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15.12.2014

21:18 Uhr

Merkel kritisiert Isalm-Hetze

15.000 Anhänger bei „Pegida“ in Dresden

Offene Fremdenfeindlichkeit oder demokratischer Protest? „Pegida“ löst weiter heftige Reaktionen aus. Am Abend mobilisiert das rechte Bündnis in Dresden mehr Sympathisanten denn je. Auch die Gegner gehen auf die Straße.

Erneute Proteste: „Keine Sharia in Europa“ steht auf einem Plakat der „Pegida“-Demonstranten in Dresden. Reuters

Erneute Proteste: „Keine Sharia in Europa“ steht auf einem Plakat der „Pegida“-Demonstranten in Dresden.

DresdenDie Anti-Islam-Bewegung „Pegida“ mobilisiert ungeachtet der Kritik etablierter Parteien an ihren Parolen immer mehr Sympathisanten. Am Montagabend folgten in Dresden rund 15 000 Menschen - mehr als je zuvor - dem Demonstrationsaufruf der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verurteilte die Aktionen der rechtskonservativen Bewegung scharf und warnte vor „Hetze“ gegen Ausländer. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) nannte die Proteste eine „Schande für Deutschland“ und zog sich dafür scharfe Kritik der CSU zu.

Zeitgleich mit den „Pegida“-Anhängern gingen in Dresden erneut deren Gegner auf die Straße. Zu Gegenkundgebungen, zu denen die Bündnisse „Dresden für alle“ und „Dresden Nazifrei“ aufgerufen hatten, kamen laut Polizei mehr als 5600 Menschen. Das waren deutlich weniger als noch vor einer Woche, als 9000 Gegendemonstranten gezählt wurden.

Unter den „Pegida“-Demonstranten war auch Alexander Gauland, der AfD-Vorsitzende in Brandenburg. Zuvor hatte der stellvertretende Sprecher der Alternative für Deutschland (AfD), Hans-Olaf Henkel, den Mitgliedern seiner Partei noch davon abgeraten, sich an „Demonstrationen von selbst ernannten Islamkritikern“ zu beteiligen.

Anti-Islam-Demos: Merkel warnt vor „Pegida“

Anti-Islam-Demos

Merkel warnt vor „Pegida“

Die Anti-Islam-Gruppe „Pegida“ hat viele Sympathisanten. Jeder zweite Deutsche hat Verständnis für die Demonstranten, die Mehrheit der Bürger fürchtet den Einfluss radikaler Islamisten. Die Kanzlerin ist alarmiert.

Merkel sagte in Berlin, in Deutschland gelte zwar Demonstrationsfreiheit. „Aber es ist kein Platz für Hetze und Verleumdung von Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen.“ Jeder müsse aufpassen, „dass er nicht von den Initiatoren einer solchen Veranstaltung instrumentalisiert wird“.

Der Interkulturelle Rat in Deutschland sowie Pro Asyl stuften „Pegida“ als rassistisch ein. „Die Anführer dieser Demonstrationen sind keine Patrioten, sondern Rassisten, die Menschenrechte infrage stellen und Minderheiten diskriminieren“, betonte Jürgen Micksch, Chef des Interkulturellen Rates. Es wäre allerdings falsch, alle Mitläufer der Demonstrationen als Rassisten zu bezeichnen: „Viele von ihnen haben Ängste, die sie auf Minderheiten projizieren.“

Justizminister Maas äußerte in der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag) die Befürchtung, dass Deutschland „gerade eine neue Eskalationsstufe der Agitation gegen Zuwanderer und Flüchtlinge“ erlebe. Er forderte ein breites Gegenbündnis der gesamten Zivilgesellschaft und aller Parteien. „Wir müssen „Pegida“ entlarven.“

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte an die Adresse von Maas: „Es ist eine ungeheure Verunglimpfung, friedlich demonstrierende Menschen, die ihre Sorgen ausdrücken, als „Schande für Deutschland“ zu bezeichnen.“

Anti-Islam-Bewegung: Geheimdienst soll „Pegida“ beobachten

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exklusivGeheimdienst soll „Pegida“ beobachten

Die Anti-Islam-Gruppe „Pegida“ will wieder in vielen deutschen Städten demonstrieren. In der Politik wächst die Sorge, die Proteste könnten außer Kontrolle geraten. Der Ruf nach einem harten Durchgreifen wird lauter.

Der Zentralrat der Muslime warf der Politik einen Mangel an Überzeugungsarbeit vor, um Bürgern Ängste vor Zuwanderung zu nehmen. Durch die „Pegida“-Bewegung werde deutlich, dass viele Menschen Angst um ihre Zukunft hätten, sagte sein Vorsitzender Aiman Mazyek dem Bayerischen Rundfunk.

Ex-Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) sprach sich für einen Dialog mit bestimmten Teilen von „Pegida“ aus. „Diejenigen Bürger, die nicht wirklich begreifen wollen oder begreifen können, was sie da tun, wofür sie sich missbrauchen lassen, auf die muss man zugehen“, sagte er im Deutschlandfunk.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Niccolo Machiavelli

16.12.2014, 08:07 Uhr

Das hat Merkel verstanden: Die Demonstrationen richten sich in erster Linie gegen Parteipolitiker, also auch und nicht unerheblich gegen sie selbst.

Klar, dass Merkel Kritik übt.

Wer das Volk nicht ernst nimmt, muss sich über solche Demonstrationen nicht wudern.

Frau Margrit Steer

16.12.2014, 12:39 Uhr

Alle Demonstranten als Rassiten zu bezeichnen ist eine absolute Frechheit von der DDR-Merkel
Sie soll liebr mal überlegen, warum sich das jetzt alles Bahn bricht.
Seit Merkel regiert, geht unsre Demokratie Stück für Stück den Bach runter und Muslime haben immer merh Rechte.
Kulturelle und christl. Feiertage und Riten werden abgeschafft weil man ja die Muslime beleidigen könnte
Deutsche sind mittlerweile Bürger 2. Klasse

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