Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.01.2010

13:59 Uhr

Mehr Migranten

Beauftragte fordert Vielfalt im öffentlichen Dienst

Im Lehramt sowie bei Feuerwehr und Polizei sollen häufiger Migranten beschäftigt werden. Dafür macht sich die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung stark und fordert mehr Vielfalt im Öffentlichen Dienst - nicht zuletzt, um möglichst umfassende Sprach- und Kulturkenntnisse in die Amtsstuben zu bringen.

Maria Böhmer fordert mehr Vielfalt im öffentlichen Dienst. ap

Maria Böhmer fordert mehr Vielfalt im öffentlichen Dienst.

HB DÜSSELDORF/BERLIN. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, strebt einen deutlich höheren Anteil von Migranten im öffentlichen Dienst an. "Bereits jetzt hat jeder Fünfte in Deutschland einen Migrationshintergrund. Umso wichtiger ist es, dass Migranten angemessen als Beschäftigte im öffentlichen Dienst vertreten sind", sagte sie am Donnerstag in Berlin. "Eine Quote steht aber nicht zur Diskussion", betonte die CDU-Politikerin.

Zuvor hatte sie der "Rheinischen Post" gesagt, der hohe Anteil von Menschen mit ausländischen Wurzeln müsse auch "angemessen" im öffentlichen Dienst berücksichtigt werden. "Besonders dringend benötigen wir mehr Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen mit Migrationshintergrund", sagte Böhmer. Auch im Polizeidienst, bei der Feuerwehr und in kommunalen Verwaltungen sei ein verstärkter Einsatz von Migranten richtig.

"Es geht darum, den Anteil der Zuwanderer unter den Beschäftigten unter Berücksichtigung von Eignung, Leistung und Befähigung zu erhöhen und dabei deren sprachliche und interkulturelle Kompetenzen einzubeziehen", sagte Böhmer. Dies müsse Aufgabe der Personalplanung jeder einzelnen Behörde sein. Die Integrationsbeauftragte bezog sich dabei auf Vereinbarungen im Nationalen Integrationsplan. Dort ist festgehalten, dass Bund und Länder als Arbeitgeber den Anteil der Migranten im öffentlichen Dienst erhöhen wollen.

Auch die Türkische Gemeinde hatte jüngst gefordert, mehr Migranten im öffentlichen Dienst einzustellen. Wichtig sei - wie früher in der Gleichstellungsdebatte - eine Art Quotensystem, damit im öffentlichen Dienst, in Fernseh- und Rundfunkräten und anderen Institutionen mehr Migranten vertreten seien und so das Miteinander gestärkt werde, sagte der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, damals der dpa. Die Organisation fordert von der schwarz-gelben Bundesregierung eine Art Integrationsagenda 2010.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×