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27.09.2011

14:56 Uhr

Merkel lobt Rösler

„Der ist ein Homo Politicus“

In der Eurokrise verpasste die Kanzlerin Philipp Rösler schon mal einen Maulkorb. Doch die Vorstellung seiner Biographie „Glaube. Heimat. FDP.“ gibt ihr die Gelegenheit, einmal richtig lieb zu ihrem Vizekanzler zu sein.

Angela Merkel mit Vizekanzler und FDP-Chef Philipp Rösler. Reuters

Angela Merkel mit Vizekanzler und FDP-Chef Philipp Rösler.

Der große Griechenland-Ärger scheint verraucht zu sein: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Vorstellung einer Biografie über Philipp Rösler am Dienstag genutzt, um bester Laune ihren Stellvertreter zu loben und viele Gemeinsamkeiten zu entdecken.

„Nett, fix, schnell“, habe sie nach einem langen Gespräch mit dem heutigen FDP-Chef gedacht, der eine extrem gute Auffassungsgabe habe. Das Bild vom „netten Herrn Rösler“ machte sich die Kanzlerin aber ausdrücklich nicht zu eigen. Nettigkeit sei eine völlig falsche Kategorie. „Der ist einfach ein homo politicus“, meinte Merkel in Berlin zum rasanten Aufstieg Röslers.

Dort präsentierte sie zusammen mit dem Wirtschaftsminister die Biografie „Philipp Rösler. Ein Porträt“ mit der Unterzeile „Glaube. Heimat. FDP.“, die der Journalist und Berliner Büroleiter der „Rheinischen Post“, Michael Bröcker, verfasst hat. Das 156-seitige Buch erscheint im Leipziger St. Benno-Verlag.

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Merkel betonte, Rösler habe einen der außergewöhnlichsten Lebensläufe eines deutschen Politikers überhaupt. Aber auch die deutsche Einheit habe ja für ungewöhnliche Biografien gesorgt, meinte Merkel mit Blick auf ihren eigene Karriere nach der Wendezeit.

Sie arbeite gern mit dem Wirtschaftsminister zusammen, sagte die Kanzlerin: „Ich glaube, wir haben dieses gegenseitige Vertrauen gefunden.“

Im Zusammenhang mit Röslers umstrittener Spekulation über eine geordnete Insolvenz Griechenlands erteilte Merkel ihrem Vize dann aber doch noch einen kleinen Seitenhieb. Die Darstellung, es habe hier Denkverbote in der Regierung gegeben, hat sie geärgert. Selbst in der DDR sei das Denken nicht verboten gewesen, sagte Merkel.

Tatsächlich hatte Merkel gesagt, wer in dieser angespannten Lage über einen Insolvenz Griechenlands reden, müsse seine Worte sorgfältig wägen. Das hatte der nette Herr Rösler ebenso fix wie schnell zu einem Denkverbot erhoben, an das er sich natürlich nicht gehalten hat.

Kommentare (9)

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PeinlichesPolitikerpack

27.09.2011, 15:04 Uhr

„Glaube. Heimat. FDP. Ade.“

atinak

27.09.2011, 15:50 Uhr

Immer noch erheblich klüger und weitsichtiger als der linke Sozialwissenschaftler Trittin, der Miterbauer von Finanzkrise und Transferunion Steinbrück, die Eurobombbefürworter in Gestalt der linken Germanistin Nahles oder des polemischen Geisteswissenschaftlers Gabriel - und wie sie alle heißen. Und die Merkel könnt Ihr gern mit dazupacken.

Steve_Flowers

27.09.2011, 16:07 Uhr

Wozu braucht denn so ein dahergelaufener Politiker eine Biografie? Jeder Trottel sülzt uns hier voll mit irgendwelchen Geschichten über sich selbst! Der soll mal schauen, dass er die Wirtschaft auf Wachstumskurs bringt, indem er den fetten Sozialstaat abspeckt! Das ist er diesem Land wohl eher schuldig als ein dümmliches Buch...
(auch wenn es jemand anders über ihnm geschrieben hat)

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