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03.01.2007

12:47 Uhr

Meinungsumfrage

Stoiber, der ungeliebte Bayern-Fürst

Eine Befragung der CSU-Mitglieder zu einer weiteren Spitzenkandidatur von Parteichef Edmund Stoiber für das Amt des Ministerpräsidenten in Bayern verspräche durchaus Spannung - wenn es sie denn gäbe. Einer Meinungsumfrage zufolge lehnen die Wähler in Bayern Stoiber nämlich inzwischen mehrheitlich ab - und die CSU-Anhängerschaft will den Mitgliederentscheid.

Edmund Stoiber. Foto: dpa dpa

Edmund Stoiber. Foto: dpa

HB MÜNCHEN. Die Frage, ob Stoiber bei der Landtagswahl 2008 wieder als Nummer eins der CSU antreten sollte, beantworteten in einer am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage 60 Prozent mit „Nein“. 32 Prozent sprachen sich für den CSU-Vorsitzenden aus. Unter den CSU-Anhängern findet eine Kandidatur Stoibers eine knappe Mehrheit: 52 Prozent sind für, 45 Prozent gegen ihn.

Der von der Fürther CSU-Landrätin Gabriele Pauli vorgeschlagene Mitgliederentscheid über den Spitzenbewerber stößt der Umfrage zufolge auf Zustimmung. 53 Prozent der Wähler insgesamt und 51 Prozent der CSU-Anhänger befürworteten dies. 32 Prozent aller Bayern und 39 Prozent der CSU-Anhänger lehnen die Urwahl ab.

SPD hilft Pauli-Affäre wenig

Wäre jetzt Landtagswahl, könnte die CSU trotz aktueller Querelen und weiterer Verluste gegenüber ihrem Ergebnis von 2003 noch immer mit einer stabilen Mehrheit im Landtag rechnen. Nach einer Umfrage würden 54 Prozent der Bayern für die CSU stimmen, was knapp sieben Prozentpunkte weniger wären als bei der letzten Landtagswahl. Die SPD käme demnach auf 18 Prozent nach 19,6 Prozent 2003, die Grünen könnten mit neun (7,7) Prozent rechnen. Die nicht im Parlament vertretene FDP liegt bei fünf Prozent. Für die repräsentative Umfrage befragte Forsa nach eigenen Angaben Ende Dezember 1 009 wahlberechtigte Bayern befragt.

Der Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion, Joachim Herrmann, hatte einer Mitgliederbefragung zur Spitzenkandidatur 2008 am Dienstag eine klare Absage erteilt. Er stehe plebiszitären Elementen zwar aufgeschlossen gegenüber, „als Herzkammer der Partei“ solle die Fraktion aber „das Selbstbewusstsein haben, aus eigener Kraft die richtigen Konzepte für die Zukunft zu entwickeln“, schrieb Herrmann in einem Brief an die CSU-Landtagsabgeordneten.

CSU-Fraktionschef will Stoiber-Votum in Wildbad Kreuth

Herrmann schlug vor, dass die Parlamentarier bereits auf ihrer bevorstehenden Klausurtagung in Wildbad Kreuth ein eindeutiges Votum dafür abzugeben, „dass Edmund Stoiber als amtierender Ministerpräsident auch erneut der Spitzenkandidat für die nächste Landtagswahl sein wird“.

Stoiber-Kritikerin Pauli lehnt eine frühzeitige Nominierung Stoibers dagegen ab. „Das ist kein demokratisches Verfahren“, sagte sie „Spiegel Online“. Die Partei müsse gefragt werden. Die 49-jährige CSU-Politikerin erklärte: „Ich würde mich freuen, wenn sich Horst Seehofer mit dem Gedanken trägt, als Ministerpräsidentenkandidat anzutreten.“ Pauli war durch Vorwürfe ins Rampenlicht gerückt, Stoiber habe ihr Privatleben durch einen Mitarbeiter der Staatskanzlei ausforschen lassen.

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