebende Bulgaren und Rumänen. „Viele nutzen die Regelung, um sich eine Arbeit zu suchen oder ihre jetzige Beschäftigung zu legalisieren“, erklärte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt am Donnerstag.

Hinweise, dass viele Zuwanderer aus den beiden Ländern schon kurz nach ihrem Eintreffen in Deutschland Hartz IV beantragen, sehen bislang weder die Bundesagentur noch die Arbeitsmarktforscher. Allerdings liegen entsprechende Zahlen nur bis zum Jahresende 2013 vor. Diese zeigten zwar einen leichten Anstieg von Hartz-IV-Empfängern aus Rumänien und Bulgarien: Mit 45 260 habe am 31. Dezember 2013 jeder zehnte in Deutschland lebende Bulgare und Rumäne Unterstützung vom Jobcenter erhalten. Dennoch bleibe die Gruppe damit unter dem Durchschnitt aller in Deutschland lebenden Ausländer.

Dennoch gebe es Regionen, in denen sich die Probleme ballten, räumt das IAB ein. So beziehe in Berlin fast jeder vierte Bulgare oder Rumäne Hartz-IV, in Frankfurt und Offenbach sei es etwa jeder siebte. Besonders gefragt seien bei bulgarischen und rumänischen Zuwanderern die Städte Duisburg, Hamburg und Nürnberg. Dort seien die Wohnungsmieten teilweise noch günstig. Zudem zieht es nach Einschätzung von BA-Vorstandsmitglied Alt die Menschen bevorzugt dorthin, wo bereits Landsleute leben. Solche Ballungen lösten sich aber oft mit wachsender Integration und besseren Deutschkenntnissen der Zuwanderer auf.

Von

dpa

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

24.04.2014, 17:26 Uhr

Juhu, die Fachkräfte aus Bulgarien und Rumänien kommen und in zwei Jahren beziehen 80 Prozent von denen Stütze oder Hartz IV. Bei den Türken hat es ein paar Jahre bzw. eine Generation gedauert. Macht euch mal ehrlich deutsche Medien, es ist wirklich nur noch lächerlich!
Und vergesst nicht in zwei bis fünf Jahren die neuen gefälschten Statistiken zu veröffentlichen. Und ja, wir lieben alle dieses verlogene Europa, Würg!!!

Account gelöscht!

24.04.2014, 18:28 Uhr

Komm ich aus Türkei, bin ich auch Fachkraft ok! Bin ich dönerbudenfachverkaufer!

Account gelöscht!

24.04.2014, 18:31 Uhr

Komme ich aus Türkei, bin ich Fachkraft, ok! Bin isch Dönerbudenfachverkaufer und Gold fach Ankäufer !

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