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18.07.2014

16:05 Uhr

Merkel vor der Hauptstadtpresse

Die Welt-Diplomatin

VonDietmar Neuerer

NSA-Affäre, EU-Postenpoker und eine neue Ukraine-Eskalation: Merkel kommt in diesen Tagen nicht zur Ruhe. Vor der Hauptstadtpresse präsentiert sie sich als kluge Krisenmanagerin. Scharfe Attacken meidet sie.

Bundeskanzlerin Angela Merkel präsentiert sich vor der Bundespressekonferenz als Krisenmanagerin. AFP

Bundeskanzlerin Angela Merkel präsentiert sich vor der Bundespressekonferenz als Krisenmanagerin.

Als das „Luxemburger Wort“ Ende Mai berichtete, Angela Merkel werde bald als Uno-Generalsekretärin kandidieren, hakten das viele deutsche Journalisten unter dem Stichwort „schon wieder“ ab. Denn verschiedene Medien haben in den vergangenen Monaten fast alle Varianten eines angeblich geplanten Wechsels der Kanzlerin auf die internationale Ebene durchgespielt - vom EU-Kommissionspräsidenten über den EU-Ratspräsidenten bis zum Generalsekretär der Vereinten Nationen wurde sie für alle möglichen Posten gehandelt.

Merkel selbst sagt dazu nichts. Auch heute nicht vor der Hauptstadtpresse. Doch mit ihren Aussagen zu den Konflikten dieser Welt lässt sie durchaus durchblicken, dass sie auch für andere Aufgaben als die der Kanzlerin eine geeignete Person wäre. Gut möglich, dass Merkel irgendwann in internationaler Mission unterwegs ist. Typischerweise befeuert Merkel solche Spekulationen nicht – auch wenn mancher Journalist hartnäckig nachfragt.

Sie sei Kanzlerin für die ganze Legislaturperiode, sagt sie. Die Menschen könnten sich darauf verlassen, dass sie tue, was sie sage. „Alles weitere später.“ Das hatte schon wieder etwas Unscharfes und Rätselhaftes, weshalb Merkel später eine Präzisierung hinterherschiebt: „Zum richtigen Zeitpunkt“ werde sie sich zu ihrer politischen Zukunft offenbaren. Dabei war da schon deutlich geworden, in welche Richtung Merkel sich entwickeln könnte.

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Im überfüllten Saal der Bundespresskonferenz unweit des Kanzleramts präsentiert sich die CDU-Chefin als kluge Krisenmanagerin, die die Beantwortung keiner Frage scheut, auch wenn sie noch so fordernd gestellt wird. Merkel lässt sich nicht aufs Glatteis führen. Ihre Marschrichtung wirkt wohlüberlegt. Erst kommt das eine, dann das andere, dann das nächste und so weiter. Auch im Fall der Ukraine-Krise bewahrt die Kanzlerin die Contenance und bleibt immer sachlich.

Gleich zu Beginn nimmt sie Stellung zu dem Abschuss der Passagiermaschine über der Ostukraine. Wer aber erwartet hat, dass sie nun gleich harte Konsequenzen gegen Russland ankündigt, wurde eines Besseren belehrt. Merkels Konsequenzen sind politisch-diplomatischer Natur und folgen einer strikten Dramaturgie: sie will erst einen Waffenstillstand, dann eine unabhängige Untersuchung des tödlichen Vorfalls und schließlich, dass die Verantwortlichen dafür zur Rechenschaft gezogen werden.

Zehn Dinge über Merkel, die Sie garantiert nicht wussten

ÄNGSTE

Merkel meidet Hunde, vor allem die des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der schenkte ihr deshalb einen Stoffhund.

HUMOR

Sie hat Spaß an Ironie, auch Selbstironie. Kann sich ausschütten vor Lachen. Hat immer einen Witz auf Lager.

LÄNDER

Sie begeistert sich für Amerika, schüttelt über die Geheimdienst- und Spionageaffäre aber den Kopf.

LERNEN

Merkel kann zuhören, saugt Gespräche auf wie ein Schwamm.

MÄNNER

An Männern mag sie schöne Augen.

SPRACHEN

Französisch fasziniert sie, sie kann die Sprache aber nicht verstehen. Dafür spricht sie Russisch und kann Putin verstehen.

STÄRKEN

„Kamelartige Fähigkeiten“ Kraft zu speichern, um Gipfel- Nächte und Koalitionsverhandlungen besser als andere durchzustehen.

TALENT

Merkel kann Prominente imitieren.

