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20.05.2013

17:24 Uhr

Mehr Mittel für Schulen

Stifterverband fordert eine Lotterie für Bildung

ExklusivStatt die Steuern zu erhöhen könne man doch eine Lotterie für Bildung einrichten, so Stifterverbandspräsident Arend Oetker. Das gebe es in anderen Ländern bereits. Der Nachwuchs an Akademikern sei indes gesichert.

Schüler während des Unterrichts: Lotto für bessere Bildung? dpa

Schüler während des Unterrichts: Lotto für bessere Bildung?

Der Präsident des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft hat eine Lotterie für die Bildung vorgeschlagen, um so mehr Mittel für Schulen und Hochschulen einzusammeln. Schon heute fließt der Großteil der Lottogelder in Kultur-Projekte. “Warum nicht eine Lotterie für Bildung?“, sagte Oetker im Interview mit dem Handelsblatt, dieser Weg sei auf jeden Fall besser, als die Steuern zu erhöhen. „Im Ausland gibt es das schon. Man könnte also in jedem Bundesland eine Schullotterie einführen“, meint der Unternehmer.

Daneben plädiert der Stifterverbandspräsident, der viele Jahre auch Vizepräsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) war, dafür, nicht noch mehr junge Menschen zu einem Studium zu motivieren. „Vor wenigen Jahren haben wir das Ziel ausgegeben, 40 Prozent eines Jahrgangs sollen studieren. Jetzt sind schon 50 Prozent erreicht.“ Mittlerweile sei klar, dass der Nachwuchs an Akademikern einigermaßen gesichert sei, dafür aber „händeringend Lehrlinge gesucht werden“.

Die ideale Schule

Engagierte Lehrer

...fordern 94 Prozent der Lehrer und 92 Prozent der Eltern.

Gut ausgebildete Lehrer

...fordern 85 Prozent der Lehrer und 83 Prozent der Eltern.

Gute Organisation des Schulalltags

...fordern 77 Prozent der Lehrer und 74 Prozent der Eltern.

Klassengröße

Kleine Klassen wünschen sich 76 Prozent der Lehrer und 80 Prozent der Eltern.

Förderung

Eine gezielte Förderung nach Begabung wünschen sich 75 Prozent der Lehrer und 78 Prozent der Eltern.

Platz

Geeignete Räumlichkeiten fordern 72 Prozent der Lehrer und 64 Prozent der Eltern.

Vorbereitung

Eine gute Vorbereitung auf das Berufsleben ist für 51 Prozent der Lehrer und 67 Prozent der Eltern ein wichtiger Faktor für die ideale Schule.

Fremde Kulturen

Die Möglichkeit zum Schüleraustausch ist für 27 Prozent der Eltern und 39 Prozent der Eltern wichtig.

Die Hochschulen rief Oetker auf, sich nicht von Aufträgen der Wirtschaft korrumpieren zu lassen. Statt sich um die Freiheit des Wissenschaft zu sorgen, „sollten sie mit Selbstbewusstsein eher die Chancen solcher Kooperationen nutzen“. Beide Seiten täten gut daran, die Freiheit des Wissenschaft zu verteidigen: „Auch wenn die Wirtschaft bezahlt, darf man sich nicht in dem beeinflussen lassen, wie und was man forscht.“

Auch der Staat müsse „vor allem vor allem die zweckfreie Forschung ermöglichen“ mahnte Oetker. Die Projektförderung für bestimmte Felder sei zwar sinnvoll, müsse aber gegenüber der nicht-anwendungsorientierten Forschung zurückstehen.

Arend Oetker, Präsident des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft. picture-alliance/ dpa

Arend Oetker, Präsident des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft.

Arend Oetker (74) ist seit 1998 Präsident des Stifterverbandes, der das Interesse der Wirtschaft an der Wissenschaft bündelt. Der Familienunternehmer (Schwartau/Hero) ist zudem Vorsitzender der einflussreichen „Forschungsunion Wirtschaft-Wissenschaft“, die den Bund berät. Im Juni soll Andreas Barner, Chef von Boehringer Ingelheim, Oetker an der Spitze des Stifterverbandes nachfolgen.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

20.05.2013, 17:47 Uhr

Die Hochschulen rief Oetker auf, sich nicht von Aufträgen der Wirtschaft korrumpieren zu lassen. Statt sich um die Freiheit des Wissenschaft zu sorgen, „sollten sie mit Selbstbewusstsein eher die Chancen solcher Kooperationen nutzen“. Beide Seiten täten gut daran, die Freiheit des Wissenschaft zu verteidigen
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Auf welche Wolke 7 lebt Herr Oetker?
Die Freiheiut der Wissenschaft wurde abgeschafft mit dem dümmlichen Bachelor, mit diesem Pseudostudium. An den Unis turnen hetue schon die Eltern rum als wäre Elternabend, denn es sind ja nur noch halbe Kinder die dort sind.
Tja, hätte Herr Oetker mal vor ein paar Jahren was sagen sollen, bevor dieser Mit von Rot-Grün installiert wurde.
Und wäre das Nieveau in den Schulen nicht so nach unten gefahren worden, würde auch nicht ejder Abi machen. Aber seien Sie mal ganz unbesorgt, Herr Oetker, demnächst haben Sie auch Ihre Putzfrau mit Abi

Humanist

20.05.2013, 18:07 Uhr

„Vor wenigen Jahren haben wir das Ziel ausgegeben, 40 Prozent eines Jahrgangs sollen studieren. Jetzt sind schon 50 Prozent erreicht.“ - Das müsste allerdings die Bildungsofensive des Herrn Oetker überflüssig machen, denn das zeigt uns, daß Bildung nicht eine Frage des Geldes sein kann. Aber der Herr Oetker verwechselt offensichtlich, wie viele seiner Zeitgenossen, Wissenserwerb mit Bildung und merkt gar nicht, daß in diesem unserem Lande die Zivilisation der Kultur mit Riesenschritten davonläuft, weil eben Bildung mehr ist als Wissen oder, wie es der ehemalige Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Prof. Dr. Hubert Markl, ausdrückt: Gegen Information hilft nur Bildung. In so ein Programm müsste der Herr Oetker seine Backpulvermillionen stecken, wenn er denn das Problem verstünde. Tut er aber nicht – schade, die ganzen Backpulvermillionen sinnlos verpulvert.

Account gelöscht!

20.05.2013, 18:37 Uhr

Als ersten Schritt könnte man zB den Erlös aus dem Verkauf von 30000 BVB Trikots (vorhergehender HB-Artikel) in das Bildungsprogramm einzahlen.

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