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Merkel wird 63

Wer stört, muss weichen

Bis zur krisenfesten Kanzlerin war es ein weiter Weg für Angela Merkel. Denn die Pfarrerstochter aus der DDR war nicht immer so schlagfertig. Heute wird die CDU-Vorsitzende 63 Jahre alt – ihr Leben in Bildern.

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Geboren wird die spätere Bundeskanzlerin am 17. Juli 1954 als Angela Dorothea Kasner in Hamburg. Ihr inzwischen verstorbener Vater Horst Kasner war evangelischer Pastor, ihre Mutter Herlind Kasner (Geburtsname: Jentzsch) Lehrerin für Latein und Englisch. Wenige Wochen nach der Geburt zieht die Familie ins brandenburgerische Quitzow, drei Jahre später nach Templin. 1973 macht Angela Kasner dort ihr Abitur, die Paradedisziplinen der Schülerin sind Mathematik und Russisch. Bild: Angela Kasner (heute Angela Merkel) bereitet im Juli 1973 - nach ihrem Abitur - mit Freunden beim Camping im brandenburgischen Himmelpfort (damals DDR) auf der Feuerstelle ein Essen zu. dpa

Angela Dorothea Kasner

Geboren wird die spätere Bundeskanzlerin am 17. Juli 1954 als Angela Dorothea Kasner in Hamburg. Ihr inzwischen verstorbener Vater Horst Kasner war evangelischer Pastor, ihre Mutter Herlind Kasner (Geburtsname: Jentzsch) Lehrerin für Latein und Englisch. Wenige Wochen nach der Geburt zieht die Familie ins brandenburgerische Quitzow, drei Jahre später nach Templin. 1973 macht Angela Kasner dort ihr Abitur, die Paradedisziplinen der Schülerin sind Mathematik und Russisch.

Bild: Angela Kasner (heute Angela Merkel) bereitet im Juli 1973 - nach ihrem Abitur - mit Freunden beim Camping im brandenburgischen Himmelpfort (damals DDR) auf der Feuerstelle ein Essen zu.

Bild: dpa

Im Anschluss an ihr Abitur zieht Merkel nach Leipzig, um Physik zu studieren. Dort lernt sie auch ihren ersten Mann, Ulrich Merkel, kennen. Mit ihm geht sie nach dem Studium nach Ostberlin. Am Zentralinstitut für Physikalische Chemie an der Akademie der Wissenschaften forscht die junge Wissenschaftlerin in den darauffolgenden Jahren auf dem Gebiet der Quantenchemie. Ihre erste Ehe wird 1982 nach fünf Jahren geschieden. Bild: Die damalige Studentin posiert vor dem Veitsdom auf der Prager Burg in Prag mit Prof. Kazuyuki Tatsumi (l-r), Prof. Rudolf Zahradnik, Milena Zahradnikova, Olga Tureckova und Prof. Zdenek Havlas (Foto von 1982). dpa

Studium und erste Ehe

Im Anschluss an ihr Abitur zieht Merkel nach Leipzig, um Physik zu studieren. Dort lernt sie auch ihren ersten Mann, Ulrich Merkel, kennen. Mit ihm geht sie nach dem Studium nach Ostberlin. Am Zentralinstitut für Physikalische Chemie an der Akademie der Wissenschaften forscht die junge Wissenschaftlerin in den darauffolgenden Jahren auf dem Gebiet der Quantenchemie. Ihre erste Ehe wird 1982 nach fünf Jahren geschieden.

Bild: Die damalige Studentin posiert vor dem Veitsdom auf der Prager Burg in Prag mit Prof. Kazuyuki Tatsumi (l-r), Prof. Rudolf Zahradnik, Milena Zahradnikova, Olga Tureckova und Prof. Zdenek Havlas (Foto von 1982).