VORBILDER

Marie Curie, die 1911 den Chemie-Nobelpreis bekam, wegen ihres Durchhaltevermögens. Und Sisyphus, der trotz aller Rückschläge den Stein immer wieder den Berg hoch rollt.

VORLIEBEN

Ihren Kaffee trinkt sie schwarz.

Quelle

dpa

„Sprechen ist das Eine, handeln das Andere“

Auch im Hinblick auf die Rolle Russlands, gibt sich die Kanzlerin zwar hart im Ton („sehr große Spannung“, „schwerste unterschiedliche Meinungen“), aber betont diplomatisch in der Art, den russischen Präsidenten Wladimir Putin in die Pflicht zu nehmen. Es gebe genügend „Kontaktmöglichkeiten“, um mit Putin über dessen Verantwortung für die Situation in der Ostukraine zu reden, sagt sie. Sie sagt aber auch: „Sprechen ist das Eine, handeln das Andere.“ Merkel muss jedoch auch einräumen, dass dieses Prinzip bisher ein frommer Wunsch geblieben ist.

Wie schwer der Weg hin zu einer politischen Lösung sei, hätten die letzten Wochen gezeigt. Man käme „viel zu langsam“ voran. Selbst die vom ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko ausgerufene einseitige Waffenruhe, die Merkel als „Geste des guten Willens“ bezeichnet, sei nicht genutzt worden. Es habe keine Deeskalation gegeben, stattdessen werde die Situation „immer komplizierter“, stellt Merkel ernüchternd fest.

Kommentare (8)

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Herr Frank Cebulla

18.07.2014, 17:01 Uhr

Frau Merkel, eine total überschätzte deutsche Politikerin in Deutschland.
Ihr Handeln zeigt das sie unzuverlässig ist und gegen den deutschen Bürger und Steuerzahler regiert.
Sie hat mit ihrem wirken Deutschland geschadet zum Vorteil des €.Zonenländern, der Ökofaschisten,der Wirtschaft Deutschlands und damit den Arbeitnehmern.
Sie hat eigene rote Linien mehrmals überschritten, den €-Vertrag gebrochen, sie hat den Lissabonvertrag ausgehebelt gegen Deutschland, sie hat einen bewussten Lügner wie den Herrn Junker in sein Amt gehieft, sie hat sich aber politisch aktiv im negativen Sinne für Deutschland eingemischt z.B. Kosovo, Ukraine.
Die Götterdämmerung wird auch in den deutschen Medien bald kommen, wenn der Bürger wieder die Realität sieht.

Herr Helmut Paulsen

18.07.2014, 17:38 Uhr

Wie ein Schauspieler und immer ferngesteuerter "Rauten-Avatar" der Welt-Geld-Elite.

+++++++

Der Deutsche ist wie ein Koma-Patient, wo die Medien die Narkose-Infusion liefern und Schäuble 1000 verschiene Nadeln in die Venen sticht zum Abzapfen. Gleichzeitig hat er Ohrhörer im Ohr wo laufend gesagt wird, wie toll er doch ist, wie "reich" er doch ist, wie "beliebt" er doch ist. Gleichzeitig wird die Bevölkerung ausgetauscht mit Migranten und Flüchtlingen, weil die Wählerstimmen gebraucht werden für die Sozial-Industrie. Der Deutsche soll weg !

Den Frauen wird auch eingeredet, dass die wie Männer sein müssen, dass sie UNBEDINGT einen Job haben müssen parallel zum Mutterwerden. Aber welche Frau schafft das schon ?

Gleichzeitig kommen Migranten und Flüchtlinge und werden Illegale geduldet, die 5-8 Kinder haben und bequem unsere Sozial-Rücklagen aufzehren. Sarazzin hat recht "Deutschland wird (von oben verordnet) ABGESCHAFFT".

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Herr Helmut Paulsen

18.07.2014, 17:38 Uhr

Die Deutschen wehren sich gegen die GEZ-TV-KRAKE.

Lt. BILD sind 14 Millionen Mahnverfahren bei GEZ-Gebührenzentrale anhängig. Bei 80 Millionen Einwohnern sollte man mal die dazugehörigen Haushalte zusammenzählen, die GEZ-Steuern zu zahlen haben.

Das sind doch fast ALLE 14 Millionen Haushalte in Deutschland, die in Verzug bei GEZ sind. SUPER. KLASSE. WEITER SO:

KEINE LASTSCHRIFTVERFAHREN. IMMER NUR SPORADISCH MAL 10 und mal 15 EUR überweisen alle 1-2 Monate. LASS DIE DOCH MAHNEN !!!

Bis endlich GEZ "Beitragsservice" abgeschafft wird !!!

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