Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.10.2015

11:37 Uhr

Merkel zur VW-Affäre

„Made in Germany“ habe keinen Kratzer bekommen

Transparenz sei für Volkswagen der Weg aus der Krise, meint Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie ist zuversichtlich, dass der Konzern den Abgasskandal überwinden kann. Die deutsche Wirtschaft sieht sie nicht gefährdet.

Volkswagen hat zugegeben, mit Hilfe einer verbotenen Software die Emissionswerte bei rund elf Millionen Fahrzeugen in Testbetrieben nach unten korrigiert zu haben. AFP

Manipulierte Abgaswerte bei VW-Modellen

Volkswagen hat zugegeben, mit Hilfe einer verbotenen Software die Emissionswerte bei rund elf Millionen Fahrzeugen in Testbetrieben nach unten korrigiert zu haben.

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel ist zuversichtlich, dass der Autobauer Volkswagen durch Transparenz und Vorsorge seinen Abgasskandal hinter sich lassen kann. Eine Beschädigung der deutschen Wirtschaft als Ganzes sieht die CDU-Politikerin nicht. „Ich glaube nicht, dass „Made in Germany“ durch das, was bei VW passiert ist und was in der Tat man nicht auf die leichte Schulter nehmen kann, einen Kratzer bekommen hat“, sagte Merkel am Samstag in ihrem wöchentlichen Video-Podcast in Berlin.

„Es wird jetzt viel davon abhängen, wie VW mit diesem Sachverhalt umgeht“, betonte Merkel. „Wenn transparent aufgeklärt wird, (...) dann kann man eine solche Sache auch überwinden.“ Das Unternehmen müsse sich strukturell so aufstellen, „dass so etwas nicht wieder passieren kann“. Die Kanzlerin fügte hinzu: „Ich glaube, dass VW auch mit allen Kräften daran arbeitet.“

Volkswagen hat zugegeben, mit Hilfe einer verbotenen Software die Emissionswerte bei rund elf Millionen Fahrzeugen in Testbetrieben nach unten korrigiert zu haben. Dem Konzern drohen deshalb Strafzahlungen in Milliardenhöhe.

Große Rückrufaktionen der Autobranche

Millionen betroffen

Immer wieder müssen Autohersteller Wagen in die Werkstätten beordern. In der Abgas-Affäre steht Volkswagen mit insgesamt elf Millionen betroffenen Autos vor einer der größten Aktionen der vergangenen Jahre. Beispiele für große Rückrufe.

Oktober 2015

In der Diesel-Affäre ordnet das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) einen verpflichtenden Rückruf für 2,4 Millionen Volkswagen-Fahrzeuge in Deutschland an.

September 2015

Fiat Chrysler muss in Nordamerika gut 1,7 Millionen Fahrzeuge wegen technischer Mängel in die Werkstätten beordern. Die Gründe sind Fehler am Lenkrad und Probleme mit Airbags.

August 2015

Wegen Airbag-Problemen ruft Volkswagen in den USA 420 000 Autos zurück. Schwierigkeiten mit einer Feder am Lenkrad könnten dazu führen, dass der Airbag bei einem Unfall nicht auslöst.

Juli 2015

Chrysler ruft in den USA 1,4 Millionen Wagen wegen einer Sicherheitslücke zurück, die zwei Hacker aufgedeckt hatten. Durch fehlerhafte Software könnten Autos aus der Ferne manipuliert werden.

Mai 2015

Der japanische Airbag-Hersteller Takata muss Gefahren bei insgesamt 19,2 Millionen Autos zugeben und läutet damit die bis dahin größte Rückrufaktion der US-Autoindustrie ein.

April 2015

Der japanische Kleinwagen-Spezialist Suzuki Motor ruft rund zwei Millionen Autos in die Werkstätten zurück, die meisten davon in Japan. Grund sind mögliche Defekte bei Zündschlössern.

März 2014

General Motors weitet die Rückrufaktion wegen Problemen an Zündschlössern aus. Betroffen sind mittlerweile rund 2,6 Millionen Fahrzeuge. Sie wurden meist in den USA und Kanada verkauft. Der Konzern muss sich für mindestens 13 Tote und 31 Unfälle verantworten.

November 2013

Volkswagen holt über 2,6 Millionen Autos in die Werkstätten. Weltweit gibt es Qualitätsprobleme. Im selben Monat treten wegen diverser Rückrufaktionen des südkoreanischen Autobauers Hyundai drei Manager dieses Unternehmens zurück.

Juni 2013

Chrysler startet einen massenhaften Rückruf in den USA. Die Verkehrssicherheitsbehörde hatte gefordert, 2,7 Millionen ältere Jeep Grand Cherokee und Jeep Liberty zu prüfen - Tanks könnten bersten, wenn die Geländewagen gerammt würden.

Oktober 2012

Fast 7,5 Millionen Autos weltweit ruft Toyota wegen Problemen mit elektrischen Fensterhebern zurück.

Der Tag der Deutschen Industrie, auf dem Merkel am Dienstag (3. November) sprechen wird, finde in einer Zeit statt, „in der wir moderates, aber beständiges Wachstum haben, in der die Beschäftigungssituation sehr gut ist“. Merkel bescheinigt der Wirtschaft, in Sachen Digitalisierung sei „unglaublich viel im Gange“. Zwischen Regierung, Wissenschaft, Wirtschaft und Gewerkschaften gebe es durch die Digitale Agenda eine sehr gute Kooperation. „Ein wenig Nachholbedarf“ sieht die Kanzlerin im Verwaltungsbereich, bei der Umstellung auf E-Government.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×