Bild: dpa

1 984 trifft sie an der Akademie der Wissenschaften zum ersten Mal auf den Chemiker Joachim Sauer. Erst 14 Jahre später heiraten sie. Das Paar bleibt kinderlos, Sauer hat zwei Söhne aus erster Ehe. 1986 promoviert Merkel zur „Dr. rer. nat.“. In ihrer Dissertation beschäftigt sie sich mit der Berechnung von Geschwindigkeitskonstanten. Bild: Merkel und ihr Mann verlassen am am 22.09.2013 nach ihrer Stimmabgabe das Wahllokal in Berlin. dpa

Merkel und Joachim Sauer

1984 trifft sie an der Akademie der Wissenschaften zum ersten Mal auf den Chemiker Joachim Sauer. Erst 14 Jahre später heiraten sie. Das Paar bleibt kinderlos, Sauer hat zwei Söhne aus erster Ehe. 1986 promoviert Merkel zur „Dr. rer. nat.“. In ihrer Dissertation beschäftigt sie sich mit der Berechnung von Geschwindigkeitskonstanten.

Bild: Merkel und ihr Mann verlassen am am 22.09.2013 nach ihrer Stimmabgabe das Wahllokal in Berlin.

Bild: dpa

Erste Schritte in die Politik unternimmt Angela Merkel kurz vor der Wende. 1989 engagiert sie sich erstmals beim „Demokratischen Aufbruch“. Ein Jahr darauf wird die CDU bei der letzten - und einzigen demokratischen - Volkskammerwahl der DDR zur stärksten Kraft gewählt. Merkel wird stellvertretende Regierungssprecherin in der Koalitionsregierung unter Lothar de Maizière. Im selben Jahr tritt sie in die CDU der DDR ein, die sich wenige Monate später mit der westdeutschen Union zusammenschließt. Ebenfalls 1990 zieht die spätere Kanzlerin bei der ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl als Direktkandidatin ihres Wahlkreises Stralsund-Rügen-Grimmen in den Bundestag ein. Bild: Zu seinem 65. Geburtstag erhielt der erste frei gewählte und zugleich letzte DDR-Ministerpräsident Lothar de Maiziere am 02.03.2005 in Berlin die Glückwünsche der damaligen CDU-Chefin Merkel. dpa

Kurz vor der Wende

Erste Schritte in die Politik unternimmt Angela Merkel kurz vor der Wende. 1989 engagiert sie sich erstmals beim „Demokratischen Aufbruch“. Ein Jahr darauf wird die CDU bei der letzten - und einzigen demokratischen - Volkskammerwahl der DDR zur stärksten Kraft gewählt. Merkel wird stellvertretende Regierungssprecherin in der Koalitionsregierung unter Lothar de Maizière. Im selben Jahr tritt sie in die CDU der DDR ein, die sich wenige Monate später mit der westdeutschen Union zusammenschließt. Ebenfalls 1990 zieht die spätere Kanzlerin bei der ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl als Direktkandidatin ihres Wahlkreises Stralsund-Rügen-Grimmen in den Bundestag ein.

Bild: Zu seinem 65. Geburtstag erhielt der erste frei gewählte und zugleich letzte DDR-Ministerpräsident Lothar de Maiziere am 02.03.2005 in Berlin die Glückwünsche der damaligen CDU-Chefin Merkel.

Bild: dpa

Schon bei ihrer ersten Teilnahme an einem CDU-Parteitag kommt sie mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl ins Gespräch - und das nicht ganz zufällig: Gerüchten zufolge soll sie vorher einen Parteifreund gedrängt haben, sie dem CDU-Politiker vorzustellen. Diese Begegnung sollte nicht zuletzt ihren raschen Aufstieg in der Bundespolitik begründen. Quelle: Merkel, damals noch Bundesfrauenministerin, 1991 während des CDU-Parteitags in Dresden mit ihrem Mentor, Bundeskanzler Kohl. dpa

Merkel und Kohl

Schon bei ihrer ersten Teilnahme an einem CDU-Parteitag kommt sie mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl ins Gespräch - und das nicht ganz zufällig: Gerüchten zufolge soll sie vorher einen Parteifreund gedrängt haben, sie dem CDU-Politiker vorzustellen. Diese Begegnung sollte nicht zuletzt ihren raschen Aufstieg in der Bundespolitik begründen.

