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11.05.2013

14:31 Uhr

Merkel im Video-Podcast

„Demografischer Wandel keine Bürde, sondern Chance“

Die Deutschen werden immer älter, das stellt die Gesellschaft vor großer Herausforderungen. Kanzlerin Angela Merkel will den Wandel als Chance begreifen – um „besser in unserem Land zusammenleben zu können“.

Kanzlerin Angela Merkel: „Wir werden vielfältiger werden.“ dpa

Kanzlerin Angela Merkel: „Wir werden vielfältiger werden.“

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel hat dazu aufgerufen, den demografischen Wandel nicht nur als Problem, sondern auch als Chance zu sehen. Die Alterung der Gesellschaft habe enorme Auswirkungen auf das künftige Zusammenleben der Menschen, sagte Merkel in ihrem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast. „Denn es geht nicht einfach nur darum, dass wir im Durchschnitt älter werden, sondern wir werden in Deutschland auch weniger werden, wir werden vielfältiger werden.“ Merkel dankte allen, die freiwillig ihren Beitrag zur Gestaltung des demografischen Wandels leisten. „Denn wir wollen diesen Wandel nicht als Bürde auffassen, sondern als eine Chance sehen, besser in unserem Land zusammenleben zu können.“

Im Auftrag der Bundesregierung beraten seit vergangenem Herbst neun Arbeitsgruppen über die Umsetzung einer Demografiestrategie. Beim zweiten Demografiegipfel am kommenden Dienstag wollen die Experten erste Ergebnisse vorstellen. Neben dem Bund wirken Länder, Kommunen, Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften und Gruppen der Zivilgesellschaft mit.

Demografischer Wandel - Herausforderung für die Wissenschaft

Video: Demografischer Wandel - Herausforderung für die Wissenschaft

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Die Bundesregierung hat nach den Worten der Kanzlerin einige wichtige Entscheidungen getroffen, um Deutschland auf den demografischen Wandel vorzubereiten. Merkel nannte die Haushaltskonsolidierung, die Finanzhilfen beim Hochschulpakt, die Initiative zur besseren Ausbildung von Lehrern und den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ab August dieses Jahres.

Bis Sommer müssen bundesweit 780.000 Kita-Plätze zur Verfügung stehen, weil Kinder im Alter von ein bis drei Jahren ab 1. August 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben. Nach früheren Berechnungen des Städte- und Gemeindebundes fehlten Anfang des Jahres allerdings noch etwa 150.000 Plätze.

Von

rtr

Kommentare (7)

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RDA

11.05.2013, 18:01 Uhr

Wenn mal wieder die Experten Raffelhüschen, Miegel, Rürup und Börsch-Supan dabei sind, dann werden sie wieder für den Abbau der umlagefinanzierten Rente trommeln und uns weismachen, nur teure private Vorsorge und Entlastung der Arbeitgeber seien heilsbringend. Dass viele Privatversicherer schon sehr bald ihre Garantieleistungen nicht mehr erbringen können (Stichwort: negative Realzinsen), verschweigen diese Experten. Genauso wie die Frage, warum unser Staat bei seiner eigenen Finanzierung am Umlagesystem (der Lohnsteuer) festhält.

Ich hoffe, Frau Merkel stellt diesmal die richtigen Fragen: Nämlich, wie hoch die Ausgaben für Nichterwerbstätige in % des BIP in den Jahren 2020 bis 2060 sein werden. Dann würde nämlich herauskommen, dass bei nur mäßigem Wirtschaftswachstum und weiter steigender Produktivität eine schrumpfende Zahl von Erwerbstätigen sehr wohl mehr Ältere versorgen kann, weil im Gegenzug die Zahl der sonstigen Erwerbslosen (Kinder, Jugendliche, Hausfrauen, Arbeitslose) sinkt. Und angesichts stetig steigender Produktivität ist es sogar gut für den ARbeitsmarkt, dass es weniger Erwerbspersonen gibt - die würden sonst nämlich arbeitslos. Wichtig ist nur, dass die Produktivitätsfortschritte zukünftig voll in Lohnerhöhungen fließen. Falls es zu Arbeitskräftemangel kommt, kann außerdem die Wochenarbeitszeit auf 42 Stunden angehoben werden - bei gleichem Stundenlohn. Dann fällt die demografische Katastrophe leider aus.

WFriedrich

11.05.2013, 20:16 Uhr

Merkels empfiehlt einen realistischen, statt fatalistischen Umgang mit dem Unabänderlichen. Ihre Empfehlungen werden sicherlich von keiner Seite ernsthaft in Frage gestellt werden können. Von besonderer Brisanz ist aber die Überlagerung der demografischen Entwicklung mit Standortanomalien. So gleichen die attraktiven Ballungsräume ihre eigenen demografischen Probleme zu Lasten der ländlichen Räume, der Flächenländer und insbesondere Ostdeutschlands aus. In Ostdeutschland ist deswegen die wirtschaftliche Aufholung zum Stehen gekommen. Dafür werden auch nach dem Auslaufen des Solidarpakts hohe Ausgleichszahlungen notwendig werden. Sachsen hat ein ambitioniertes Entwicklungsprogramm beschlossen. Inhaltlich unterscheidet es sich aber nicht von denen der ressourcenreicheren Bundesländer. Ich erachte deswegen (und als Alternative zur Verstetigung von Transferbedarf) die Errichtung eines steuerlichen Sonderwirtschaftsbereichs als unverzichtbar.

Einige Diskutanten ziehen über Kanzlerin Merkel her, obwohl ihre Politik Wirtschaftsverbundenheit mit Sozialpolitik im besten Sinne von Ludwig Erhardt miteinander verbindet. Der Hass aus der braunen Ecke, die ihre Vergangenheit stets verbarg und damit entscheidend das Anzweifeln des Holocaust zu verantworten hat (Logik: wo keine Täter, dort keine Urteile und folgerichtig keine Opfer), muss groß sein. So groß, dass das überlebensnotwendigen Verhalten in der Diktatur ungleich mehr Interesse findet, als die Verbrechen an der jüdischen und europäischen Bevölkerung: diese Unterschiedlichkeit erinnert an Jud-Süß-Propaganda. Sie ist auch zutiefst demokratiefeindlich, weil der Diktatur offenkundig Handlungsspielräume zugebilligt, die es nie gab. Womöglich hat sich Merkel mit ihrer solidarischen Position zur israelischen Bevölkerung und deren Staat tückische Feinde geschaffen. Ein solcher Umgang mit unserer verhängnisvollen Geschichte sollte im demokratischen Ausland mit Besorgnis beobachtet werden.

runter_mit_der_Staatsquote

11.05.2013, 21:17 Uhr

Merkels Hauptaufgabe ist Folgende:

Die Steuern und Abgaben müssen runter auf eine max. Staatsquote von 30%. Durch Deckelung der Personalkosten für Staatsbedienstete auf 100 Mia EUR können wir 60 Mia EUR einsparen. Davon investieren wir 30 Mia für Steuersenkungen und 30 Mia für den Schuldenabbau. Erst dann lohnt es sich wieder zu arbeiten in dieser Beamtendiktatur BRD !

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