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01.09.2013

22:52 Uhr

Merkel versus Steinbrück

Unentschieden!

Trotz Steilvorlagen der Moderatoren: Angela Merkel und Peer Steinbrück bleiben beim TV-Duell sachlich. Der SPD-Kanzlerkandidat wirkt deutlich angriffslustiger. Doch die ersten Umfrage zeigen: Es gibt keinen Gewinner.

Merkel gegen Steinbrück beim TV-Duell: Beide leisten sich kleine Patzer.

Merkel gegen Steinbrück beim TV-Duell: Beide leisten sich kleine Patzer.

BerlinPeer Steinbrück hat das erste Wort. Und gleich geht es ans Eingemachte, es geht um Geld. „Mich bewegt die Vorstellung von einem Land, das aus dem Stillstand herauskommt“, sagt Steinbrück. Er nennt etwa ein chancengerechtes Bildungssystem und Arbeitseinkommen, bei denen Beschäftigte von ihrer Hände Arbeit leben könnten. Er glaubt: Mit ihm hätten die Menschen nach vier Jahren mehr Geld in der Tasche. Doch Merkel glaubt das nicht und kontert, die CDU habe die besseren Konzepte: Auch mehr Geld für alle, aber ohne staatliche Eingriffe wie durch den Mindestlohn. „Wir haben gezeigt, dass wir es können - und das in einer schwierigen Zeit.“

Drei Wochen vor der Bundestagswahl stellen sich Merkel und Steinbrück in der 90-minütigen Live-Sendung vier Moderatoren von ARD, ZDF, RTL und ProSieben. Es ist das einzige Fernsehduell zwischen der Regierungschefin und ihrem SPD-Herausforderer.

Die ersten Umfragen gleich nach dem Ende des TV-Duells des Instituts Infratest Dimap für die ARD ergeben ein Unentschieden. Mit nur einem Prozentpunkt liegt Angela Merkel demnach vor ihrem Herausforderer. 44 Prozent fanden nach der Hälfte der Zeit Merkel überzeugender – 43 Prozent Steinbrück. Dabei zeigte sich Steinbrück deutlich angriffslustiger. Auch das zeigen die Umfragen. Und trotzdem finden die Zuschauer Merkel sympathischer.

Das liegt vielleicht auch an ihrer freundlichen Art: Eigentlich wollten die Moderatoren Merkel und Steinbrück mit der Frage „Frau Merkel, tut Ihnen Herr Steinbrück eigentlich leid?“ zu einer kleinen Schlammschlacht anstacheln. Sie spielten damit auf die vorangegangenen Patzer des SPD-Herausforderers an. Doch weder Merkel noch Steinbrück lassen sich darauf ein. Es gibt sogar fast lobende Worte von Merkel für den Herausforderer: „Das hat Herr Steinbrück doch nun auch nicht nötig“, sagt die Kanzlerin. Merkel und Steinbrück versuchten, mit einer weitgehend sachlichen Auseinandersetzung nahezu ohne persönliche Spitzen die Wähler von ihrem Kurs zu überzeugen. Beide wenden sich in der Diskussion mehrfach einander zu und sprechen sich mit Namen an. Bislang hatte Merkel ihren Herausforderer eher ignoriert.

Wer hat das TV-Duell gewonnen?

Dann kommen weitere Themen auf den Tisch: Griechenland, Steuern und Pkw-Maut: Im Streit um ein mögliches drittes Rettungspaket für Griechenland ließ die Kanzlerin offen, wie hoch weitere Hilfen ausfallen könnten. Es könne sein, dass es ein neues Paket gebe, aber kein Mensch könne sagen, wie groß es ausfallen werde: „Keiner weiß genau, wie sich die Dinge in Griechenland entwickeln“, sagte Merkel. Merkel warf Steinbrück vor, ihre Politik in der Eurokrise nur wegen des Wahlkampfs zu kritisieren.

Der SPD-Herausforderer entgegnete: „Die bisherige Krisenstrategie hat dazu geführt, dass die Krisenländer sich nicht erholt haben.“ Er sagte: „Natürlich muss es zu einer Konsolidierung der öffentlichen Haushalte kommen, aber bitte nicht in einer tödlichen Dosis für diese Länder.“ So brauche es ein Instrument wie einen Marshall-Plan zwei mit Sofortmaßnahmen gegen die in den Krisenländern grassierende Jugendarbeitslosigkeit.

Kommentare (81)

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Rechner

01.09.2013, 21:05 Uhr

Mit einem Transskript der Diskussion könnte die Handelsblattredaktion die Diskussion verobjektivieren und Streitereien darüber vermeiden, wer was gesagt hat.

icke

01.09.2013, 21:08 Uhr

man hätte gescheite Moderatoren bringen sollen. Die Will und der Klöppel taugen gar nichts. Schade, es hätte interessant werden können.

GuenterCGN

01.09.2013, 21:13 Uhr

Wer glaubt Angie und Peer überhaupt noch etwas!?

Ach ja...die Hörigen...

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