Quelle: Merkel, damals noch Bundesfrauenministerin, 1991 während des CDU-Parteitags in Dresden mit ihrem Mentor, Bundeskanzler Kohl.

Bild: dpa

Kohls Mädchen - Ein Attribut, das sie bis heute nicht ganz losgeworden ist. 1991 wird sie als erst 36-jährige Abgeordnete von ihrem Förderer überraschend in das Amt der Bundesministerin für Familie und Jugend gehoben. Dort bleibt sie allerdings nicht lange. Nur drei Jahre später, 1994, wechselt sie ins Umweltministerium. Als Ressortchefin besucht sie unter anderem das atomare Zwischenlager in Gorleben. Im neuen Ressort beginnt sie bereits, sich von ihrem Übervater Kohl zu distanzieren - sie kritisierte ihn zwar nicht öffentlich, ging aber intern auf Distanz. dpa

Kohls Mädchen

Kohls Mädchen - Ein Attribut, das sie bis heute nicht ganz losgeworden ist. 1991 wird sie als erst 36-jährige Abgeordnete von ihrem Förderer überraschend in das Amt der Bundesministerin für Familie und Jugend gehoben. Dort bleibt sie allerdings nicht lange. Nur drei Jahre später, 1994, wechselt sie ins Umweltministerium. Als Ressortchefin besucht sie unter anderem das atomare Zwischenlager in Gorleben. Im neuen Ressort beginnt sie bereits, sich von ihrem Übervater Kohl zu distanzieren - sie kritisierte ihn zwar nicht öffentlich, ging aber intern auf Distanz.

Bild: dpa

In den folgenden Jahren entfernt sie sich immer weiter von ihrem Mentor. Nach der Wahlniederlage 1998 wird Wolfgang Schäuble zum Parteivorsitzenden gewählt, Merkel wird Generalsekretärin der CDU. Mit der Distanzierung von Kohl versucht sie von da an, weiteren Schaden durch dessen Spendenaffäre von der Partei abzuwenden. Im Dezember 1999 schließlich ruft sie die Unionsanhänger in einem offenen Brief dazu auf, sich von ihrem Ehrenvorsitzenden Kohl zu lösen. Bild: Der ehemalige CDU-Vorsitzende Helmut Kohl sitzt am 27.09.2000 auf einer Festveranstaltung der CDU-nahen Konrad Adenauer-Stiftung zum 10. Jahrestag der Wiedervereinigung im Berliner Tränenpalast neben seiner Nachfolgerin. dpa

Der Aufstieg

In den folgenden Jahren entfernt sie sich immer weiter von ihrem Mentor. Nach der Wahlniederlage 1998 wird Wolfgang Schäuble zum Parteivorsitzenden gewählt, Merkel wird Generalsekretärin der CDU. Mit der Distanzierung von Kohl versucht sie von da an, weiteren Schaden durch dessen Spendenaffäre von der Partei abzuwenden. Im Dezember 1999 schließlich ruft sie die Unionsanhänger in einem offenen Brief dazu auf, sich von ihrem Ehrenvorsitzenden Kohl zu lösen.

Bild: Der ehemalige CDU-Vorsitzende Helmut Kohl sitzt am 27.09.2000 auf einer Festveranstaltung der CDU-nahen Konrad Adenauer-Stiftung zum 10. Jahrestag der Wiedervereinigung im Berliner Tränenpalast neben seiner Nachfolgerin.

