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22.03.2014

15:57 Uhr

Merkel vor Atomgipfel

„Schmutzige Bomben verhindern“

In Den Haag beraten 53 Staaten darüber, wie atomwaffenfähiges Material vor dem Zugriff von Terroristen geschützt werden kann. Die Kanzlerin betont wie wichtig diese Arbeit ist – auch mit Blick auf die Krim-Krise.

Bundeskanzlerin Angela Merkel: Fast jedes Land verfüge über Nuklearmaterial. AFP

Bundeskanzlerin Angela Merkel: Fast jedes Land verfüge über Nuklearmaterial.

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor dem Hintergrund der Krim-Krise die Bedeutung der nuklearen Sicherheit betont. Kurz vor dem Atomgipfel in Den Haag hob sie die Fortschritte bei der Sicherstellung von Nuklearmaterial hervor. Es gehe darum, Sabotage und den Bau „schmutziger Bomben“ zu verhindern, sagte Merkel am Samstag in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft.

Als Beispiele nannte sie die Sicherung ausgemusterter Atom-U-Boote der russischen Nordmeerflotte und von Kernmaterialien der Ukraine. Damit seien Initiativen in Gang gekommen, die außerordentlich wichtig seien „und von denen wir sagen können: Jetzt gibt es mehr Sicherheit in dieser Frage“.

Merkel fliegt an diesem Montag zum dritten Atomgipfel nach Den Haag. Vertreter von 53 Staaten beraten dort zwei Tage über den Schutz vor terroristischen Anschlägen. Am Rande kommen die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten zusammen, um die Konsequenzen aus der Krim-Krise zu erörtern, unter ihnen auch US-Präsident Barack Obama.

Die Chefs sind Franzosen (oder Deutsche)

IWF

Beim Internationalen Währungsfond (IWF) besetzt die französische Rechtsanwältin und Politikerin Christine Lagarde die Chefposition als geschäftsführende Direktorin. Deutschland geht bei den Chefposten leer aus, obwohl der deutsche Anteil am Budget bei 6,1 Prozent liegt. Der Anteil deutscher Mitarbeiter insgesamt beim IWF liegt bei 4,6 Prozent - der im Top-Management bei 3,1 Prozent.

WTO

Seit 2005 ist Pascal Lamy der Boss bei der World Trade Organisation (WTO). Nachdem er zuvor das Amt des EU-Kommissars für Außenhandel bekleidete, ist er vor sechs Jahren zum Generaldirektor der WTO aufgestiegen. Deutschland besetzt in dieser Organisation weder eine Chefposition, noch irgendeine Stelle im Top-Management. Der Anteil deutscher Mitarbeiter insgesamt bei der WTO liegt bei 5,5 Prozent, Deutschlands Anteil am Budget beträgt hingegen 8,9 Prozent.

EU-Kommission

In der Europäischen Kommission sitzt seit 2004 der Spanier José Manuel Barroso auf dem Chefsessel. Jeweils ein Deutscher und ein Franzose sitzen als Kommissare in der Kommission. Günther Oettinger kümmert sich um Energie, der Franzose Michel Barnier um Binnenmarkt und Dienstleistungen. Im Top-Management der Kommission sind 14,6 Prozent der Stellen mit Deutschen besetzt - auf alle Mitarbeiter bezogen liegt der deutsche Anteil bei 10,6 Prozent. Deutschlands Anteil am Budget beträgt beachtliche 20 Prozent.

EZB

Noch ist der Franzose Jean-Claude Trichet Präsident der Europäischen Zentralbank, doch seine Tage sind gezählt - am 31. Oktober endet seine Amtszeit. Als heißer Kandidat für die Nachfolge gilt Jörg Asmussen, der derzeit noch Staatssekretär im Finanzministerium ist. Mehr als ein Viertel aller Mitarbeiter in der EZB sind Deutsche (28,1 Prozent) und der Anteil im Top-Management liegt bei 16,7 Prozent. Deutschlands Anteil am Kapital der EZB beträgt 18,9 Prozent.

EBRD

An der Spitze der Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) steht ein Deutscher: Der SPD-Politiker Thomas Mirow leitet seit 2008 die Geschicke des Hauses. Bei der Osteuropabank sitzt kein Franzose auf einem hohen Posten. Die Zahlen über deutsche Mitarbeiter insgesamt und der Anteil an deutschen Kapital liegen nicht vor.

EFSF

Im Juni 2010 wurde die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) gegründet. Sie ist eher unter dem Namen Europäischer Rettungsschirm bekannt. Chef der Aktiengesellschaft ist der Deutsche Klaus Regling. Im Finanzvorstand sitzt der Franzose Christophe Frankel. Die Zahlen über deutsche Mitarbeiter insgesamt und der Anteil an deutschen Kapital liegen nicht vor.

Merkel erläutert, weniger als zehn Länder auf der Welt besäßen Nuklearwaffen, nur rund 30 hätten Kernkraftwerke, aber fast jedes Land verfüge über Nuklearmaterial - beispielsweise aus der Medizintechnik. Es müsse sichergestellt werden, dass niemand eine „schmutzige Bombe“ bauen könne.

Die Kanzlerin bekräftigte, dass die russische Annexion der Krim auch einen Verstoß gegen das „Budapester Memorandum“ darstelle. Darin hatten die USA, Großbritannien und Russland die Unabhängigkeit und politische Integrität der Ukraine garantiert, im Gegenzug hatte die Ukraine versprochen, auf Kernwaffen zu verzichten. Als Vertreter Russlands wird Außenminister Sergej Lawrow bei dem Atomgipfel in Den Haag erwartet.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

24.03.2014, 11:45 Uhr

Man muss sehen , dass der erste Weltkrieg erst 1990 zuende war. Bürger in Ost und West und Politiker haben bis dahin mehr oder weniger Heimatlos in beiden Systemen gelebt. Das merkt man heute noch, wo alle Politiker ein Heimatgefühl nicht entwickeln können und Schutz der Heimat nicht Gewährleisten. Erst wenn der erste Bundespräsident der nach 1990 geboren ist, an der Staatsspitze steht , kann Deutschland wieder hoffen.
Das wird noch 20 bis 25 Jahre dauern bis das Alter erreicht wird wo man BP werden kann.

Kommen wir zur Gegenwart hier kann man sehen das Russland im Kampf gegen Terror unbedingt mit eingebunden werden muss und nicht das man Russland als Terrorstaat an die Wand stellt. Das man damit droht, dass die Ratingagenturen Russland auf Rambsch setzen, zeigt wie diese Agenturen an Machtspiele teilnehmen. Den Medien läuft mittlerweile der Geifer den Hals runter und es wird weiter muter manipuliert. Aber die Bürger sind heute aufgeklärter als sie es früher waren. Fakt ist das Putin der sich in der DDR sehr wohlgefühlt hatte , den Umbruch als Schande gesehen hat. Damit steht er mit SPD,Grünen,SED und teilen der CDU in einer Reihe und tragen gleiches Gedankengut in sich. Aber damals wollten auch russsische Soldaten nicht so gern nach Russland zurück. So stehen sich also Politiker von gestern mit alten Gedankengut gegenüber und können nur Kalten Krieg.
Man hat den eindruck, dass auch "Blitzkrieg" Uschi schon Divisionen an die russsische Grenze bringen will.

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