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28.08.2013

16:33 Uhr

Merkel vs. Steinbrück

Kloeppel wünscht sich TV-Duell nach US-Vorbild

ExklusivVom TV-Duell zwischen Kanzlerin Merkel und Kandidat Steinbrück erwarten Beobachter nicht allzu viel. Grund ist vor allem das Format, das sehr steif daher kommt. RTL-Moderator Peter Kloeppel will das ändern.

RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel: „Wünsche mir eine echte, lebhafte Debatte zwischen Kanzlerin und Herausforderer“. dapd

RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel: „Wünsche mir eine echte, lebhafte Debatte zwischen Kanzlerin und Herausforderer“.

DüsseldorfPeter Kloeppel, Chefredakteur des Fernsehsenders RTL und einer der vier Moderatoren für das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Herausforderer Peer Steinbrück (SPD) am kommenden Sonntag, will das Format revolutionieren. Er könne sich gut eine Diskussion wie in den Vereinigten Staaten vorstellen, sagte der Journalist dem Handelsblatt: „In den USA ist es ja so, dass die beiden von einem Moderator befragt werden und viel mehr Bezug aufeinander nehmen. Wenn ich mir irgendetwas wünsche, dann eine echte, lebhafte Debatte zwischen Kanzlerin und Herausforderer auch in unserem TV-Duell.“

Dazu will Kloeppel das Format komplett verändern: mehrere Duelle, weniger Moderatoren. Sogar Zuschauer im Studio seien in Ordnung: „Das stört den verbalen Schlagabtausch nicht, vermittelt aber eine ganz andere Stimmung. Was wir aber nicht wollen, ist ein buntes Larifari. Es muss ganz klar sein: es geht hier um ernsthafte Politik.“

Seit 2002 gibt es in Deutschland Fernsehdebatten vor Bundestagswahlen. Damals traten Edmund Stoiber (CSU) und Gerhard Schröder (SPD) gegeneinander an – und legten strenge Regeln für den Schlagabtausch fest. So wird beispielsweise seither die Redezeit der Kandidaten exakt gemessen und darf am Ende nicht mehr als eine Minute auseinanderliegen. Auch die Fragen der Moderatoren sind streng aufgeteilt.

Hoffnung, dass sich an diesem Zustand bald etwas ändert, hat Kloeppel jedoch nicht: „Beide Seiten wissen, dass unkontrollierte Momente große Auswirkungen haben können. Wir wissen aber auch: wenn Anarchie auf dem Bildschirm herrscht, geschieht das meist nicht zum Nutzen der Abgebildeten“, sagte er dem Handelsblatt.

Von

sbo

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

28.08.2013, 17:06 Uhr

na klar und die Fragen sind vorher abgesprochen.

Das gibt prima weichgespülten Wahlkampf...

Hinter machen beide eine schöne große Koalition.

KarlStass

28.08.2013, 17:10 Uhr

Nicht nur das Format der Sendung ist schlecht, sondern auch das Format von Merkel und Steinbrück ist zu gering, um daraus eine interessante Sendung zu machen. Statt dessen sollte z.B. eine Diskussion zwischen Bernd Lucke und Merkel oder Bernd Lucke und Steinbrück stattfinden, aber Merkel und Steinbrück sind dafür wohl zu feige, weil sie bei dieser Diskussion ganz schlecht aussehen würden. Da bleiben sie lieber "alternativlos" in ihrem alten Parteienkartell.

Leopold

28.08.2013, 17:59 Uhr

Format kann nicht die inhaltliche Leere ersetzen. Zukunftsthemen wie Energie, Euro und Europa weden ganz gemieden. Mein Eindruck ist, dass sich unsere Politiker einig sind, dass Deutschland zu diesen Themen nichts zu sagen hat und man auf Anweisungen Brüssels wartet!

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