Bild: dpa

 Merkels Start in der Bundespolitik verläuft holprig: Nicht nur, dass sie sich von den Medien viel Häme für ihren Haarschnitt gefallen lassen muss. Die Alteingesessenen der Partei nehmen sie zudem wenig ernst. Das ändert sich auch nicht, als sie im April 2000 auf dem Essener CDU-Parteitag mit 96 Prozent der Stimmen zur Parteivorsitzenden gewählt wird. Einen vermeintlichen Rückschlag muss sie zwei Jahre später einstecken, als sie Edmund Stoiber die Kanzlerkandidatur überlässt. Der CSU-Politiker verliert jedoch acht Monate später gegen Amtsinhaber Gerhard Schröder (SPD). Merkel wird als Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU Oppositionsführerin im Bundestag. Schon hier zeichnet sich ab, wer die Union in den nächsten Wahlkampf führen wird. Bild: Der ehemalige CDU-Vorsitzende Wolfgang Schäuble unterhält sich am 03.12.2001 auf einem Parteitag in Dresden mit Angela Merkel. dpa

Merkel und Schäuble

 Merkels Start in der Bundespolitik verläuft holprig: Nicht nur, dass sie sich von den Medien viel Häme für ihren Haarschnitt gefallen lassen muss. Die Alteingesessenen der Partei nehmen sie zudem wenig ernst. Das ändert sich auch nicht, als sie im April 2000 auf dem Essener CDU-Parteitag mit 96 Prozent der Stimmen zur Parteivorsitzenden gewählt wird. Einen vermeintlichen Rückschlag muss sie zwei Jahre später einstecken, als sie Edmund Stoiber die Kanzlerkandidatur überlässt. Der CSU-Politiker verliert jedoch acht Monate später gegen Amtsinhaber Gerhard Schröder (SPD). Merkel wird als Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU Oppositionsführerin im Bundestag. Schon hier zeichnet sich ab, wer die Union in den nächsten Wahlkampf führen wird.

Bild: Der ehemalige CDU-Vorsitzende Wolfgang Schäuble unterhält sich am 03.12.2001 auf einem Parteitag in Dresden mit Angela Merkel.

Bild: dpa

Nach mehreren verlorenen Landtagswahlen strebt die rot-grüne Regierung im Mai 2005 Neuwahlen an - und Merkel wird zur Spitzenkandidatin der Unionsparteien. Merkel hat sich mit Machtwillen durchgesetzt: Wer stört, muss weichen. Sie selbst hat sich den Posten als Bundeskanzlerin lange schon zugetraut; sonst hätte sie nie das Amt der Parteivorsitzenden angetreten, sagt sie. Merkel gewinnt die Wahl, wenn auch knapp, und muss eine große Koalition eingehen. Am späten Nachmittag des 22. November 2005 übergibt Gerhard Schröder das Kanzleramt an sie. Bild: Schröder übergibt am 22. November 2005 offiziell das Amt des Bundeskanzlers an Angela Merkel. dpa

Die erste Kanzlerschaft

Nach mehreren verlorenen Landtagswahlen strebt die rot-grüne Regierung im Mai 2005 Neuwahlen an - und Merkel wird zur Spitzenkandidatin der Unionsparteien. Merkel hat sich mit Machtwillen durchgesetzt: Wer stört, muss weichen. Sie selbst hat sich den Posten als Bundeskanzlerin lange schon zugetraut; sonst hätte sie nie das Amt der Parteivorsitzenden angetreten, sagt sie. Merkel gewinnt die Wahl, wenn auch knapp, und muss eine große Koalition eingehen. Am späten Nachmittag des 22. November 2005 übergibt Gerhard Schröder das Kanzleramt an sie.

Bild: Schröder übergibt am 22. November 2005 offiziell das Amt des Bundeskanzlers an Angela Merkel.

