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30.05.2017

12:28 Uhr

Merkel trifft Modi

Deutsche Milliardenunterstützung für Neu Delhi

Deutschland will Indien künftig jährlich mit einer Milliarde Euro unterstützen. Das vereinbarten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Indiens Premierminister Narendra Modi bei einem Treffen in Berlin.

Deutsch-indische Beziehungen

Indiens Wirtschaft boomt – Was das für deutsche Investoren bedeutet

Deutsch-indische Beziehungen: Indiens Wirtschaft boomt – Was das für deutsche Investoren bedeutet

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BerlinMit Investitionen in Milliardenhöhe wollen Deutschland und Indien ihre Zusammenarbeit stärken. Im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Indiens Premierminister Narendra Modi wurde am Dienstag in Berlin ein Entwicklungsetat vereinbart. „Wir geben in jedem Jahr eine Milliarde Euro“, sagte Merkel nach deutsch-indischen Regierungskonsultationen. Dabei gehe es um Themen wie Smart Cities, erneuerbare Energien und Solarindustrie.

Merkel betonte zugleich, dass Deutschland Indien bei der Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens unterstützen wolle. „Indien setzt das Abkommen intensiv um“, sagte Merkel. Das Land mit mehr als einer Milliarde Einwohner befinde sich aber in einer anderen Entwicklungsphase als Deutschland. „Indien ist eine Demokratie und Indien setzt darauf, dass die Welt nicht nur vernetzt ist, sondern vernünftig gestaltet wird.“

Merkel zu Modi

„Die Zusammenarbeit mit Indien ist von überragender Bedeutung“

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Modi betonte, Indien wolle sich „gemäß globaler Standards“ weiter entwickeln. Im Mittelpunkt steht die Zukunft von 800 Millionen Jugendlichen auf dem Subkontinent. „Wir brauchen Berufsbildung für diese Jugendlichen.“ Modi sagte: „Die ganze Welt ist abhängig von Innovation, ohne Innovation kein Fortschritt.“ Indien glaube an die Einheit Europas und wolle ein starkes Europa. Als besondere Herausforderung nannte Modi unter anderem die Cybersicherheit. „Man muss da in Echtzeit reagieren können.“ Von Deutschland erhoffe sich Indien zudem Unterstützung bei der Entwicklung der zivilen Luftfahrt. Die deutsch-indischen Regierungskonsultationen sollten auch den G20-Gipfel in Hamburg im Juli vorbereiten.

Gleichzeitig rief Indiens Premierminister die Welt zum gemeinsamen Handeln auf. „Wir sind alle miteinander verbunden“, sagte Modi. „Demokratie und Vielfalt – das sind die Pfeiler, auf denen eine regelbasierte Weltordnung wirklich beruht. (...) Es ist wichtig, dass wir diese Regeln auch wirklich einhalten. Nur dann kann die Welt wirklich in die Zukunft schreiten.“ Auf dem G7-Gipfel in Sizilien hatte es jüngst größere Unstimmigkeiten zwischen den USA unter Präsident Donald Trump und den anderen Nationen gegeben. Indien ist kein Mitglied der G7.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat einen Tag nach ihrer USA-kritischen Wahlkampfrede noch einmal nachgelegt. Die CDU-Chefin warnte davor, dass sich Länder isolieren könnten, wenn sie sich an den Status Quo klammern.

Nach dem Treffen verdeutlichte Merkel die Bedeutung der transatlantischen Beziehungen. Differenzen in einzelnen Fragen dürften darüber nicht hinwegtäuschen, sagte Merkel. „Die transatlantische Beziehung ist von überragender Bedeutung“, sagte sie. Dies ändere nichts daran, dass die Europäer ihr Schicksal „auch allein in die Hand nehmen müssen“. „Europa muss ein Akteur sein, der sich auch einmischt international“, sagte sie etwa mit Blick auf die Lösung des Konflikts in Libyen.

Deutschland arbeite aber schon seit vielen Jahren auch mit vielen anderen Ländern wie Indien und China zusammen. „Das ist von überragender Bedeutung und in keiner Weise gegen irgendwelche anderen Beziehungen gerichtet und schon gar nicht gegen transatlantische Beziehungen, die historisch für uns von großer Wichtigkeit sind und auch bleiben werden“, sagte Merkel.

In Berlin finden am Dienstag die dritten deutsch-indischen Regierungskonsultationen statt. Am Mittwochabend empfängt Merkel den chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang.

Kommentare (5)

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Herr Old Harold

30.05.2017, 12:38 Uhr

Statt die Atommacht Indien jährlich mit 1 Milliarde Euro zu unterstützen, sollte sich Deutschland wehrfähig machen, den Atomsperrvertrag kündigen und dem Rat von US-Präsident Trump folgen, nicht länger darauf zu vertrauen, dass es von den USA geschützt wird.

Herr J.-Fr. Pella

30.05.2017, 12:51 Uhr

Indien hat mehr Multi-Milliardäre als die BRD. Leider leben viele dieser Familien im Ausland und nicht in Indien. Sie zahlen keine Steuern in Indien und schröpfen d. Staat.
Was macht aber Deutschland vertreten durch Frau Merkel:??
Sie spendiert mal großzügig 1 Milliarde EURO. Wer hat Sie dazu ermächtigt?
the stupid Germans.

Herr Holger Narrog

30.05.2017, 12:53 Uhr

Das Geschenk von 1 Mrd. €/Jahr ist ein vergiftetes Geschenk das dem Geber vermutlich mehr nutzt als dem Nehmer.

Damit werden vermutlich umweltschädliche Solaranlagen und Windmühlen subventioniert die lediglich wertlosen Zufallsstrom erzeugen. Die ökologischen Herzen des Deutschen Politiksystems, Politiker, Journalisten und Lehrern werden damit erwärmt. Dem Pack (Bezeichnung für Deutsche Urbevölkerung) wird dann erzählt das die ganze Welt an den "Klimawandel" glaubt und auf "Erneuerbare Energien" setzt.

Sachlich gesehen ist die indische Stromversorgung überfordert. Die Kraftwerkskapazität ist unzureichend, das Netz zu schwach. Dadurch kommt es zu regelmässigen Stromausfällen. Mit Wind- und Solarkapazitäten verbessert sich die Situation in manchen Wetterlagen, in anderen nicht. Sachlich geboten wären moderne Kohlekraftwerke und umweltfreundliche Kernkraftwerke wie sie Indien mit eigenem Geld baut.

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