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28.01.2010

09:39 Uhr

Mehr Leistung

Windbranche im Aufschwung

VonKlaus Stratmann

Der Ausbau der Windenergie schreitet voran. Sowohl der Bundesverband Windenergie (BWE) als auch der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) rechnet in diesem Jahr mit einem deutlichen Wachstum der neu installierten Kapazitäten. Als Nadelöhr beim weiteren Ausbau könnte sich allerdings das Stromnetz erweisen.

Nach vorläufigen Zahlen haben die Windräder in Deutschland 2009 etwa 38 Terawattstunden Strom geliefert. dpa

Nach vorläufigen Zahlen haben die Windräder in Deutschland 2009 etwa 38 Terawattstunden Strom geliefert.

BERLIN. Die Erweiterung der Netzkapazitäten hinke „dramatisch hinterher“, hieß es gestern bei der gemeinsamen Jahresbilanz beider Verbände. Laut BWE hat sich der Markt nach zwei Jahren der Stagnation bereits 2009 wieder erholt. Die installierte Leistung wuchs um gut 1 900 Megawatt (MW) auf insgesamt knapp 26 000 MW. Unter den erneuerbaren Energien führt der Windstrom bei der Stromproduktion mit einem Anteil von knapp 60 Prozent weit vor der Biomasse und der Wasserkraft. Etwa 17 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms stammen mittlerweile aus erneuerbaren Quellen. Ziel der Bundesregierung ist es, diesen Anteil bis 2020 auf 30 Prozent zu steigern.

Weniger Windräder, mehr Ausbeute

Die Windbranche ist zuversichtlich, einen wesentlichen Beitrag zu diesem Wachstum leisten zu können. Große Hoffnungen setzt sie dabei auf das Repowering. Damit ist der Ersatz bestehender Windräder durch höhere und leistungsfähigere Anlagen gemeint. Mit dem Repowering reduziert sich die Zahl der Windräder, zugleich steigt aber die Ausbeute. Im Repowering stecke das entscheidende Potenzial für den Ausbau der Windenergie in den kommenden Jahren, sagte BWE-Präsident Hermann Albers. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) honoriert das Repowering mit einem Bonus.

Auch der in Deutschland erst 2009 erfolgte Einstieg in die Windstrom-Erzeugung auf hoher See birgt nach Einschätzung der Branche erhebliche Potenziale. Allerdings kommt nach Einschätzung von BWE und VDMA auch in Zukunft der Löwenanteil der Windstromproduktion vom Festland, da die Offshore-Nutzung mit erheblichen technischen und finanziellen Risiken behaftet ist.

Die EEG-Vergütungen für Windstrom beliefen sich 2009 nach Schätzungen des BWE auf rund drei Mrd. Euro. Vorläufigen Zahlen zufolge haben die Windräder in Deutschland 2009 etwa 38 Terawattstunden Strom geliefert, der mit durchschnittlich acht Cent je Kilowattstunde vergütet wurde. Das EEG garantiert für Öko-Strom feste Vergütungen, die zum Teil deutlich über den Marktpreisen liegen. Unter den erneuerbaren Energien ist der Windstrom der Konkurrenzfähigkeit am nächsten. An der Leipziger Strombörse (EEX) wurde Strom gestern im Spotmarkt für etwa fünf Cent je Kilowattstunde gehandelt. Für neue Photovoltaikanlagen garantiert das EEG Vergütungen von bis zu 39 Cent.

Investitionen in das Netz

Um den weiteren Ausbau der Windkraft zu ermöglichen, bedarf es nach Einschätzung von BWE und VDMA erheblicher Investitionen in den Ausbau der Stromnetze. Tatsächlich geraten die Übertragungsnetze insbesondere im Nordosten Deutschlands bei starkem Windstromaufkommen immer häufiger an die Grenze ihrer Belastbarkeit. BWE-Präsident Albers sagte, Betreiber konventioneller Kraftwerke seien oft nicht bereit, bei starkem Windstromaufkommen die Leistung ihrer Anlagen zu drosseln.

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