Bild: dpa

Die promovierte Physikerin ist die erste Frau, sie ist mit 51 Jahren jünger als all ihre Vorgänger, und sie hat den größten Teil ihres Lebens in der DDR verbracht. Im Oktober 2009 wählt der Deutsche Bundestag Merkel zum zweiten Mal zur Bundeskanzlerin. Die 55-Jährige erhält 323 von insgesamt 612 abgegebenen Stimmen. Sie kann jetzt mit ihrem Wunsch-Koalitionspartner, der FDP, ein Bündnis eingehen. Bild: Der verstorbene FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle und Horst Seehofer (CSU) stellen den gemeinsamen Koalitionsvertrag der neuen schwarz-gelben Bundesregierung vor. dpa

Koalition mit dem Wunschpartner

Die promovierte Physikerin ist die erste Frau, sie ist mit 51 Jahren jünger als all ihre Vorgänger, und sie hat den größten Teil ihres Lebens in der DDR verbracht. Im Oktober 2009 wählt der Deutsche Bundestag Merkel zum zweiten Mal zur Bundeskanzlerin. Die 55-Jährige erhält 323 von insgesamt 612 abgegebenen Stimmen. Sie kann jetzt mit ihrem Wunsch-Koalitionspartner, der FDP, ein Bündnis eingehen.

Bild: Der verstorbene FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle und Horst Seehofer (CSU) stellen den gemeinsamen Koalitionsvertrag der neuen schwarz-gelben Bundesregierung vor.

Bild: dpa

Ihre private Seite macht die Kanzlerin selten öffentlich. Bekannt ist - neben der Tatsache, dass Merkel "ganz gute" Kartoffelsuppe kocht - ihr Lieblings-Komponist: Richard Wagner. Deshalb ist ein Besuch der Festspiele in Bayreuth für sie ein Pflichttermin. Zugleich ist es eines der wenigen Kanzlerinnen-Events, bei denen Ehemann Joachim Sauer nicht ins Damenprogramm abgeschoben wird, sondern meist neben ihr über den roten Teppich läuft. dpa

Die private Kanzlerin

Ihre private Seite macht die Kanzlerin selten öffentlich. Bekannt ist - neben der Tatsache, dass Merkel "ganz gute" Kartoffelsuppe kocht - ihr Lieblings-Komponist: Richard Wagner. Deshalb ist ein Besuch der Festspiele in Bayreuth für sie ein Pflichttermin. Zugleich ist es eines der wenigen Kanzlerinnen-Events, bei denen Ehemann Joachim Sauer nicht ins Damenprogramm abgeschoben wird, sondern meist neben ihr über den roten Teppich läuft.

Bild: dpa

Nach der gewonnenen Bundestagswahl 2013 steht Merkel unangefochten da - sie muss weder einen Rivalen innerhalb ihrer Partei noch einen starken äußeren Gegner fürchten. Wird Kritik an ihr laut, so ist es diese: Merkel sei zu haltungslos, zu abwartend, zu emotionslos. dpa

Merkel 2013

Nach der gewonnenen Bundestagswahl 2013 steht Merkel unangefochten da - sie muss weder einen Rivalen innerhalb ihrer Partei noch einen starken äußeren Gegner fürchten. Wird Kritik an ihr laut, so ist es diese: Merkel sei zu haltungslos, zu abwartend, zu emotionslos.

Bild: dpa

Zum Paradespiel dafür wird ihre Begegnung mit Flüchtlingsmädchen Reem. Auf die Verzweiflung der jugendlichen Palästinenserin, die Angst vor einer Abschiebung hat, reagiert die Kanzlerin unbeholfen mit einer technokratisch wirkenden Argumentation. Womöglich ist es auch dieses verunglückte Treffen, das die weitere Haltung Merkels bestimmt. Bild: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beugt sich am 15.07.2015 während der Veranstaltung in der von der Regierung gestarteten Gesprächsreihe „Gut leben in Deutschland“ in Rostock zum Flüchtlingsmädchen Reem aus dem Libanon. dpa

Die Teflon-Kanzlerin

Zum Paradespiel dafür wird ihre Begegnung mit Flüchtlingsmädchen Reem. Auf die Verzweiflung der jugendlichen Palästinenserin, die Angst vor einer Abschiebung hat, reagiert die Kanzlerin unbeholfen mit einer technokratisch wirkenden Argumentation. Womöglich ist es auch dieses verunglückte Treffen, das die weitere Haltung Merkels bestimmt.

