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26.03.2014

05:14 Uhr

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Lkw-Maut-Ausdehnung stößt auf Kritik

Um die sinkenden Tarife abzufedern, will Bundesverkehrsminister Dobrindt auf mehr Straßen von mehr Lkw Gebühren verlangen. Kritiker nennen die Ausweitung „beliebig“ und kurzsichtig.

Lkw-Maut: Neu will der Bund von Lkw ab 7,5 Tonnen Gebühren verlangen. dpa

Lkw-Maut: Neu will der Bund von Lkw ab 7,5 Tonnen Gebühren verlangen.

BerlinAngesichts schwindender Einnahmen will Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die Lkw-Maut auf mehr Bundesstraßen und kleinere Lastwagen ausdehnen. Gemäß einem Gutachten müssten die Mautsätze bald gesenkt werden. Dadurch seien für den Bund bis 2017 geringere Mauteinnahmen „im Bereich von zwei Milliarden Euro“ zu erwarten, erklärte Dobrindt am Dienstag in Berlin. Aus der Wirtschaft kam Kritik an den Plänen. Die große Koalition müsse den gesamten Verkehrsetat auf eine solide finanzielle Basis stellen, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer, der „Passauer Neuen Presse“.

„Jetzt rächt es sich, dass der Verkehrsetat in den vergangenen Jahren fast in der Höhe zurückgefahren wurde, wie die Einnahmen aus der Maut veranschlagt worden sind“, meinte Schweitzer. Es wirke ratlos, wenn der Minister die Abgabe nun auf weitere Lkw-Gewichtsklassen „beliebig ausweite“. Dies reiche keinesfalls aus, um die insgesamt rückläufigen Einnahmen aus der Maut aufzufangen, sagte der DIHK-Präsident der Zeitung. Außerdem erkenne man so nicht den Einsatz umweltfreundlicherer kleiner Lastwagen an. Für die SPD pocht Fraktionsvize Sören Bartol darauf, dass Dobrindt zügig ein Ausweitungskonzept vorlegt, das nicht nur Ausfälle kompensiert.

Verkehr: Lkw-Maut soll bald ab 7,5 Tonnen gelten

Verkehr

Lkw-Maut soll bald ab 7,5 Tonnen gelten

Die Nutzungsgebühr für schwere Lastwagen ist für den Bund eine zuverlässige Einnahmequelle. Wie von Union und SPD schon länger verabredet, soll die Lkw-Maut nun weiter ausgedehnt werden.

Um die Einnahmelücke zumindest zum Teil zu schließen, soll die Maut den Plänen des Ministers zufolge zum 1. Juli 2015 auf zusätzlichen 1000 Kilometern Bundesstraße kommen. Zudem sollen schon Lkw ab 7,5 Tonnen statt wie bisher ab zwölf Tonnen zahlen. Die SPD mahnte, dies könne nur ein erster Schritt hin zu der im Koalitionsvertrag vereinbarten Lkw-Mautpflicht auf allen Bundesstraßen sein.

Dobrindt machte deutlich, dass die von der schwarz-roten Koalition für diese Wahlperiode geplanten zusätzlichen fünf Milliarden Euro für Verkehrsinvestitionen aber nicht geschmälert werden sollen. Darüber sei er sich mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) einig. Die Lücke wegen der zu erwartenden geringeren Einnahmen aus der Lkw-Maut solle dann aus dem allgemeinen Haushalt geschlossen werden.

Die Maut ist bisher für Lkw ab zwölf Tonnen fällig und auf Autobahnen sowie 1100 Kilometern gut ausgebauter Bundesstraßen zu zahlen. Damit erzielt der Bund Einnahmen von jährlich rund 4,5 Milliarden Euro. Die Mautsätze liegen derzeit im Schnitt bei 17 Cent je Kilometer. Laut einem nun vorliegenden Gutachten, das Erhaltungskosten und Abnutzung durch Lkw berechnet, müssen die Sätze aber gesenkt werden.

Auf Autobahnen gilt die Lkw-Maut seit 2005. Mehr als 776 000 Lkw haben mittlerweile Bordcomputer installiert, mit denen die Abgabe automatisch abgebucht wird. Neben der Ausweitung der Lkw-Maut will die Koalition eine Pkw-Maut als zusätzliche Geldquelle einführen.

Von

dpa

Kommentare (6)

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26.03.2014, 08:13 Uhr

Schön, dass die Maut abgesenkt wird. Insbesondere in Hinblick auf die Tatsache, dass unsere Autobahnen marode sind - insbesondere die Brücken.

Ein LKW belastet die Straße übrigens 40000 mal so stark wie ein PKW!
Es kann davon ausgegangen werden, daß die Autobahnen zu 99,9% von den LKW verschlissen werden. Enstprechend sollte die Finanzierung sein - Verursacherprinzip. Es kann nicht sein, dass die Steuerzahler den LKW-Verkehr finanzieren.

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26.03.2014, 08:41 Uhr

"Neben der Ausweitung der Lkw-Maut will die Koalition eine Pkw-Maut als zusätzliche Geldquelle einführen."
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Nur darum geht es: Abzocke! Soll der Bürger doch sehen, wie er satt wird, ein Dach über dem Kopf bekommt und zur Arbeit kommt. Hauptsache, man kann ihm Steuern und Abgaben abpressen bis über die Schmerzgrenze hinaus. Und nicht vergessen: Selbstverständlich kräftig Steuern auf die Abgaben, wo kämen wir sonst hin!
Aber nur weiter so. Geld, das in Steuern und Abgaben verschwindet, steht für Anschaffungen, Konsum, Urlaub o.ä. nicht mehr zur Verfügung. Der treudoofe, deutsche Michel wird weiterschuften, weiterzahlen, den Gürtel noch enger schnallen und bei der nächsten Wahl die Blockflöten, die ihn ständig auspressen wie eine Zitrone (gut 70% Staatsquote, wenn man alles zusammenrechnet) wiederwählen.

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26.03.2014, 09:42 Uhr

Wieder mehr Maut für unsere Politiker. Nicht für die Infrastruktur. Baldgibt es die Maut für Fussgänger. Warum werden grundsätzlich die Fahrradfahrer ausgenommen, die sich weigern, menschliche Regeln ein zu galten und die Fahrradwege zu benutzen?

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