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30.03.2013

12:55 Uhr

Merkel-Bashing auf Zypern

SPD-Haushälter zeigt Verständnis für Proteste

VonDietmar Neuerer

ExklusivHakenkreuze, Hitlerbärtchen, Vergleiche mit einem vierten Reich: Die heftigen Reaktionen der Zyprer auf die Rolle Deutschlands bei der finanziellen Rettung des Landes kann der haushaltspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, nachvollziehen.

Hitlervergleiche sind auf Zyperns Straßen momentan keine Seltenheit. dpa

Hitlervergleiche sind auf Zyperns Straßen momentan keine Seltenheit.

BerlinSPD-Politiker Carsten Schneider hat Verständnis für die heftigen Vorwürfe auf Zypern gegen die Rolle Deutschlands bei der finanziellen Rettung der Inselrepublik gezeigt. "Das jüngste Beispiel des Krisenmanagements der Bundesregierung um den zypriotischen Hilfsantrag ist zugleich das schlimmste Beispiel für die Unfähigkeit der Bundesregierung zu sinnvollen Lösungen bei den Problemen der Finanzkrise zu kommen", sagte Schneider Handelsblatt Online. Bei der ersten Einigung auf ein Rettungspaket habe sich Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) "entweder aufs Glatteis führen lassen oder den Ernst der Lage nicht überblickt, als er das Vertrauen aller Sparer in der EU zerstört hat".

Auch in Deutschland sei unter der Regierung von Angela Merkel (CDU) "das Vertrauen in die Einlagensicherung auf ein neues Rekordtief gesunken", sagte Schneider weiter. "Es war deshalb nicht verwunderlich, dass außer dem Vorsitzenden der Eurogruppe Jeroen Dijsselbloem bei der jüngsten Einigung kein anderer Finanzminister mehr beteiligt war."

Bei Demonstrationen gegen die Auflagen des Hilfspakets waren auf Zypern wie zuvor schon in Griechenland wiederholt Schmähungen gegen Deutschland laut geworden. So waren Fotos von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Hitlerbart gezeigt worden. Gegen andere Euro-Länder war die Kritik deutlich moderater.

Schneider warf der Bundesregierung vor diesem Hintergrund vor, mit ihrer Politik "Deutschland in Europa isoliert und damit unseren Einfluss minimiert" zu haben. "Unser Land ist vielleicht noch in der Lage bestimmte Entscheidungen zu verhindern, aber nicht mehr die notwendigen Entscheidungen zu befördern und durchzusetzen", sagte der SPD-Politiker.

Kommentare (30)

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Account gelöscht!

30.03.2013, 13:59 Uhr

Ja ja, wieder einmal unsere vaterlandslosen Gesellen von der SPD!

Sarina

30.03.2013, 14:09 Uhr

"Unser Land ist vielleicht noch in der Lage bestimmte Entscheidungen zu verhindern, aber nicht mehr die notwendigen Entscheidungen zu befördern und durchzusetzen", sagte der SPD-Politiker.
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Mit Pfeifen wie Ihnen sind gewiss keine Entscheidungen zu befördern und durchzusetzen. Deshalb wird die "Alternative für Deutschland" Ihnen im Herbst zeigen, wo der Barthel den Most zapft. Oh, dann wird Ihnen und Ihren Mittänzern vom linken Ufer aber sehr schnell einfallen, wie Entscheidungen herbeigeführt und durchgesetzt werden - leider viel zu spät!

Account gelöscht!

30.03.2013, 14:18 Uhr

@WahrlichichsageEuch

"Ja ja, wieder einmal unsere vaterlandslosen Gesellen von der SPD!"

Richtig, ein Land wie Deutschland ohne politischen Selbsterhaltungstrieb wird zwangsläufig von der Landkarte verschwinden.

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