Bild: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beugt sich am 15.07.2015 während der Veranstaltung in der von der Regierung gestarteten Gesprächsreihe „Gut leben in Deutschland“ in Rostock zum Flüchtlingsmädchen Reem aus dem Libanon.

Bild: dpa

Dennoch markiert die Flüchtlingskrise einen Einbruch in Merkels Beliebtheitskurve. Ihr klares „Wir schaffen das“ - wenn auch von ihr zuletzt relativiert - behagt vielen nicht. Rechtspopulisten machen Stimmung gegen die Kanzlerin. „Merkel muss weg“ lautet eine ihrer lautstark vorgetragenen Forderungen. Doch auch manch Konservative können den Kurs der CDU-Chefin in dieser Frage nicht nachvollziehen. Vor allem von der CSU kommt Kritik. Bild: Merkel (CDU) lässt sich am 10.09.2015 nach dem Besuch einer Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und der Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Berlin-Spandau für ein Selfie zusammen mit einem Flüchtling fotografieren. dpa

Merkel und die Flüchtlinge

Dennoch markiert die Flüchtlingskrise einen Einbruch in Merkels Beliebtheitskurve. Ihr klares „Wir schaffen das“ - wenn auch von ihr zuletzt relativiert - behagt vielen nicht. Rechtspopulisten machen Stimmung gegen die Kanzlerin. „Merkel muss weg“ lautet eine ihrer lautstark vorgetragenen Forderungen. Doch auch manch Konservative können den Kurs der CDU-Chefin in dieser Frage nicht nachvollziehen. Vor allem von der CSU kommt Kritik.

Bild: Merkel (CDU) lässt sich am 10.09.2015 nach dem Besuch einer Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und der Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Berlin-Spandau für ein Selfie zusammen mit einem Flüchtling fotografieren.

Bild: dpa

Nachdem der kurze Hype um SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz abgeebbt ist, liegt Angela Merkel mit ihrer CDU in den Umfragen unangefochten auf dem ersten Platz. Mit 38 Prozent (SPD: 25 Prozent) laut der neuesten Emnid Umfrage zur Bundestagswahl, ist eine dritte Kanzlerschaft nicht unrealistisch. Die Asyl- und Flüchtlingspolitik ist aus den Schlagzeilen verschwunden, die Kritik an der Kanzlerin abgeflaut, der Obergrenzen-Streit mit Horst Seehofer erst mal vertagt. Im Moment sieht es so aus, als würde eine Mehrheit wollen, dass alles so bleibt, wie es ist. Und Angela Merkel kann ihren 63ten Geburtstag in aller Ruhe feiern. Bild: Merkel geht am 14.07.2017 zusammen mit dem Landesvorsitzenden der niedersächsischen CDU, Bernd Althusmann, am Hafenbecken von Neuharlingersiel (Niedersachsen) entlang. dpa

Angela Merkel im Superwahljahr

Nachdem der kurze Hype um SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz abgeebbt ist, liegt Angela Merkel mit ihrer CDU in den Umfragen unangefochten auf dem ersten Platz. Mit 38 Prozent (SPD: 25 Prozent) laut der neuesten Emnid Umfrage zur Bundestagswahl, ist eine dritte Kanzlerschaft nicht unrealistisch. Die Asyl- und Flüchtlingspolitik ist aus den Schlagzeilen verschwunden, die Kritik an der Kanzlerin abgeflaut, der Obergrenzen-Streit mit Horst Seehofer erst mal vertagt. Im Moment sieht es so aus, als würde eine Mehrheit wollen, dass alles so bleibt, wie es ist. Und Angela Merkel kann ihren 63ten Geburtstag in aller Ruhe feiern.

Bild: Merkel geht am 14.07.2017 zusammen mit dem Landesvorsitzenden der niedersächsischen CDU, Bernd Althusmann, am Hafenbecken von Neuharlingersiel (Niedersachsen) entlang.

Bild: dpa

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